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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 23. Oktober 2019






Lübeck:

Prozess Detlef H.: Fehlerhafte Erinnerung möglich

Das am Montag mit Spannung erwartete aussagenpsychologische Gutachten der Hamburger Sachverständigen Gabriele Teichert zu den Aussagen einer Zeugin, beinhaltet möglicherweise eine Entlastung für den Angeklagten Detlef H. Der ehemalige Leiter des Weißen Rings in Lübeck wurde wegen einer mutmaßlichen exhibitionistischen Handlung angeklagt.

Vor dem Hintergrund ihrer Prozessbeobachtung und nach intensivem Studium der Prozessakten ist die Fachpsychologin für Rechtspsychologie zu dem Schluss gekommen, dass im vorliegenden Fall "Aggravation nicht zurückgewiesen werden kann." Im zeitlichen Verlauf hat es zu bestimmten Sachverhalten unterschiedliche Darstellungen gegeben, ergänzte dazu Oliver Dedow, der Verteidiger von Detlef H. Einige Fakten scheinen sich da verselbständigt zu haben und auch die Gutachterin erklärte es gab im Verfahren "Widersprüche, die sich gedächtnispsychologisch nicht allein erklären lassen".

Die Aussagen entstanden kurz nach 16 Uhr am Ende eines quälend langen Prozesstages. Die Geduld von Zuschauern und Medien wurde auf eine harte Probe gestellt, denn die vermeintlich geschädigte Zeugin Dora M. wurde noch einmal intensiv vernommen. Das geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es ging dabei um ein weiteres Strafverfahren in einer Mietsache, in das die Zeugin verwickelt war, und das mittlerweile eingestellt wurde. Aus den Prozessakten dieses Falles ergaben sich aber weitere Widersprüche zum laufenden Verfahren, so dass auch hier korrektes Erinnerungsvermögen und Glaubwürdigkeit genau überprüft werden mussten.

Über diese groben Fakten wurde die Öffentlichkeit kurz vor Mittag von der Vorsitzenden Richterin Andrea Schulz informiert. Anschließend ging es dann nichtöffentlich weiter. Das aussagenpsychologische Gutachten stand im Mittelpunkt und die Gutachterin legte dem Gericht umfassend dar, welche Gründe für sie entscheidend waren in der Einschätzung des Sachverhaltes.

Schützenswerte Aspekte, die Zeugin Dora M. betreffend, kamen dabei zur Sprache, so dass die Öffentlichkeit am Ende nur eine Zusammenfassung der gutachterlichen Darstellung bekam.

Dabei erläuterte die Gutachterin ihr methodisches Vorgehen und vor allem die umfangreichen Anforderungen, die rechtspsychologisch an ein derartiges Gutachten gestellt werden. In der Zusammenschau wurde dann deutlich, dass nicht auszuschließen ist, dass Fakten im Laufe der Zeit hinzuerdacht wurden und das Erlebte schwerer bewertet worden sein könnte, als es tatsächlich stattgefunden hat. Die Schilderung des eigenen Erlebens der Zeugin steht somit in Frage.

Die Sachverständige ließ am Ende ihrer Einlassung auch noch durchblicken, dass sich an ihrer diesbezüglichen Einschätzung auch durch Beiziehung weiterer Zeugen nichts ändern werde.

Die Staatsanwaltschaft ist nun aufgefordert, am 16. Juli zur erklären, ob sie bereits gestellte Beweisanträge zur Vernehmung weiterer Zeugen aufrechterhalten möchte. Damit wollte Staatsanwältin Magdalena Salska vor allem mutmaßliche Verhaltensmuster des Angeklagten aufhellen, die auch die Glaubwürdigkeitsfrage berühren. Das wollte aber auch Verteidiger Oliver Dedow mit weiteren Beweisanträgen im Sinne des Angeklagten erreichen.

Hinsichtlich des Prozessergebnisses stellt sich somit die Sinnfrage. Sollte die Staatsanwaltschaft auf ihre Zeugen verzichten, würde auch Oliver Dedow seine Beweisanträge zurücknehmen. In diesem Falle könnte es bereits zu einer Urteilsverkündung am 29. Juli kommen.

Über die Plädoyers in diesem Verfahren werden wir leider nicht berichten können. Auf Nachfrage von HL-Live.de erläuterte die Vorsitzende ausführlich, dass die Rechtslage für derart gelagerte Verfahren keine öffentlichen Plädoyers zulässt. Das Urteil wird dann aber wieder öffentlich verkündet - für die zahlreichen Prozessbeobachter, und auch für die erwarteten zahlreichen regionalen und überregionalen Medien, die das Ergebnis dieses einzigen Verfahrens aus einer Reihe von 29 ursprünglichen Anzeigen mit großem Interesse erwarten. Und natürlich auch für Detlef H. und Dora M. Am Rande wird immer wieder deutlich, dass beide das Verfahren hochgradig belastet.

Am Montag wurde der Prozess gegen Detlev H. fortgesetzt. Foto: Harald Denckmann/Archiv

Am Montag wurde der Prozess gegen Detlev H. fortgesetzt. Foto: Harald Denckmann/Archiv


Text-Nummer: 131602   Autor: Harald Denckmann   vom 15.07.2019 17.57

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