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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 26. Mai 2019






Süßes bei den Niederdeutschen: Schokoherzen und Pralinen

Zu alten Handwerken gehören bestimmte Fähigkeiten. Ein Beispiel: Was wäre ein Chefkoch ohne seine Geschmacksnerven? Wie sollte er feine Soßen abschmecken? In der neuen Produktion der Niederdeutschen Bühne Lübeck geht es zwar nicht um einen Küchenchef, aber um einen norddeutschen Chocolatier, dem mit der Ehefrau der Geschmackssinn abhanden kam.

Heinrich Söte ist in Nöten! Zu erleben in den Kammerspielen. Bei einer Chocolaterie – oder schreibt man besser Schokolaaderie? – denkt man natürlich sofort an Frankreich, nicht unbedingt an Norddeutschland. Und auf eine Französin geht die Komödie zurück. Valerie Setaire, Jahrgang 1986, ist in Frankreich geboren, inzwischen nach Kanada ausgewandert. „Coeur Chocolat“ hieß ihre Komödie, bevor sie ein deutsches, danach sogar ein niederdeutsches Gewand bekam.

Ihr Titel nun: "Een Hart ut Schokolaad oder Heinrich sien 'sötes Leven'". Eine Boulevard-Komödie. Sie wurde von Angela Burmeister ins Deutsche übertragen, bekam von Ulrike Stern und Rolf Petersen die niederdeutsche Fassung. Das "süße Leben" aus dem Titel bezieht sich auf den Schokoladenmeister Heinrich Söte. Seit Jahrzehnten herrscht er in seinem norddeutschen Süßigkeitenparadies. Aber seit jeder Supermarkt feinste Schokoladen, Pralinen, Trüffel anbietet, ist der alte, leicht angestaubte Laden nicht mehr konkurrenzfähig.

Und dann die Katastrophe mit den verlorenen Geschmacksknospen – der süße Heinrich kapituliert. Tradition ist offenbar nicht mehr gefragt. So malt er in Gedanken und dann mit Kreide auf eine Tafel "Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe". Aber muss es so weit kommen? Da gibt es zum Glück die talentierte Praktikantin Patrica, die den Markt und die Moderichtung kennt. Gegen den Sturkopf von Chef anzurennen, ist allerdings keine Kleinigkeit.

Dann ist da noch der Freund des Hauses, Dorfdoktor Ludwig. Seine Diagnose: Eine neue Frau muss her. So wird aus der Anzeige, in der eine Ladenhilfe gesucht wird, eine Kontaktanzeige für die besseren Kreise im Internet, wovon der gute Heinrich natürlich nichts ahnt. Und nun dreht sich das Karussell der Irrungen und Wirrungen.

Regisseur Sascha Mink mutet den vier Darstellern einiges an Text zu. Französischer Boulevard besteht nunmal aus geschliffenen Dialogen und auf- und zuklappenden Türen. Vier Darstellernamen weist das Programm aus, aber zehn Rollen. Wie das sich auflöst, sollte man erlebt haben. Einen Riesenanteil am Erfolg hat Kirsten Mehrgardt, die von der Lebedame bis zum Vamp alles drauf hat! Hans-Hermann Müller ist als knorriger Besserwisser ebenfalls in seinem Element. Alice Soetbeer als Praktikantin muss allerhand einstecken, bis sie sich durchgesetzt hat, und der Dorfdoktor von Heino Hasloop entpuppt sich als Facharzt für Speisen und Getränke.

Moritz Schmidt und Eva Knüppel haben ein stimmiges Bühnenbild gebaut, eine schmucke Verkaufsstube, die sich entstauben lässt. Ansonsten amüsierten sich die Zuschauer am gestrigen Dienstag bestens, und wer wollte, konnte in der Pause süße Köstlichkeiten probieren. Die nächste Vorstellung in den Kammerspielen beginnt am Sonntag, dem 5. Mai um 15 Uhr.

Turbulente Szenen im Schokoladeladen, v.li. Heino Hasloop. Alice Soetbeer, Kirsten Mehrgardt. Foto: Niederdeutsche Bühne Lübeck.

Turbulente Szenen im Schokoladeladen, v.li. Heino Hasloop. Alice Soetbeer, Kirsten Mehrgardt. Foto: Niederdeutsche Bühne Lübeck.


Text-Nummer: 129619   Autor: TD   vom 24.04.2019 10.35

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