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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 17. Juni 2019






IHK ehrte die neuen Meister

"Die Wirtschaft braucht genau Sie!" Mit dieser klaren Botschaft wandte sich Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, an die Absolventinnen und Absolventen der Aufstiegsfortbildungen, die im vergangenen Jahr ihre Prüfung bestanden haben.

"Unsere Unternehmen in der HanseBelt-Region suchen händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften, nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu lernen und zu leisten bereit sind, und die ihr Wissen und Können in den Dienst des Unternehmens stellen", sagte sie auf der IHK-Meisterehrung in den media docks Lübeck vor mehr als 120 von 205 Fachwirten, Betriebswirten und Meistern, die die Prüfung bestanden haben.

Märkte seien immer Schwankungen unterlegen, das sei tägliches Business, so Kühn. "Den demografisch bedingten Rückgang an Köpfen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, können wir aber nicht so einfach auffangen. Es fehlt an gut qualifizierten Mitarbeitern auf allen Ebenen und in allen Berufen." Vor wenigen Wochen habe die Zahl 1,6 Millionen offene Stellen die Schlagzeilen beherrscht: "Und das trotz sich verlangsamender Konjunktur. Das hatten wir noch nie", betonte die Präses.

"Was für die Unternehmen im Zweifel existenzbedrohend werden kann, ist Ihre große Chance. Ich appelliere an Sie, Ihre neue Qualifikation zu nutzen und Ihren Arbeitgeber dabei zu unterstützen, die Zukunft Ihres Unternehmens gemeinsam zu sichern und zu gestalten. Bringen Sie sich aktiv in die Prozesse ein, handeln und denken Sie unternehmerisch." Das sei für die Fachwirte, Betriebswirte und Meister keineswegs abstrakt. "Erstens haben Sie es in der Weiterbildung gelernt, und zweitens haben Sie es ja ohnehin schon gemacht: Es erfordert einiges an Organisationstalent, neben dem Job, der Familie oder den Hobbies auch noch eine Weiterbildung zu absolvieren und erfolgreich abzuschließen. In den vergangenen Monaten haben Sie sich selbst wie ein Unternehmen organisiert. Wenden Sie diese Fähigkeiten nun auch im Alltag an", sagte Kühn, bevor sie gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning den Absolventen die Urkunden überreichte.

Stellvertretend für die mehr als 200 Frauen und Männer, die sich den Prüfungen gestellt hatten, berichteten Meik Schäftner und Sebastian Hülsmann von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Beide sind geprüfte Taucher, Schäftner ist Soldat bei der Deutschen Marine in Neustadt in Holstein, Hülsmann arbeitet bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH in Kiel. "Es ist zwar eine physische und psychische Herausforderung, aber der Arbeitsplatz unter Wasser ist etwas ganz Besonderes", sagte Hülsmann. Die Prüfung Mitte Dezember sei hart gewesen, "in der Situation habe ich aber nicht zu viel daran gedacht, wie extrem die Bedingungen sind. Ich habe mich nur auf die Aufgabe konzentriert."

Schäftner ist der bisher älteste Absolvent dieses Lehrgangs. Seit 60 Jahren kooperieren die Marine und die IHK zu Lübeck bei dieser Qualifikation. "Wir üben viele Aufgaben unter Wasser", sagte der 46-Jährige. Unter anderem müssen die Lehrgangsteilnehmer unter Wasser schweißen. Entscheidend für die Noten sei dabei die Qualität der Schweißnaht. Anwendung findet das Erlernte etwa bei der Reparatur alter Pieranlagen oder beschädigter Schiffsrümpfe. Auch beim Tunnelbau oder an Offshore-Parks sind geprüfte Taucher im Einsatz.

Die Berufsaussichten seien daher gut, betonte Prüfer Thomas Freudenberg. Auch für die Qualitätsprüfung unter Wasser benötigen verschiedene Unternehmen Taucher. Freudenberg war ebenfalls Taucher bei der Deutschen Marine und engagiert sich seit vielen Jahren als ehrenamtlicher IHK-Prüfer.

Dr. Ulrich Hoffmeister, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Prüfern aus der Wirtschaft und den Berufsschulen für die IHK sei. "Die Praxisnähe können nur Leute aus der Wirtschaft gewährleisten. Diese Aufgabe erfüllt die Prüfer – wer einmal damit angefangen hat, will nicht mehr aufhören. Unsere Prüfungsphilosophie lautet: ‚Zukunft ermöglichen‘. Es macht daher Spaß, jungen und älteren Menschen zu zeigen, dass sie etwas können", sagte Hoffmeister und warb bei den Absolventen dafür, sich ebenfalls als ehrenamtliche Prüfer zu engagieren.

Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, bei der Begrüßung in den media docks. Foto: Olaf Malzahn

Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, bei der Begrüßung in den media docks. Foto: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 129013   Autor: IHK   vom 26.03.2019 19.21

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