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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 14. November 2019






Lübeck:

Stadt: Drogenszene und Büsche bleiben am Krähenteich

Vor zwei Wochen richtete die Bürgerinitiative Krähenteich einen "Hilferuf" an Lübecks Politik (wir berichteten). Gefordert wurden unter anderem ein Rückschnitt der Büsche, Beleuchtung und Videoüberwachung. Die Stadtverwaltung lehnt das ab.

"Die Grünanlage ist seit jeher mit Bäumen und Gehölzen eingefasst", sagt Nicole Dorel, Sprecherin der Stadtverwaltung. Die Forderungen nach einem radikalen Rückschnitt der Büsche und einer Verlegung des Drogenplatzes hätten die zuständigen Bereichen der Stadtverwaltung und der Polizei intensiv geprüft. "Mit dem Ergebnis, dass am jetzigen Standort zuerst festgehalten werden sollte, um den Szenentreff am Krähenteich durch die Polizei, den städtischen Ordnungsdienst und die Streetworker der AWO besser zu kontrollieren und bei Handlungsbedarf Gegenmaßnahmen einzuleiten. Daher wäre das radikale Rückschneiden der Gehölze kontraproduktiv."

"Wir wissen von den Sorgen der Anwohner und nehmen diese auch Ernst", sagt Karin Mechnich, Leiterin der AWO Drogenhilfe in Lübeck. Nach Beobachtung der Streetworker seien nur noch etwa 20 Personen auf dem Platz, die Situation habe sich nach dem Abbau der Toilette entspannt. Der Vorwurf der Anwohner, das sich zeitweise die Streetworker nicht auf den Platz trauen würden, sei falsch. Die Mitarbeiter seinen montags bis freitags am Vor- und Nachmittag unterwegs.

Auch Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach berichtet, dass die Zahl der Personen abgenommen habe. "Die Ausdehnung der Szene in die umliegenden Bereiche konnte durch den verstärkten Einsatz von Präsenzstreifen und intensiver Kontrolltätigkeit weitestgehend verhindert werden." Die Polizei führe weiterhin verstärkt sichtbare und verdeckte Kontrollen durch. Der Platz behalte den Status "gefährlicher Ort".

Bezüglich der Vorwürfe, dass sich viele Anwohner nicht mehr trauen würden, die Polizei zu rufen, verweist Polizeisprecher Gerlach auf die Gesetzeslage: "Sämtliche Daten, auch die der Zeugen, fließen in das Ermittlungsverfahren ein und sind Bestandteil der Akte. Diese kann bei Akteneinsichtsersuchen durch Rechtsanwälte angefordert und damit darin enthaltene, personenbezogene Daten eingesehen werden." Davor können sich die Zeugen nicht schützen.

Stadt, Polizei und AWO weisen die Vorwürfe der Anwohner zurück, dass sich die Situation in der Krähenstraße verschlechtert habe.

Stadt, Polizei und AWO weisen die Vorwürfe der Anwohner zurück, dass sich die Situation in der Krähenstraße verschlechtert habe.


Text-Nummer: 130460   Autor: VG   vom 27.05.2019 22.55

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