Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 22. Mai 2019






Lübecks Reinigungskräfte drohen mit Konsequenzen

Von der Arbeitszeit bis zu den Urlaubstagen – alles geregelt. Bislang jedenfalls. Jetzt aber wird der Job für die insgesamt 4.100 Reinigungskräfte in Lübeck zur "Wackelpartie". Denn die Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag gekündigt.

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU kritisiert das scharf: "Die Reinigungskräfte hängen damit völlig in der Luft. Die 53 Reinigungsfirmen in Lübeck können ihnen quasi freihändig Urlaubstage streichen und zusätzliche Arbeitszeiten aufs Auge drücken", sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Holstein, Ralf Olschewski. Die Kündigung des Manteltarifvertrages sei "eine Provokation und ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten, die in der Gebäudereinigung arbeiten".

Die IG BAU nennt die Hintergründe: "Die Arbeitgeber wollen bei den Überstunden Geld sparen – insbesondere bei Teilzeitkräften. Dahinter steckt also der pure ‘Lohn-Geiz‘", so Olschewski. Denn der bisherige Rahmentarifvertrag sehe bei Mehrarbeit für Vollzeit-Beschäftigte einen Zuschlag von 25 Prozent des Stundenlohns vor. Nachdem das Bundesarbeitsgericht nun entschieden habe, dass auch Teilzeit-Beschäftigte Anspruch auf diesen Zuschlag haben, sei die Absicht der Arbeitgeber klar: "Sie wollen bei den Zuschlägen knapsen. Genau genommen ist das der Griff ins Portemonnaie von Teilzeitkräften. Es trifft also die Menschen, die ohnehin schon wenig haben und extrem hart für ihr Geld arbeiten müssen", sagt Ralf Olschewski verärgert.

Überstunden seien in der Gebäudereinigung an der Tagesordnung – und Teilzeitjobs gang und gäbe: In Lübeck arbeiten 2.870 Gebäudereiniger und Fensterputzer in Teilzeit, 775 davon lediglich mit einem Minijob. Zwischen Gebäudereiniger-Gewerkschaft und Bundesinnungsverband rumort es seit langem, so die IG BAU Holstein. "Die Arbeitgeber weigern sich seit Monaten beharrlich, über bessere Arbeitsbedingungen in der Branche zu verhandeln. – Und das sogar bei steigenden Jahresumsätzen von bundesweit zuletzt mehr als 17 Milliarden Euro", so Ralf Olschewski. Nach der Kündigung des Rahmentarifvertrags erwartet die IG BAU Holstein nun "extremen Unmut unter den Beschäftigten – auch in Lübeck".

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft pocht beim Bundesinnungsverband schon lange darauf, konstruktive Gespräche zu führen: "Die Beschäftigten verlangen mehr Anerkennung für ihre harte Arbeit. Dazu gehört auch, dass Fachkräfte richtig bezahlt, Berufserfahrung honoriert und die Aufstiegschancen verbessert werden – genauso wie die generelle Einführung von Weihnachtsgeld", so Olschewski. Außerdem müssten die belohnt werden, die der Gebäudereinigung über Jahre hinweg die Treue halten. Wer sich durch langjährige Arbeit in der Branche einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen erworben habe, der soll ihn auch dann behalten, wenn der Arbeitgeber einmal wechsele, fordert die IG BAU. Nur so lasse sich die hohe Fluktuation durch das Abwandern von Fachkräften und damit der Verlust von Branchen-Know-how stoppen.

"Die Arbeitgeber haben dies aber bislang strikt abgelehnt. Sie erkennen nicht, wie wichtig es ist, die Jobs in der Reinigung deutlich attraktiver zu machen", sagt Ralf Olschewski. Im Gegenteil: Durch die Kündigung des Rahmentarifvertrags verschlechtere sich die Stimmung im Gebäudereiniger-Handwerk jetzt erst richtig. "Die Unternehmer riskieren viel. Sie sägen am eigenen Ast, indem sie faire Rahmenbedingungen für die Arbeit und damit das Vertrauen und den Teamgeist aufs Spiel setzen", so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Die Friedenspflicht zwischen IG BAU und Innungsverband endet am 31. Juli. "Bis dahin wird die Wut der Beschäftigten weiter wachsen. Sie werden ihrem Ärger bei betrieblichen und öffentlichen Aktionen in den nächsten Wochen Luft machen – auch in Lübeck", kündigt Olschewski an.

Die Gebäudereiniger wollen sich  gegen den Griff ins Portemonnaie wehren. Foto:

Die Gebäudereiniger wollen sich gegen den Griff ins Portemonnaie wehren. Foto:


Text-Nummer: 130170   Autor: IG BAU/Red.   vom 16.05.2019 10.45

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.

Text kommentieren.



Kommentare zu diesem Text:

Stefan Matthé schrieb am 16.05.2019 um 16.37 Uhr:
Unseriöse Firmen werden keine Mitarbeiter mehr finden. Respekt vor dieser Arbeit meist ganz früh oder spät.
Die Spreu wird sich schnell vom Weizen trennen. Wichtig sind die Firmen Bewertungsportale für Mitarbeiter und Kunden. Wer mogelt erhält keinen Auftrag mehr geschweige fleißiges verlässliches Personal.
Ich wünsche den Betroffenen mehr Mut und Zusammenschluss in den sozialen Medien zum Meinungsaustausch. Damit weiterhin Büros und Abeitsplätze sauber bleiben im zweideutigen Sinne.😉

Thomas Friedrich schrieb am 16.05.2019 um 18.04 Uhr:
So gerne ich Ihnen auch zustimmen möchte. Ich denke Sie unterschätzen die Möglichkeiten der ARGE nebst Jobcentern all den Firmen in diesen Lohnklassen Personal zukommen zu lassen.

Mickymaus schrieb am 17.05.2019 um 08.47 Uhr:
Bin in der Reinigungsbranche tätig....musste jahrelang zu meinen Hauptjob auf Minijob Basis zuverdienen.
Das ist moderne Sklaverei ! Muckt man auf, ist man draußen. Keiner geht aus Spass in solchen Firmen arbeiten,und das wissen die Arbeitgeber. Deshalb wird das von denen auch ausgenutzt.
Zum Glück brauche ich nicht mehr in solche Firmen zusätzlich arbeiten , da ich jetzt bei mein Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten kann, endlich!
Bin weibl. 57 j.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.