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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 18. Juli 2019






Lübeck Summer Academy: Vorträge zu KI und Medizintechnik

Der Einzug der Künstlichen Intelligenz (KI) in die Medizintechnik ist aufsehenerregend: Dank KI können Mediziner Krankheiten zukünftig effizienter und schneller behandeln. Auf der achten Lübeck Summer Academy on Medical Technology (LSA) diskutierten rund 230 Teilnehmer in zwei Keynotes und zehn Fachvorträgen die Themen KI, Regulatory Affairs und Deep Learning.

Zu der Veranstaltung in den Lübecker media docks hatte die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eingeladen. Die neue Technologie stellt die gesamte Branche aber auch vor tiefgreifende Herausforderungen. Zudem wirft die kommende EU-Medizinprodukte-Verordnung für Hersteller bislang ungeklärte Fragen auf.

In seiner Keynote diskutierte Dr. Wolfgang Lauer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Frage, inwiefern Big Data und selbstlernende Algorithmen konventionelle Medizintechnikprodukte zukünftig verbessern oder gar ablösen können. Die neuen Technologien könnten im Gesundheitswesen entscheidend zum Wohl der Menschen beitragen. Künstliche Intelligenz habe das Potenzial, Geräteleistungen in Echtzeit anzupassen, zu optimieren und dadurch die Behandlung von Patienten kontinuierlich zu verbessern. Wichtige Fragen etwa zu Sicherheitsaspekten, zur Integration in bestehende Systeme oder zur Zulassung seien bislang jedoch ungeklärt. Hinzu komme, dass bisherige Regularien nicht für KI-Technologien konzipiert seien.

Auch Professor Dr. Mathias Goyen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und GE Healthcare beschäftigt sich mit den Möglichkeiten einer verbesserten Patientenversorgung, speziell in der Radiologie.

"Künstliche Intelligenz wird Mediziner dabei unterstützen, zutreffende Diagnosen in kürzerer Zeit zu treffen. Für Radiologen heißt das: Sie werden keinesfalls durch Künstliche Intelligenz ersetzt. Wohl aber durch Kollegen, die KI für ihre Arbeit nutzen. Aufgaben, die sich wiederholen und nicht komplex sind, können teilweise automatisiert werden. Insbesondere dann, wenn es nicht um Aufgaben geht, die dem Arzt vorbehalten sind. Radiologen haben so wieder mehr Zeit für Patienten", so Goyen. Großen Diskussionsbedarf gab es zur EU-Medizinprodukte-Verordnung (MPV). Die ab Mai 2020 greifende Verordnung reformiert das geltende Gesetz und ist für sämtliche Akteure der Branche wie Hersteller, Vertreiber, Importeure oder Benannte Stellen bindend – und sorgt aktuell für große Verunsicherung.

"Der Gesetzestext lässt noch viele Fragen offen, bislang gibt es weder Guidance-Dokumente noch offizielle Hinweise", sagte Susanna Dienemann von der Kanzlei Wachenhausen Rechtsanwälte, die in einem Fachvortrag offene Fragen mit den Teilnehmern aus Unternehmen und Behörden vor allem zu der neu geschaffenen "Verantwortlichen Person" in den Herstellerunternehmen nach Paragraf 15 der MPV diskutierte.

Auch darüber hinaus seien Betriebe gut beraten, sich frühzeitig mit der MPV zu beschäftigen und zu prüfen, ob ihre Produkte betroffen sind – zum Beispiel durch eine Höherklassifizierung, so die Rechtsanwältin. Durch die Veranstaltung und die Podiumsdiskussionen führte Professorin Dr. Heike Wachenhausen von der Kanzlei Wachenhausen sowie Dr. Christian Herzog und Alexander Derksen von der Universität zu Lübeck. "Mit fundierten Vorträgen, lebhaften Diskussionen und einer im Vergleich zu 2018 erneut gesteigerten Teilnehmerzahl war die LSA 2019 für die Medizinprodukte-Branche als Informations- und Netzwerkveranstaltung höchst relevant", sagte Dr. Dirk Hermsmeyer von der IHK zu Lübeck.

Der Termin für die Lübeck Summer Academy 2020 ist bereits gesetzt: Am 24. Juni 2020 treffen sich Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland erneut in den Lübecker media docks. Organisiert wurde die LSA 2019 von der IHK zu Lübeck mit Unterstützung durch das Cluster Life Science Nord, Einrichtungen des Lübecker BioMedTec Wissenschaftscampus (Technische Hochschule Lübeck, Universität zu Lübeck und Fraunhofer MEVIS) und die Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA.

Professor Dr. Mathias Goyen sprach in seiner Keynote über die Möglichkeiten einer verbesserten Patientenversorgung, speziell in der Radiologie. Foto: IHK/Tietjen.

Professor Dr. Mathias Goyen sprach in seiner Keynote über die Möglichkeiten einer verbesserten Patientenversorgung, speziell in der Radiologie. Foto: IHK/Tietjen.


Text-Nummer: 131473   Autor: IHK Lübeck   vom 09.07.2019 17.44

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Kommentare zu diesem Text:

Hans-Georg Kloetzen schrieb am 09.07.2019 um 17.55 Uhr:
Warum muss die Veranstaltung einen englischen Namen haben?
Was sind Keynotes, Regulatory Affairs, Deep Learning, Big Data, Guidance-Dokumente? Was ist Health Care?
Hoffentlich haben die 230 Teilnehmer alles verstanden, was da vorgetragen wurde.

Sebastian Berger schrieb am 09.07.2019 um 23.13 Uhr:
@Hans-Georg Kloetzen
Die Teilnehmer werden es wissen, Englisch wurde als globale Sprache festgelegt, nicht die Deutsche. Gäste sind aus dem europäischen Ausland wie im Artikel zu lesen. Wenn Sie nicht wissen, was das alles bedeutet, hat es auch keine Bedeutung für Sie.

Hans-Georg Kloetzen schrieb am 10.07.2019 um 08.28 Uhr:
@Sebastian Berger:
Sie können sich nicht anmaßen, über meine Interessen zu urteilen, ich bin nämlich sehr vielseitig interessiert, andernfalls hätte ich den Artikel gar nicht erst gelesen.
Da die Redner in der Deutschen Sprache im o.g. Artikel zitiert wurden, muss man davon ausgehen dass die Referate auch so gehalten wurden.
Einsprengsel von Englischen Begriffen in Deutschen Texten sind total überflüssig.

Hans Peter schrieb am 10.07.2019 um 11.00 Uhr:
Sehr geehrter Herr Kloetzen,

die gesamte Veranstaltung wurde in englischer Sprache gehalten. Die von Ihnen bemängelte Terminologie ist Standard auf wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Foren dieser Art. Zudem sind grade im Bereich "Regulatory Affairs" konsistente Begriffe wichtig, so dass englische Begriffe nicht immer einen eindeutigen equivalenten deutschen Konterpart besitzen.

Beste Grüße,

Hans Peter

Sebastian Berger schrieb am 10.07.2019 um 11.27 Uhr:
@Hans-Georg Kloetzen
Ich maße mir nicht an, über Ihre Interessen zu urteilen. Aber ich bin jetzt darüber etwas irritiert, das Sie die englische Sprache zum Ausdruck bringen. Weder weiß doch, dass es in Fachbereichen in bestimmter Sprache gesprochen wird, insbesondere dann, wenn der Fachbereich international ist. Wenn dieses Thema jemand interessiert, gehört es auch dazu, nachzuschlagen und zu lernen, was diese Begriffe bedeuten. Gerade im Informationszeitalter und darüber hinaus ist der Zugriff auf Wissen so leicht wie nie. Deshalb verstehe ich Ihren ersten Kommentar auch nicht. Zumal Sie wissen, wie man einen Computer bedient. Im übrigen sind Fachbegriffe aus Fachberufen normal. Sie müssen auch nicht englisch sein, wie z. B. der Grubenhund. Man kann sich jetzt über den Begriff wundern, oder man macht sich eben schlau. Darauf - und nur darauf zielte mein Kommentar ab. Es liegt mir fern, Ihnen etwas zu unterstellen.

Hans-Georg Kloetzen schrieb am 10.07.2019 um 16.12 Uhr:
@all:
Aus dem Bericht von HL-Live geht nicht hervor, dass die Veranstaltung in Englischer Sprache abgehalten wurde. Allerdings wurden die Auszüge aus den Vorträgen in Deutsch zitiert. Deshalb war ich irritiert, dass da mit Englischen Begriffen in scheibar Deutschen Texten gearbeitet wurde.


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