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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 23. Juli 2019






SPD-Spitzenkandidatin besucht Lübeck am Europatag

Erneut ein voller Saal bei einer Veranstaltung der Lübecker SPD mit ihrem Europawahl-Spitzenpersonal. Man war diesmal ins Hoghehus am Koberg gezogen, um mit Katarina Barley, der Nummer eins der SPD-Europawahlliste, in lockerer Form ins Gespräch zu kommen. Dabei waren Enrico Kreft, Spitzenkandidat der SPD in Schleswig-Holstein, Delara Burghardt, aussichtsreichste schleswig-holsteinische Kandidatin für das Europaparlament und Wolfgang Baasch.

Der kandidiert zwar nicht, ist aber als Vorsitzender des Europaausschusses im schleswig-holsteinischen Landtag hochgradig sachkundig. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sophia Schiebe. In der kürzlich umgebauten SPD-SH ist sie stellvertretende Landesvorsitzende und Juso Landesvorsitzende ist sie auch.

Spitzenkandidatin Katharina Barley stand aber natürlich im Vordergrund. Sie wusste, dass die meisten einmal einen persönlichen Eindruck gewinnen wollten, wen sie da eigentlich nach Brüssel und Straßburg schicken und so begann sie ihre Vorstellung auch nicht mit einem politischen Grundsatzreferat, sondern gab Einblicke in ihren persönlichen Hintergrund, erzählte von deutscher Mutter und englischem Vater, Nachkriegszeit und dass sie gern Justizministerin ist, in Trier wohnt und über Europarecht promoviert hat. Für die SPD hat sie sich entschieden, weil sie in eine große Volkspartei wollte. Sie liebt die Partei - "nicht jeden Tag," bekannte sie, und die Zuhörer wussten was gemeint war. Und sie fügte an, "die Partei rangiert unter Wert," das war Balsam auf viele Seelen im Saal und es gab erleichterten Beifall..

Schon bald eröffnete sie dann aber die Fragerunde. Das Feld der Europapolitik ist bekanntlich zäh und so hangelte sich das Gespräch durch Themen wie den von Gesine Schwan ins Gespräch gebrachten Europäischen Flüchtlingsfonds, den sie befürwortet und der europaweit aufnahmebereite Kommunen unterstützen soll. "Dafür gibt es sogar Rückhalt in erzkonservativen Weinbaudörfern," wusste sie aus ihrer Heimatregion zu berichten. Auf dem Feld der Justiz fand sie lobende Worte über den europäischen Gerichtshof, der wegweisende Urteile auf dem Feld der Bürgerrechte verkündet hat. Eine Europa-Armee, über die ein Bürger mehr wissen wollte, wurde von allen Podiumsteilnehmern erst einmal etwas höher gehängt, weil alle wussten, dass dieser Vorschlag erstmal im Euro-Getriebe zermahlen wird, bevor am Horizont etwas Brauchbares dabei rumkommt. Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ----- schwierig ! Europäische Arbeitslosenversicherung ---- Sprengkraft mit Gefahr von rechts, falls eines Tages deutsche Arbeitnehmer Arbeitslosigkeit in Südeuropa finanzieren sollten.

"Warum wird immer nur die Autoindustrie geprügelt und nicht auch einmal Fluglinien und Kreuzfahrtschiffe, wenn es um Abgase geht ? " wollte jemand wissen, als man auf Umweltthemen einschwenkte. Da wurde es lustig. Eine Stunde später kalauerte Kabarettist Dieter Nuhr über ein neues Phänomen, die sogenannte "Flug-Scham." Seit Greta Thunberg traut sich kaum ein Politikern noch zuzugeben, dass er seine Termine nur halten kann, wenn er ständig das Flugzeug benutzt. "Fahren Sie doch mal von Berlin nach Trier mit der Bahn," entfuhr es auch Katarina Barley. Bevor sie da sind, ist das Wochenende rum. Natürlich fährt sie aber lieber Bahn, besonders seit sie den Nachtzug entdeckt hat. Die anderen stimmten ein, redeten über Bahnlinien und neue europäische ICE-Verbindungen und vergaßen dabei, dass das Beförderungsunternehmen deutlich Probleme mit Pünktlichkeit und Alltagstechnik hat.

Dann kam natürlich die Frage nach dem Urheberrecht. Ganz ausführlich nahm die Spitzenkandidatin sich Zeit, auf den komplexen Entscheidungsprozess einzugehen und warb um Verständnis. In einem Parlament kann man halt nur für seine Auffassung werben und versuchen Verbündete zu finden. Man hat keinen Anspruch darauf, mit seiner Auffassung durchzukommen, auch wenn man persönlich die Parlamentsentscheidung für falsch hält. Der Beobachter merkte, dass, entgegen dem Wahl-Slogan der Partei, bei dieser Entscheidung Europa eben einmal nicht die Antwort war. Interessant war es auch am Rande.

Katarina Barley stand zwar im Mittelpunkt, aber die anwesenden Genossen hatten eben auch die Gelegenheit, Spitzenkandidat Enrico Kreft und die künftige Europaabgeordnete Delara Burghardt einmal im direkten Vergleich zu sehen. Anschließend gab es von den anwesenden Parteigrößen so manch anerkennendes Wort für Enrico Kreft. Eine Kleinigkeit am Rande brachte die merkwürdige Situation in erstaunlicher Weise auf den Punkt. Natürlich gab es am Ende Marzipan als Anerkennung für Anreise und Teilnahme an der Veranstaltung. Alle Damen bekamen etwas, nur Enrico Kreft ging leer aus. Darüber wurde zwar gescherzt, trotzdem war es unfreiwillig ein passendes Omen für den Wahltag.

Katarina Barley, die Nummer eins der SPD-Europawahlliste, stellte sich im Hoghehus den Fragen der Bürger.  Foto: Harald Denckmann.

Katarina Barley, die Nummer eins der SPD-Europawahlliste, stellte sich im Hoghehus den Fragen der Bürger. Foto: Harald Denckmann.



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 130028   Autor: Harald Denckmann   vom 10.05.2019 11.38

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