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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 18. September 2019






Lübeck:

Prozess: Ringen um Glaubwürdigkeit

Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den ehemaligen Leiter des Weißen Rings Lübeck, Detlef H., geht es in der Hauptsache immer noch um eine mutmaßliche exhibitionistische Handlung des Angeklagten, die am 12. April 2016 in seinem Büro im Lübecker Gewerkschaftshaus von ihm begangen worden sein soll. Hier steht Aussage gegen Aussage.

Zeugin und Nebenklägerin Dora M. behauptet eine solche Handlung, der Angeklagte Detlef H. weist diese Anschuldigung entschieden zurück und behauptet im Gegenzug, von Dora M. gebeten worden zu sein, für sie Kontakte mit zahlungskräftigen Männern anzubahnen.

Von großem Gewicht ist daher für das Gericht eine hinreichend korrekte Einschätzung der Glaubwürdigkeit von Dora M. Die Anstrengungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung konzentrieren sich daher zurzeit darauf, die Glaubwürdigkeit der Zeugin mit weiteren Beispielen zu untermauern, beziehungsweise diese Glaubwürdigkeit zu erschüttern.

Im Gerichtssaal sitzt nämlich auch Gabriele Teichert aus Hamburg, Diplom Psychologin und Fachpsychologin für Rechtspsychologie, die aus explorativen Gesprächen und vor dem Hintergrund des laufenden Prozessgeschehens ein Urteil über die Glaubwürdigkeit der Aussagen von Dora M. abgeben soll.

Das ist alles andere als einfach, denn Dora M. ist in mehrfacher Hinsicht gerichtsauffällig geworden. Am deutlichsten wurde das bei der Aussage des Lübecker Kriminalbeamten Frank N., der dienstlich mit einem Betrugsfall befasst war, der mit der Wohnung der Zeugin in Verbindung stand. Detlef H. hatte sich damals dafür eingesetzt, dass Dora M. die Wohnung vor dem Hintergrund ihrer damaligen Notlage bekommt. Dann seien aber vereinbarte Zahlungen ausgeblieben, so dass Dora M. in einem Betrugsverfahren rechtskräftig verurteilt wurde. Frank N. hielt sie nach seiner polizeilichen Überzeugung für eine Betrügerin. Am Beispiel mehrerer Wohnungen war in diesem Zusammenhang von Mietnomadismus die Rede.

Danach hagelte es Beweisanträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung wollte beweisen, dass die Kontaktaufnahme mit dem Weißen Ring lediglich der erleichterten Beschaffung von Wohnraum in betrügerischer Absicht dienen sollte. Dazu sollte sogar der Ehemann von Dora M. noch vorgeladen werden.

Die Staatsanwaltschaft hingegen stellte Beweisanträge, in denen Frauen aus bereits eingestellten Verfahren in dieser Sache erneut vorgeladen werden sollten. Dabei sollten die bereits entschiedenen Verfahren nicht erneut aufgerollt werden, es geht der Staatsanwaltschaft lediglich darum, die mutmaßliche Übergriffigkeit des Angeklagten durch ähnlich gelagerte Beispiele glaubhaft zu machen.

Ob die ganze Zeugenflut noch beigezogen wird, ist keinesfalls sicher. Zunächst einmal möchte die Vorsitzende Richterin Andrea Schulz das Gutachten der Fachpsychologin zur Glaubwürdigkeit der Zeugin Dora M. hören. Dann erst wird entschieden, ob noch weitere Zeugen in das Verfahren eingebracht werden müssen. Zu einer Urteilsverkündung am 15. Juli wird es daher aller Voraussicht nach nicht kommen. An diesem Verhandlungstag steht zunächst einmal das Gutachten der Hamburger Sachverständigen im Mittelpunkt. Danach könnte sich das Verfahren bis in den August hinein ziehen.

Einen Beweisantrag konnte das Gericht auf alle Fälle schon einmal abhaken. Der sogenannte "Feinripp-Beweisantrag" zur Examinierung der Unterwäsche von Detlef H. wurde von Anwalt Oliver Dedow zurückgezogen. Nach dem Medienwirbel um die Kleidungsstücke sollte der schwerkranken Frau des Angeklagten ein diesbezüglicher Auftritt im Zeugenstand erspart bleiben.

Der Beschuldigte wurde beim Einlass kontrolliert. Foto: Harald Denckmann

Der Beschuldigte wurde beim Einlass kontrolliert. Foto: Harald Denckmann


Text-Nummer: 131386   Autor: Harald Denckmann   vom 04.07.2019 18.42

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