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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 15. September 2019






Lübeck:

Gott kennt uns mit Namen

Nach dem Terroranschlag in Neuseeland hat sich die Ministerpräsidentin des Landes entschieden, den Namen des Täters nicht zu nennen. Pastorin Ellen Naß unterstützt diese Haltung in ihren Gedanken zum Wochenende.

Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen vor einer Woche hat die Ministerpräsidentin von Neuseeland, Jacinda Ardern, öffentlich gesagt, dass sie den Namen des Attentäters nie in den Mund nehmen würde. Sie sagte, sein Anliegen sei es gewesen, durch diesen Anschlag berühmt zu werden, und diesen Triumph wolle sie ihm nicht gönnen.

Ich finde diese Haltung zumindest verständlich. Es ist eigentlich traurig, dass wir wissen, wer die Attentate vom Breitscheidtplatz, von Utoya, von Paris und den inzwischen vielen anderen Orten begangen hat, dass aber über die Opfer nur wenig berichtet wird. Natürlich lässt sich der eine Name des Täters besser behalten als die 50 Namen von den Opfern, aber trotzdem bekommt der Täter dadurch mehr Gewicht. Namen, und da hat die neuseeländische Premierministerin völlig recht, sind etwas Besonderes.

Wir alle kennen aus unserer Kindheit das Märchen von Rumpelstilzchen, das seine Macht behält, solange niemand seinen Namen weiß. Als die Königin seinen Namen herausfindet, ist es mit seiner Macht vorbei. Wer unseren Namen kennt, der findet uns. Wir hatten in letzter Zeit so viele Werbeanrufe, inklusive zweier Enkeltrickversuche, dass wir uns angewöhnt haben, uns am Telefon nicht mehr mit Namen zu melden, damit bei Anrufen durch einen Zugfälligkeitsgenerator nicht auch noch unser Name als zu dieser Telefonnummer zugehörig bekannt wird.

Namen begleiten uns unser Leben lang. Wenn ich meinen Namen nicht mag, dann heiße ich trotzdem so, und manche Namen werden zum Schicksal, mit einigen Namen hat man mehr Chancen auf eine gute Karriere als mit anderen. Menschen, die bei der Hochzeit den Namen de/s der Partner/in angenommen haben wissen, wie merkwürdig es ist, plötzlich mit einem ganz anderen Namen angesprochen zu werden.

Es gibt Namen, die wissen nur die engsten Angehörigen, und oft nicht einmal die. Mein Vater hat es nach dem 2. Weltkrieg, als alle seine Papiere durch die Flucht verloren gegangen waren, nicht geschafft, sich daran zu erinnern, was sein erster und was sein zweiter Name war, er wusste es also nicht einmal selbst. Offizielle Post war für uns Kinder immer merkwürdig, weil er den Rufnamen nicht als 1. Namen angegeben hatte.

Namen sind etwas Besonderes und haben etwas Geheimnisvolles, und doch sind sie alltäglich und ständig im Gebrauch. Der Prophet Jesaja im Alten Testament hat einmal im Auftrag Gottes gesagt: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." Dieses Wort wird häufig als Taufspruch gewählt, weil bei der Taufe ja auch der Namen des Täuflings ausgesprochen wird, getauft zu einem anderen Wort geworden ist für: einen Namen geben.

Gott kennt nicht nur unseren Namen, er ruft uns bei unserem Namen. "Erlöst" bedeutet hier bei Jesaja "aus der Sklaverei befreit". Er ruft uns bei unserem Namen, und, anders als bei Rumpelstilzchen, werden wir dadurch nicht abhängig und unfrei, sondern frei. Er befreit uns von den Abhängigkeiten, die uns festhalten, befreit von Hass und Rache, die Gewalt bis ins Unendliche fortsetzen. Er ruft uns bei unserem Namen und damit gehören wir zu Ihm, können leben in Seiner Freiheit.

Gott kennt uns mit Namen, er kennt unser Innerstes, und liebt uns, so, wie wir sind. Deshalb müssen wir keine Angst davor haben, dass er unseren Namen kennt, anders als bei Rumpelstilzchen oder als ich bei den betrügerischen Telefonanrufen. Er will nur unser Bestes, darauf können wir uns verlassen.

Bei Gott sind auch die Namen der vielen Opfer bekannt, die getötet worden sind. Er kennt sie alle, Er vergisst sie nicht. Ich denke, dass sie bei ihm sehr viel mehr zählen als die Namen der Täter.

Das sollte für uns Ansporn sein, auch die Namen der Opfer nicht zu vergessen, ihnen mehr Gewicht zu geben als denen der Täter. Ich freue mich über diese Aktion der neuseeländischen Ministerpräsidentin und hoffe, dass ihre Haltung viele Nachahmer findet. Gott erinnert sich und kennt alle Opfer, und auch wir sollten – als Gottes Kinder, die er gerufen hat – sie und ihre Namen nicht vergessen.

Ihre Ellen Naß

Ein Hinweis: Eine Aufzeichnung des Jazzgottesdienstes vom 17. März 2019 aus St. Stephanus wird von Lübeck FM / Offener Kanal Lübeck am Sonntag, den 7. April 2019, ab 14 Uhr gesendet.

Ellen Naß erläutert die Bedeutung von Namen.

Ellen Naß erläutert die Bedeutung von Namen.


Text-Nummer: 128924   Autor: red.   vom 23.03.2019 09.59

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