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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 17. September 2019






Lübeck:

Die Kirche als großes Ganzes

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf den Fußball ein. Die Begeisterung, die diese Sportart auslöst, erinnere an die Beschreibung der Kirche im Neuen Testament.

Im Moment findet eine Fußballweltmeisterschaft statt. Ich schreibe "eine", denn es ist nicht die Fußballweltmeisterschaft der Männer, sondern die der Frauen. Deutschland gehört zu den Favoriten, das Fußball-Frauenteam ist schon seit Jahren Weltklasse.

Bevor ich weiterschreibe, möchte ich allerdings erwähnen, dass ich von Fußball keinerlei Ahnung habe, egal ob von Frauen oder von Männern. Anders als die meisten Menschen um mich herum finde ich es einfach langweilig, 23 Menschen dabei zuzusehen, wie sie hinter einem Ball herlaufen, nur um dann 2 - 3 Mal während der 90 Minuten ein Tor zu erleben. Wenn mein Mann – was selten ist – Fußball guckt, dann lese ich meistens, wenn die Tore fallen.

Falls ich also Fehler mache bei der Beschreibung von Fußball, bitte ich im Vorwege um Verzeihung. Ich weiß zwar merkwürdigerweise, was eine Abseitsfalle ist, mehr aber auch nicht.

Andererseits konnte keiner bei uns in Deutschland die Fußballmeisterschaften völlig ignorieren. Meine Lieblingssendungen im Fernsehen fielen aus – wegen Fußball. Autos fuhren mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen oder Rückspiegelbezügen, es hingen große Banner aus Fenstern und Balkonen. Selbst ich als Nicht-Fan wurde von dieser Stimmung mit erfasst, freute mich an den Farben und der Begeisterung. Man konnte ich dieser erwartungsvollen und spannungsvollen Stimmung einfach nicht entziehen.

Das erinnerte mich daran, wie im Neuen Testament in der Bibel die Kirche beschrieben wird. Für die meisten von uns ist "die Kirche" ja das ein wenig muffelig riechende Gebäude, oder vielleicht auch noch die Organisation, über die man sich manchmal ärgert und die man dann doch manchmal braucht, die viele soziale Einrichtungen betreibt wie Kindergärten, Pflegedienste, Seniorenheime, Krankenhaus-, Notfall - und Telefonseelsorge und viele andere Dienste.

Im Neuen Testament wird die Kirche beschrieben als ein Leib, ein Körper. Jeder Teil ist verschieden von allen anderen, und doch gehören alle zusammen. Inzwischen weiß man, dass selbst der Blinddarm – der in meiner Jugend als völlig überflüssig galt - seine Funktion hat, dass alle Teile wichtig sind. Und wir wissen, wenn ein Teil ausfällt, dann betrifft es den ganzen Körper. Oft ist man ja völlig erstaunt, wie Krankheiten andere Stellen im Körper beeinflussen können, Schmerzen an anderen Stellen hervorrufen können.

So wird die Kirche im Neuen Testament gesehen, als großes Ganzes. Ein wenig hat man vielleicht am Pfingstwochenende davon gespürt, in dem großen Freiluftgottesdienst, in der Freude über die neue Glocke in St. Marien, bei der Einführung der neuen Bischöfin im Schweriner Dom. Man spürt vielleicht ein wenig diese Gemeinschaft bei den vielen Kindergarten- und Schulgottesdiensten im Sommer oder den anderen Freiluft- und Musikgottesdiensten und den vielen Gemeindefesten. Schauen Sie doch mal vorbei, wenn in Ihrer Nähe eines ist.

Wenn einer Freude hat, dann haben alle Freude. Wenn einer leidet, dann leiden alle, so heißt es in der Bibel.

Nun wissen wir, dass das leider nur in der Theorie so ist. Auch da erinnert mich das Wort vom großen Ganzen der Kirche an unsere Fußballweltmeisterschaft. Denn obwohl unser Team nicht in der Vorrunde ausgeschieden ist – das soll ja schon vorgekommen sein – spüren wir dieses Jahr von der Gemeinschaft und der großen gemeinsamen Freude – nichts.

Es gibt keine Fähnchen, kein Public Viewing keine gemeinsame Begeisterung. Das liegt wohl daran, dass es die Fußball WM der Frauen ist, die da stattfindet, ein Frauenteam, das da spielt.

Es sind Menschen, die eben nicht so wert geachtet werden wie die männlichen Fußballer, die weniger Gehalt, weniger Sponsorengelder, schlechtere Trainingsbedingungen erhalten als ihre männlichen Kollegen.

Auch wenn ich mich nicht so für Fußball interessiere, empört es mich als Frau. Frauen – im Fußball, in der Kirche, überall, sollten genauso viel wert sein wie Männer, weil wir alle eine große Gemeinschaft sind, ein Leib, unterschiedlich und doch eins. Alle Menschen sollten gleich viel wert sein, weil wir alle zusammengehören.

Und wir sollten – jede und jeder – überlegen, wo wir vielleicht unsere Aufgabe nicht erfüllen, weil wir keine Lust haben, zu träge sind, meinen, wir könnten etwas nicht, oder weil andere es uns nicht zutrauen, weil wir nicht in ihre Vorstellungswelt passen.

Fußball ist bestimmt nicht meine Aufgabe, obwohl ich mich immerhin informiere, wie die Spiele ausgegangen sind, aber jeder und jede kann sich irgendwo engagieren, um zu helfen, Freude zu schaffen für andere und für sich selbst, damit wir dann diese Freude und Gemeinsamkeit erleben, die in der Kirche zu finden sein sollte, die bei anderen Meisterschaften bei uns herrschte.

Und vielleicht herrscht sie bei der nächsten Frauenfußballmeisterschaft auch bei uns.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Pastorin i.R. Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 130924   Autor: red.   vom 15.06.2019 10.46

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