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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 18. Oktober 2019






Lübeck:

Leben in der Wartezeit

"Es gibt Zeiten im Leben, da hängt man irgendwie in der Luft", sagt Pastorin i. R. Ellen Naß. "Eine Sache hat geendet, eine andere hat noch nicht begonnen." In ihren Gedanken zum Wochenende vergleicht sie die Situation mit der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

Schulabgänger erleben das momentan – die Schule ist beendet, wird auch in dieser Form nie wieder stattfinden, aber Ausbildung und Studium beginnen erst später. Wie das werden wird, ob es das richtige sein wird für das Leben, das muss sich erst noch herausstellen.

Später kann man es erleben, wenn man die Arbeitsstelle wechselt – in der alten gibt es kaum noch etwas zu tun, die neue kennt man noch nicht. Vor der Geburt eines Kindes, vor dem Ruhestand gibt es solche Tage, und wenn der Arzt/ die Ärztin sagt: "In ein paar Tagen können wir Ihnen sagen, was Ihnen fehlt."

Man hängt in der Luft in solchen Zeiten, im Guten wie im Schlechten. Man weiß, was man gehabt hat, manchmal freut man sich, dass es zu Ende geht, manchmal ist man traurig, und immer hofft man, dass die Zukunft, das Neue, besser sein wird als die alten Zeiten.

Man kann nur nicht viel tun. Worauf man sich genau vorbereiten muss, ist unklar, und das alte ist vorbei. "Das Gapyear" - also erst einmal der Schulzeit etwas Soziales ehrenamtlich tun, bevor man Studium/ Ausbildung beginnt - ist manchmal eine gute Gelegenheit, sich selbst und Neues kennenzulernen, aber danach hat man wieder diese Wartezeit.

Kirchlich gesehen befinden wir uns genau in solch einer Wartezeit. Vorgestern feierten wir Himmelfahrt. Damit ist nicht gemeint, dass Jesus in einen Fahrstuhl und nach oben gegangen ist, sondern dass er nun bei Gott ist, für seine Jünger und für uns unsichtbar. Vorher haben die Jünger ihn noch erlebt und gesehen, nun ist das zu Ende – so wie in unserem Leben auch immer wieder Dinge zu Ende gehen.

So wie wir auch, versuchen sie, das Leben mit Aktivitäten zu füllen. Sie haben Angst, dass sie genauso verfolgt und getötet werden wie Jesus und verstecken sich deshalb. Weil ein Jünger fehlt, wählen sie einen neuen 12. Jünger.

Sie warten. Jesus hatte ihnen einen Tröster versprochen, einen Beistand, der ihnen in der Zukunft Gottes Beistand schenken würde. Sie wussten nicht, wann das sein würde oder wie das aussehen würde. Wir wissen, dass Pfingsten kam, sie wussten es nicht. Sie warteten und hofften, dass Jesus sein Versprechen wahr machen würde. Das kann uns Mut machen, in den Durststrecken unseres Lebens durchzuhalten. Denn wir können wissen: Gott wird nicht nur helfen, er ist auch in solchen Durststrecken bei uns. Die Jünger mögen sich in den Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten verlassen gefühlt haben, ein Gefühl der Leere verspürt haben – sie waren es sicher nicht.

Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass Gott bei uns ist, wenn wir versuchen, die Leere mit sinnlosen Aktivitäten zu füllen., so wie der Neuwahl eines 12. Jüngers. Es ist gut, sich daran zu erinnern, wenn man Angst hat, wie es weitergeht, ob die Zukunft gut sein wird. Wenn wir nicht sicher sind, wie die Zukunft sein wird – ob wir die richtige Ausbildung gewählt haben, ob wir überhaupt eine neue Arbeit finden werden, ob wir uns im Ruhestand langweilen werden, wie wir mit einer eventuell schweren Krankheit umgehen werden – dann ist es gut, sich daran zu erinnern, dass auch in solchen Zeiten, in denen wir in der Luft hängen, Gott bei uns ist.

Er wird dafür sorgen, wie zu Pfingsten, als er uns den Heiligen Geist schenkte, dass die Zeit des Wartens zu Ende geht, dass das, was dann kommt, gut sein wird. Selbst wenn es danach schwer wird, wird Gott weiter bei uns sein, mit seiner Hilfe, seiner Kraft und seinem Trost.

Ellen Naß predigt am Sonntag in der Versöhnungskirche in Travemünde.

Ellen Naß predigt am Sonntag in der Versöhnungskirche in Travemünde.


Text-Nummer: 130544   Autor: red.   vom 01.06.2019 10.40

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