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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 18. August 2019






Lübeck:

Neu im Theater: Lübecker als Gastarbeiter in der Türkei

Verkehrte Welt am Lübecker Theater. "Istanbul" heißt die Produktion in den Kammerspielen, die am Freitag Premiere hatte. Die Zeit wird auf die Jahre des Wirtschaftswunders zurückgedreht. Aber der wirtschaftliche Boom findet nicht in Deutschland statt, sondern in der Türkei. Deutsche Männer fahren als Gastarbeiter nach Anatolien oder an den Bosporus. Verkehrte Welt eben.



Die deutschen Männer, die sich auf das erste Anwerbeabkommen melden, werden auf Herz und Nieren geprüft. Alte, Kranke, Schwache, Plattfüßige oder solche mit schlechten Zähnen werden gleich wieder nach Hause geschickt. Jung und kräftig müssen die Gastarbeiter sein, um dem Tempo am Fließband standhalten zu können.

Stolz verkündet der Sprecher von TV Ankara: "Wieder haben 4000 deutsche Gastarbeiter die türkische Grenze passiert. Da viele deutsche Arbeitnehmer aus strukturschwachen, ländlich geprägten Gebieten wie Bayern und Schleswig-Holstein kommen, werden seitens der türkischen Regierung Fortbildungsmaßnahmen in Erwägung gezogen..."

Klaus aus Lübeck macht sich auf den Weg in die Millionenmetropole Istanbul. Von einem Dolmetscher wird er ins ehemals griechische Viertel geführt; zu einer Behausung, die nicht viel größer als eine Telefonzelle ist. Er versteht weder die Sprache, noch Sitten und Gebräuche. Im "Café Balat" freundet er sich mit der leichtlebigen Sängerin Ela an, betrinkt sich – "alles auf Kosten des Hauses!" – ausgerechnet an dem Abend, an dem nach dreieinhalb Jahren der Trennung seine Frau Luise in der neuen Heimat eintrifft.

Das Stück "Istanbul" ist eine Gemeinschaftsarbeit von Selen Kara, Torsten Kindermann und Akin E. Sipal. Im Grunde ist es ein türkisches Musical, ein Liederabend mit den Hits der "türkischen Madonna" Sezen Aksu. Die Musik, mehr als ein Dutzend Titel mit unterschiedlicher Stimmung und wechselnder Begleitung, trägt den Abend über weite Strecken.

Die Schauspieler haben eigens Türkisch gelernt. Ali Kemal Örnek, der auch in der Band sitzt, hat sich erfolgreich als Sprachcoach betätigt. Die Darsteller aus dem Lübecker Schauspielensemble drehen voll auf, ernten nach den Liedern Szenenapplaus. Allen voran Susanne Höhne als Vamp und Sara Wortmann als Ehefrau Luise, die unter dem Einfluss von reichlich Raki ihre Hemmungen überwindet. Aber auch Michael Fuchs (Klaus), Henning Sembritzki (Ismet) und Johann Moritz von Cube mit Kopfstimme (Murat) machen ihre Sache hervorragend.

Nicht vergessen werden darf die Band, in der türkische Instrumente wie Ut, Ney, Saz oder Davul zu hören sind. Urs Benterbusch, Jonathan Göring, Edgar Herzog, Peter Imig und Ali Kemal Örnek sitzen nicht nur im Hintergrund. Sie greifen immer wieder auch ins Spielgeschehen ein.

Regie führte Schauspieldirektor Pit Holzwarth. Er beginnt mit der Beerdigung des Gastarbeiters und der Frage: Wohin gehört die Asche? Auf den Burgtorfriedhof oder in die Ostsee bei Travemünde? Oder doch auf den Friedhof mit Blick zum Bosporus? Manchmal werden Klischees bedient. Aber was soll's? "Istanbul" beschert einen anregenden, stellenweise aufregenden, in jedem Falle unterhaltsamen Theaterabend, bei dem auch eine Rahmenhandlung zum Zuge kommt: Service-Pesonal reicht Tee und Baklava. Der Schlussapplaus war riesig und forderte natürlich eine musikalische Zugabe.

Bei der Premiere am Freitagabend gab es viel Beifall. Fotos: Marlène Meyer-Dunker

Bei der Premiere am Freitagabend gab es viel Beifall. Fotos: Marlène Meyer-Dunker


Text-Nummer: 129295   Autor: TD   vom 06.04.2019 09.07

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