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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 15. Juli 2019






Barmherzigkeit gegen Recht am Peter und Paul-Tag

HL-live.de Pastor Heinz Rußmann greift in seinen Gedanken zum Wochenende ein aktuelles Thema auf: Was ist wichtiger? Die Beachtung von rechtlichen Vorschriften oder die Barmherzigkeit?

Barmherzigkeit und Rechtsurteile vertragen sich häufig nicht. Das ist ein ewiges Problem. Gegen europäisches Recht hat gerade die Kapitänin Carola Rackete verstoßen aus Barmherzigkeit. Rettung ist kein Verbrechen, sagt sie wie Kapitän Schmidt heute um 12 Uhr auf der Demo ausgehend vom Lindenplatz. Sie wurde zuerst ins Gefängnis gesetzt und neun Jahre Haft drohten ihr. Jetzt ist sie wieder erstmal freigelassen. Gegen das europäische Recht hat sie aus Barmherzigkeit einundfünfzig Menschen das Leben gerettet.

Die Spannung zwischen dem Recht und der Barmherzigkeit durchzieht die ganze Menschheits- und Religionsgeschichte. Seit je gibt es Religionen und auch einige christliche Konfessionen, welche die göttlichen Gebote und ein korrektes Leben in den Vordergrund stellen als gottwohlgefälliges Lebensziel.

Mit Jesus ist der Schwerpunkt Liebe und Vergebung in unser Leben und in unsere ganze Kultur eingekehrt. Die jüdischen Pharisäer beachteten ja über sechshundert Gebote im Alltag und genaue Speisevorschriften mit Schweinefleisch- Verbot. Jesus hielt die wichtigsten Gebote, aber hat dagegen die Liebe und Vergebung und Barmherigkeit, Nächstenliebe und kreative Hilfsbereitschaft in den Vordergrund gestellt.

Der jüdische Priester in Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter durfte wegen der Reinheitsgebote dem von Räubern Zusammengeschlagenen nicht helfen. Der fremde Samariter aber hilft nachdrücklich und rettet ihn. Er ist für Jesus das Vorbild für alle Menschen und Christen. Jesus selbst hat einen Kranken auch am jüdischen Feiertag geheilt und damit das vierte Gebot übertreten.

Die Spannung zwischen einem korrekten Leben nach den religiösen Geboten und einem Leben in Liebe und Freiheit durchzieht unser Leben. Wenn wir nach dem Vorbild Jesu lieben und uns von ihm geliebt fühlen, können wir am meisten Liebe und Güte verbreiten. Wann konnten wir unentwegt Liebe verbreiten in unserem Leben? Als wir verliebt waren, Sie erinnen sich! Auch den Ehepartner und unsere Kinder und Freunde lieben wir leicht und gern. Mit den Gesetzen und Geboten handeln wir in erster Linie ohne Gefühl und sachlich korrekt.

In der frühen Christenheit gab es bald den großen Konflikt, wieweit die missionierten Juden-Christen weiter einen Teil der jüdischen Gebote halten sollten. Mit dem Gebot, nicht mit Heiden gemeinsam zu essen zum Beispiel, hätten die Christen als jüdische Sekte gelebt. Sie wären keine Weltkirche geworden.

Zum mit Abstand bedeutendsten Missionar der Christenheit wurde dann der Apostel Paulus. Er hatte zuerst die Christen verfolgt und war bei der Steinigung des Apostels Stephanus dabei. Dann war ihm der auferstandene Jesus auf dem Weg nach Damaskus erschienen und hatte ihn zu seinem Jünger berufen. Wie eine Flamme des heiligen Jesus-Geistes zog er durch das römische Reich und gründete unter den Heiden Gemeinden. Nach der Forschung des Lübecker Theologen Schröder verstand er sich berufen zum zweiten Mose, um ein Gottesvolk aus Heidenchristen zu führen. Jemand sagte: Er missionierte deshalb weniger im Festzelt in der Heide, sondern in den Hauptstädten Antiochia, Athen und Korinth und wollte bis Rom und Spanien reisen, um zu missionieren.

Im Neuen Testament erfahren wir auf 130 Seiten von Jesus, seinen Worten und Taten. Achtzig Seiten aber enthalten die Briefe des Paulus. Er hatte begriffen, dass Jesus zwar die Gebote kannte. Durchs Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde (Röm 3,20). Er hat aber die Liebe und die verantwortungsvolle Freiheit und die Vergebung in das Zentrum gestellt. Jesus hat uns erlöst und uns die liebevolle Anerkennung von Gott verschafft (Röm 3,22-24). Wir brauchen sie nicht durch gute Werke zu erwerben.

Zu seinen größten Leistungen gehört auch, dass er Petrus und die anderen Apostel und Judenchristen überzeugt hat, dass die mänliche Beschneidung und die jüdischen Gesetze für die Christen nicht mehr gelten sollten. Zur Freiheit hat uns Christus befreit, so heißt es im Galaterbrief 5,1. Die Judenchristen aber durften jüdische Gebote weiter halten. Dazu haben die beiden Paulus und Petrus ein Apostelkonzil einberufen und sich geeinigt. Petrus sollte die Juden-Mission und Paulus die Heiden-Mission anführen.

Es ist ein weltgeschichtliches Ereignis. Nur durch diesen Kompromiss ist die Weltkirche entstanden. Dreißig Prozent der Weltbevölkerung gehört noch immer zum christlichen Kulturbereich. Früher gab es den kirchlichen Gedenktag: Peter und Paul, abgekürzt von Petrus und Paulus am 29. Juni. Schade, dass wir den Tag nicht mehr gebührend feiern.

In der Reformations-Zeit tauchte der Konflikt zwischen den Christen,wieder auf, welche mit Petrus im Katholizismus damals viele Gebote und Sitten in den Vordergrund stellten und andererseits mit Paulus und mit Luther Freiheit verkündeten. Luther kam durch den Römerbrief zum evangelischen Glauben und schrieb: Von der Freiheit eines Christenmenschen. Wie Petrus und Paulus wollen wir die liebevolle christliche Gemeinschaft bewahren und auch Kompromisse schliessen. Möge der Heilige Geist, der Paulus und Petrus entflammte, heute die Kirche neu begeistern!

Ihr HL-live.de Pastor Heinz Rußmann,

der am Sonntag um 10 Uhr auch für Sie und besonders für seine früheren Oberstufen-Schüler vom Johanneum einen Peter und Paul Gottesdienst hält. Wo? In der anrührenden alten St. Andreas Fischerkirche in Schlutup.

Angeben ist ja verpönt und peinlich, aber als Christ bin ich so frei zu erwähnen, dass ich beim Professor, später Bischof Wilckens meine Examens-Hausarbeit über Paulus und die Heilsgeschichte geschrieben habe. Er hat mich ermutigt und hat sie mit sehr gut bewertet. Auch durch das lange intensive Studieren dabei bin ich bis heute ein Jesus- und Paulus-Fan.

E-mail heinzrussmann@web.de

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Gesetz und Evangelium ist das Motto! Darüber ist die Liebe!

Heinz Rußmann predigt am Sonntag in St. Andreas in Schlutup.

Heinz Rußmann predigt am Sonntag in St. Andreas in Schlutup.


Text-Nummer: 131405   Autor: red.   vom 06.07.2019 10.46

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