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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 14. November 2019






Lübeck:

Korngolds Heliane: Sinfoniekonzert und Oper in einem

Sechstes Sinfoniekonzert der Saison, gepaart mit Oper konzertant: Quasi ein neues "Format", bei dem das Publikum den Konzertsaal der MuK am Sonntagabend fast bis auf den letzten Platz füllte. Vielleicht war es auch die Neugier, ein nahezu unbekanntes Werk zu entdecken, nämlich Erich Wolfgang Korngolds große Oper "Das Wunder der Heliane". Er hielt sie für sein Meisterwerk.

Ein gewaltiges Werk. Drei Stunden Musik plus 30 Minuten Pause. Dazu ein Orchester, das nicht in den Graben des Stadttheaters in der Beckergrube gepasst hätte, größer als bei Richard Wagner oder Gustav Mahler. Ein knappes Dutzend Bläser wurde in den Orchesterrang ausgelagert. Allerdings nicht aus Platzgründen, sondern des besonderen Effekts wegen. Und effektvoll ist Korngolds Musik über die Maßen.

Die Oper des Wieners Korngold wurde 1927 in Hamburg uraufgeführt. Ein Mysterienspiel voller Andeutungen und Anspielungen. Hans Müller-Einigen schrieb das Libretto nach einer Vorlage von Hans Kaltneker mit dem Titel „Die Heilige“. Die Heilige – damit ist offenbar die Frau eines tyrannischen Herrschers gemeint, die ihren Gatten nicht liebt. Da der Despot keine Freude empfindet, darf das Volk auch nicht glücklich sein.

Ein Fremder kommt, bringt Freude und Glück und stellt damit die strengen Regeln des Diktators infrage. Das Ergebnis kann nur der Tod sein. Mit der Hinrichtung aber ist es nicht zu Ende. Der Ermordete feiert seine Auferstehung und verwirrt damit das Volk vollends. Das alles wird zwar in einer kurzen Beschreibung der drei Akte im Programmheft angedeutet. Verfolgen können die Zuhörer das Geschehen in den Einzelheiten dennoch nicht.

Die handelnden Personen singen zwar Deutsch. Schließlich ist das Libretto in Deutsch verfasst. Aber selbst, wenn man sich die größte Mühe gibt, sind selten Textzeilen zu verstehen. Es reicht allerdings, sich einfach, vielleicht sogar mit geschlossenen Augen, der Musik hinzugeben.

Im Gegensatz zu anderen konzertanten Opernaufführungen stehen die Sänger nicht an der Rampe, sondern hinter und oberhalb des Orchesters. Sie müssen den ganzen Abend lang über die Hundertschaft der Musiker hinweg singen. Bei den rauschenden Klangfluten ist das rein physisch eine unglaubliche Leistung. Nicht genug damit: Im Rang über dem Orchester sitzt ein halbes Hundert Chorsänger. Auch sie sind kaum je im Piano zu vernehmen.

In der Partitur erweist sich Korngold, der seit den 1930er Jahren in den USA Filmmusiken schrieb, als Meister der großen, gelegentlich auch der klein besetzten Form. Der volle Klang, rauschhafte Passagen überwiegen. Das Philharmonische Orchester leistet Schwerarbeit. Andreas Wolf, der kommissarische GMD, muss die vielen Mitwirkenden immer wieder zusammenhalten. Dass das nicht immer freundlich für die Gesangssolisten ausfiel, ist sicher der Begeisterung des Augenblicks geschuldet. Die Solisten mussten sich also gehörig ins Zeug legen. Cornelia Plassek in der Titelpartie verblüfft bei schlanker Figur mit einem voluminösem Sopran. Dem Herrscher verleiht Aris Argiris Wucht, Festigkeit und grausame Stärke. Zurab Zurabishvill als Fremder braucht einen Heldentenor, um die Riesenpartie durchzustehen. Er konnte lyrische Passagen ebenso sicher in den Saal transportieren wie kraftvolle kämpferische Töne.

Die "Botin" war bei Katerina Hebelkova in guten Händen. Taras Konoshchenko bewegte sich in der Rolle des "Pförtners" auf gewohnt solidem Terrain. Dem Schwertrichter gab Hojong Song die nötige Wucht. Chor und Extrachor wurden von Jan-Michael Krüger gut vorbereitet. Trotzdem: Das Werk verlangt eigentlich die Szene, das heißt die Operninszenierung, bei der das Publikum die Handlung erleben kann. Die Wirkung wäre dann sicher noch größer. Es gab viele (unsichtbare) Schlussvorhänge, will sagen rauschenden Beifall und Bravorufe, vor allem für die Gesangssolisten.

Am Dienstag, 26. März, wird die Vorstellung in der MuK wiederholt. Beginn ist um 19 Uhr.

Bei der Premiere gab es rauschenden Beifall. Foto: Lutz Roeßler

Bei der Premiere gab es rauschenden Beifall. Foto: Lutz Roeßler


Text-Nummer: 128949   Autor: TD   vom 25.03.2019 09.50

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