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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 20. November 2019






Lübeck:

Gedanken zum Osterfest

In ihren Gedanken zum Osterfest geht Pastorin Ellen Naß auf die Botschaft des Festtages ein: Der Tod ist nicht das Ende. Die Menschen müssen vor Veränderungen keine Angst haben.


Die Osterbotschaft von Erzbischof Stefan Heße.


Montag Abend hat Notre Dame gebrannt. Sicher haben Sie es auch mitverfolgt, die Nachrichten waren voll davon. Ich war noch nie in Paris, also habe ich auch Notre Dame noch nicht gesehen, und trotzdem machte es mich betroffen.

Ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum mich die Bilder der brennenden Kathedrale so bewegten. Ich dachte: Nun wirst du sie nie im alten Glanz sehen können, schade.

Ich glaube aber, es war mehr als das. Notre Dame gehört einfach zu unserer Welt dazu, wie die Westminster Abtei, die chinesische Mauer oder die Pyramiden. Sie scheinen ewig zu sein, unzerstörbar, sozusagen ein Stück Verlässlichkeit, Ewigkeit in unserer vergänglichen Welt. Natürlich sieht man, dass auch sie unter Witterung und Umweltverschmutzung leiden, dass man ab und an etwas Instand setzen muss – Notre Dame wurde ja gerade renoviert – aber im Grunde genommen glaubt man nicht, dass eines dieser großen Baudenkdenkmäler jemals zu Grunde geht.

Einerseits erinnerte mich der Brand an York Minster. Es ist die größte mittelalterliche Kirche in England mit einem wunderschönen riesigen Rosenfenster. 1984 schlug der Blitz ein, Holzteile und dieses Fenster haben gebrannt und wurden zerstört.

Wir haben diese Kathedrale sehr viel später in den 90ger Jahren besichtigt – sie war so schön, dass man sich als erstmalige Besucherin diesen Brand gar nicht mehr vorstellen konnte.

Andererseits wissen wir als Lübecker, dass solche Narben bleiben. Als der Reporter von Notre Dame erzählte, die Glocken wären gerettet worden, da musste ich an unsere Marienkirche denken, bei der in der Nacht zu Palmsonntag 1942 die Glocken eben nicht gerettet wurden, sondern seitdem als Mahnmal dort in der Kirche aufbewahrt werden. Letzten Sonntag – 77 Jahre danach – wurden noch einmal neue, bisher fehlende Glocken geweiht. Wir fühlen vielleicht auch deshalb ganz besonders mit den Parisern, es soll eine Kollekte für den Wiederaufbau geben.

Auch in York sind die Narben noch da – die leitenden Geistlichen dort haben Notre Dame sofort Hilfe beim Wiederaufbau versprochen, weil sie wussten, wie es ist, wenn solch ein Bauwerk in Trümmern liegt. Nur als Besucherin sah man die Narben nicht sofort, der Nachbau ist ja genauso schön wie der ursprüngliche.

Und die Ereignisse erinnerten mich an Ostern. Nicht nur bei berühmten Bauwerken, generell fällt es uns Menschen schwer, sich eine Welt vorzustellen, die anders ist als das, was man kennt. Revolutionen haben es auch deshalb so schwer, weil wir am Gewohnten hängen. Wir möchten, dass alles so bleibt, wie es ist, mit Notre Dame, den Pyramiden, dem Beruf, der Familie, mit uns selbst.

Dabei ist nichts sicherer als die Tatsache, dass alles einmal ein Ende haben wird. Die Jünger und Jüngerinnen Jesu konnten sich ein Leben ohne Jesus auch nicht vorstellen. Da sie ihn für etwas Besonderes hielten, den Gesandten Gottes, vielleicht sogar für Gottes Sohn, war es nach menschlichem Ermessen auch nicht zu erwarten, dass sie eines Tages ohne ihn leben müssten.

Karfreitag denken wir an diesen schrecklichen Tag, als alles zu Ende zu sein schien. Den Menschen zu verlieren, auf den man alle seine Hoffnungen und Erwartungen gesetzt hat, den man aus ganzem Herzen geliebt hat, ist noch viel entsetzlicher, als im Fernsehen den Einsturz einer Kathedrale mitzuerleben, als in der Marienkirche die heruntergestürzten Glocken zu sehen.

Doch dann war der Tod Jesu nicht das Letzte, was die Jünger und Jüngerinnen mit ihm erlebten. Wir feiern Ostern, weil der Tod – so einschneidend er auch sein mag – nicht das Ende ist. Ich kann Ihnen nicht sagen, was Auferstehung genau bedeutet, wie es vor sich gegangen ist. Es ist ein Geheimnis, aber wir können darauf vertrauen, dass Jesus auferstanden ist. Er ist Menschen erschienen, und nicht nur Vertrauten, und sie haben wieder Mut gefasst, ihr Leben neu oder sogar ganz anders begonnen.

Ostern bedeutet, dass wir vor Veränderungen keine Angst haben müssen, auch wenn sie noch so einschneidend sind. Selbst vor dem Tod müssen wir keine Angst mehr haben, weil es der gleiche Gott ist, der uns begleitet und hält, so wie er damals Jesus gehalten hat. Bei ihm sind wir geborgen, was auch immer kommen mag. Ostern bedeutet Hoffnung und Getragensein über Leid und Tod hinaus.

So wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Ellen Naß

Für Pastorin Ellen Naß ist eine Botschaft des Osterfestes, dass wir keine Angst vor Veränderungen haben müssen.

Für Pastorin Ellen Naß ist eine Botschaft des Osterfestes, dass wir keine Angst vor Veränderungen haben müssen.


Text-Nummer: 129556   Autor: red.   vom 21.04.2019 09.09

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