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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 22. August 2019






Lübeck:

SHMF: Nigel Kennedy spielt vor allem Nigel Kennedy

Auftritte von Nigel Kennedy werden lang, wenn er gute Laune hat. "Und heute hat er gute Laune", wusste ein Insider beim Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) am Sonntagabend in der MuK zu berichten. Der britische Geiger hatte eine Solistengruppe und einen Teil des Festival-Orchesters mitgebracht. Für ein ungewöhnliches Programm, wie sich denken lässt.

Es begann mit Johann Sebastian Bach, seinem Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo (BWV 1043). Der einleitende schnelle Satz klang im Zusammenspiel mit dem Orchester reichlich massiv. Nigel Kennedy und sein Kollege Mustafa Saad, Musiker mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, spielten sich die Bälle zu. Im langsamen Mittelsatz klang Bach sehr viel subtiler, und am Schluss hatte das Ohr sich an das Klangbild gewöhnt.

Nigel Kennedy erzählte zu Beginn, dass er den Betrieb mit Dirigenten nicht brauche. Er gab selber mit Kopfbewegungen oder Stampfen mit dem Fuß die Einsätze fürs Orchester. Im zweiten Block kündigte Kennedy eine eigene Komposition an. Er hat in Polen, wo er seine Frau fand und wo er sich gern aufhält, den Roman "Der Magier von Lublin" des jüdischen Autors und Nobelpreisträgers Isaac Bashevis Singer gefunden.

Singer schildert Szenen aus dem Leben eines Zauberers, Lebens- und Liebeskünstlers. Kennedy hat über das Leben im jüdischen Viertel um 1890 eine groß angelegte Musik geschrieben. Gespielt wurde sie in der MuK von seinen Solisten unter Einbeziehung der jungen Orchestermusiker. Swing wechselte mit Jazz oder Folklore und Volksfeststimmung. Der Meister wechselte zwischen Geige und Klavier. Fast eine Stunde dauerte dieser Block mit den Hauptakteuren Rolf Bussalb und Doug Boyle (Gitarren), Peter Adams (Cello), Piotr Kulakowski (Bass) und Slawek Berny (Percussion).

Nach der Pause wurde George Gershwin, der Amerikaner mit jüdischem Hintergrund, ausführlich geehrt. Melodien aus "Porgy and Bess" wurden gespielt, viele weitere Hits, zu denen Kennedy Geschichten erzählte oder Anmerkungen machte. Zum Titel "The Man I love" fiel ihm ein: "Trifft auf mich nicht zu!" Zu "Lady, be Good" bemerkte er: "Ein Widerspruch in sich selbst!" Er sagt das so freundlich, dass es keinen Protest bei den Damen im Saal gibt.

Gegen Ende des Konzertes verneigte er sich vor dem großen Jazzgeiger Stéphane Grappelli, der ihm diesen Zweig der Musik nahegebracht hat. Das Stück, das Kennedy für Grappelli schrieb (Melody in the Wind) sei das letzte gewesen, das Grappelli aufgenommen habe. Danach starb er. Kennedy: "Nicht wegen meiner Musik, sondern weil er 88 Jahre alt war."

Wie war das? "Auftritte von Nigel Kennedy werden lang, wenn er gute Laune hat!" Dieser Auftritt dauerte exakt dreieinhalb Stunden, und seine Fans feierten ihn stürmisch.

Dieser Auftritt von Nigel Kennedy dauerte dreieinhalb Stunden.  Foto: SHMF/Carly Hyde.

Dieser Auftritt von Nigel Kennedy dauerte dreieinhalb Stunden. Foto: SHMF/Carly Hyde.


Text-Nummer: 131576   Autor: TD   vom 15.07.2019 09.58

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