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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 16. September 2019






Lübeck:

Brot für die Welt: Gemeinsame Ausstellung zum Jubiläum

Drei Kirchen, eine gemeinsame Ausstellung: Ab Mittwoch, dem 26. Juni bis zum 11. August präsentiert "Brot für die Welt" in den drei Innenstadtkirchen St. Marien, St. Jakobi und dem Lübecker Dom eine Ausstellung zu Selbsthilfeprojekten in Indien, Peru und Ruanda. Unter dem Motto "Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung" soll auf die spendenfinanzierte Arbeit der weltweit tätigen evangelischen Hilfsorganisation aufmerksam gemacht werden.

Hintergrund der Ausstellungen ist das 60-jährige Bestehen von Brot für die Welt. "Durch diese gemeinsame Ausstellung bringen wir unser gemeinsames Anliegen der Weltverantwortung zum Ausdruck", so Marienpastor Robert Pfeifer. "Besucher können alle drei Orte nacheinander besuchen und unterschiedliche Aspekte der Arbeit für Gerechtigkeit und Frieden erleben."

Die Ausstellungen im Lübecker Dom, in der Marienkirche und in der Jakobikirche können vom 26.6. bis zum 11.8.2019 täglich von 10 bis 18 Uhr angeschaut werden. An allen Standorten gibt es auch etwas zum Mitmachen sowie ein Gewinnspiel. Schwerpunkt der drei Ausstellungen ist das Thema Mangelernährung. Gerade in ärmeren Ländern können sich viele Menschen nur einseitig ernähren und sind auf Grund dessen anfälliger für Krankheiten. Brot für die Welt unterstützt daher regionale und kleinbäuerliche Projekte, um den Zugang zu vielfältigen und gesunden Nahrungsmitteln zu sichern.

In der Ausstellung in der Marienkirche geht es um die Wiederentdeckung eines Wunderkorns in Peru. Dort unterstützt Brot für die Welt Kleinbauernfamilien beim Anbau alter Kulturpflanzen. Dazu gehört die Andenhirse Quinoa, deren Anbau vor 500 Jahren von den spanischen Eroberern verboten wurde. Nun wurde diese Pflanze als Grundlage für eine ausgewogene Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft wiederentdeckt. Zusammen mit einer Partnerorganisation veranstaltet Brot für die Welt beispielsweise Workshops zum Anbau von Quinoa und anderen alten Kulturpflanzen und will damit zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. St. Marien unterhält seit vielen Jahren Kontakte zu einer Kindertagesstätte in Südamerika. Besucher der Ausstellung zahlen keinen Marientaler.

"St. Jakobi hat sich für Ruanda entschieden, weil es das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas ist", so Pastorin Kathrin Jedeck. Die Gemeinde erinnere sich noch an die Spannungen zwischen den Volksgruppen der Huti und Tutsi, die 1994 zum beispiellosen Genozid führten. Immer noch gibt es in Ruanda keine wirklich demokratischen Strukturen und fast jedes zweite Kind leidet unter Mangelernährung. In der Jakobikirche erfahren die Besucher, wie arme Familien in Ruanda unterstützt werden, eigene Hausgärten anzulegen. Dort ernten sie Papaya, Spinat, Paprika und Bohnen und können sich so gesünder und ausgewogener ernähren. "Wir wollen mit unserer Ausstellung auf die Missstände im Land hinweisen und die Projekte von „Brot für die Welt“ in Ruanda zu unterstützen", so Pastorin Jedeck.

Die Ausstellung im Lübecker Dom widmet sich einem Projekt in Indien, das sich für den Erhalt von traditionellem Saatgut stark macht. Auf diese Weise soll regionalen Landwirten eine Alternative zur Gentechniklandwirtschaft geboten werden, die sie in Abhängigkeiten zu Großkonzernen geraten lässt und die Böden nachhaltig belastet. Stattdessen lernen die Landwirte die Vorteile des ökologischen Landbaus kennen und erfahren, dass traditionelle Pflanzenarten besser für eine ausgewogene Ernährung und für die Böden sind.

Die Ausstellung im Lübecker Dom widmet sich einem Projekt in Indien, das sich für den Erhalt von traditionellem Saatgut stark macht.

Die Ausstellung im Lübecker Dom widmet sich einem Projekt in Indien, das sich für den Erhalt von traditionellem Saatgut stark macht.


Text-Nummer: 131048   Autor: Kirchenkreis LL   vom 23.06.2019 10.05

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