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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 23. Oktober 2019






Lübeck:

HL historisch: Vor 525 Jahren starb der Maler Hans Memling

Er gilt als wertvollstes Kunstwerk in Lübeck, der Memling-Altar im St. Annen-Museum, benannt nach dem deutsch-flämischen Maler Hans Memling, für den Lübecker Dom in Auftrag gegeben von der Kaufmannsfamilie Greverade. 435 Jahre stand er im Dom. Dann ging er auf eine 800 Kilometer lang Reise. Vielleicht ist er nur dadurch bis heute erhalten. Am 11. August jährt sich Memlings Todestag zum 525. Mal. Grund genug für einen Rückblick.

Wie bei vielen großen Künstlern ist auch das Geburtsjahr Hans Memlings unbekannt. Niemand wusste schließlich, dass aus diesem Hänschen ein bedeutender Hans werden würde. Die Schätzungen reichen von 1433 bis 1440. Als Geburtsort gilt Seligenstadt im Odenwald. Gestorben ist er in Brügge, wo er seine letzte Ruhestätte fand. Über Memlings frühe Schritte auf dem Weg zum Ruhm gibt es nur Vermutungen. Er könnte im Mainfränkischen gelernt, in Köln als Gehilfe gearbeitet haben, ging dann nach Brügge in Belgien. Dort muss sich der Erfolg bald eingestellt haben, denn der Einwanderer erwarb 1465 das Bürgerrecht, kaufte 1480 ein Steinhaus. Christliche Bruderschaften, reiche Kaufleute erteilten Aufträge. Memling malte nicht nur für Gotteshäuser, sondern war auch ein begnadeter Porträtist.

Den Auftrag für den Lübecker Dom erteilten Adolf oder Heinrich von Greverade. Sie bestellten den Altar, dessen Mitteltafel die Kreuzigung Christi zeigt. Auf einem doppelten Flügelpaar sind Szenen der Leidensgeschichte, aber auch der Auferstehung sowie Heilige zu sehen. 1504 wurde der Altar in einer Kapelle der Nordseite des Domes, der Greveradenkapelle, aufgestellt. 435 Jahre stand er dort, ohne jeden Platzwechsel.

1939 ereignete sich eine schier unglaubliche Geschichte. In Brügge, der Wahlheimat Memlings, wurde eine große Werkschau organisiert, und zwar im Johannis-Hospital, das besonders viele Arbeiten Memlings bewahrt und bis heute als Memling-Museum zeigt. Von der Museumsleitung wurden im In- und Ausland Leihgaben erbeten. Lübeck erreichte die Bitte, den Memling-Altar als besonders wertvolles Stück nach Brügge zu entsenden.


Das Johannis-Hospital in Brügge beherbergt die meisten Arbeiten Hans Memlings. Foto: TD

Diese Entscheidung konnte Lübeck nicht allein treffen. Berlin wurde eingeschaltet. Man mag es kaum glauben: Hitler ordnete an, den Altar des Domes reisefertig zu machen. Der Mann, der mit Transport und Sicherung beauftragt wurde, Hans Schröder, hat darüber einen Bericht verfasst. Zunächst galt es zu entscheiden, auf welchem Weg die Reise angetreten werden sollte. Zu Schiff über Hamburg und Antwerpen? Mit der Bahn? Das hätte Umladen erfordert. Womöglich mit ungeschickten Arbeitern.

So fiel die Entscheidung für die Straße. Eine riesige Holzkiste wurde gebaut. Der Altar wurde nicht auseinandergenommen, die einzelnen Teile vielmehr mit dicken Filzschichten gesichert. Zehn Zentner wog das Gepäckstück. Dem Fahrer wurde eingeschärft, langsam zu fahren. Hans Schröder und der Geschäftsführer der Lübecker Niederlassung der Firma Schenker begleiteten den Transport.

Am 5. Juni 1939 begann die Fahrt. Nach gut zwei Tagen war die Reise geschafft. Der Lübecker Altar wurde in Brügge gebührend bestaunt, auch vom König der Belgier als Schirmherrn der Ausstellung. Ein noch größeres Abenteuer war die Rückführung Anfang Oktober. Inzwischen hatte der Krieg begonnen. Der Westwall und Grenzschließungen erzwangen mehrmals Umwege. Die gut gepolsterte Kiste mit dem wertvollen Schatz kam schließlich doch in Lübeck an. Sie wurde im Dom abgestellt, wegen der Kriegsereignisse nicht ausgepackt. Vielleicht ist das Kunstwerk dadurch gerettet worden. Als am 29. März 1942 auch der Dom nach dem Bombenangriff Feuer fing, schafften "beherzte Männer" die Kiste ins Freie. In einem eigenen Raum ist er seit vielen Jahren im St. Annen-Museum zu bewundern. Die Museumsleitung spricht vom "berühmtesten und kostbarsten Kunstwerk in Lübeck."

Eine weitere Episode rankt sich um den Memling-Altar. Im Sommer 1948 zitiert der "Spiegel" eine Lübecker Zeitung, die im Lokalteil getitelt habe "Lübecks Memling-Altar zu verkaufen". Angeblich war in der Kirchenleitung diskutiert worden, den Altar und andere Kunstwerke zu verkaufen, um den Wiederaufbau der kriegszerstörten Kirchen zu finanzieren. Schon 1933 habe ein Amerikaner sechs Millionen US-Dollar für den Altar geboten. Der Wert müsste gestiegen sein. Lübeck aber verkaufte nicht.

Der Memling-Altar im St.  Annen-Museum gilt als das wertvollstes Kunstwerk in Lübeck. Fotos: TD.

Der Memling-Altar im St. Annen-Museum gilt als das wertvollstes Kunstwerk in Lübeck. Fotos: TD.


Text-Nummer: 131624   Autor: TD   vom 21.07.2019 11.40

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