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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 26. August 2019






Lübeck:

Schleimhautpemphigoid: Lübeck macht Patienten Hoffnung

Stefanie Gärtner (87) aus Hannover, Martin Romberger (53) aus Kassel und Dr. Wilhelm Schütte (71) aus Braunschweig: sie alle leiden an unterschiedlichen Ausprägungen derselben seltenen Krankheit, dem Schleimhautpemphigoid, einer chronisch entzündlichen Blasenbildung auf Schleimhäuten. Sie alle haben eine lange Suche nach der richtigen Diagnose und der geeigneten Behandlung hinter sich, bevor sie diese in der Universitätshautklinik in Lübeck fanden.

Die Forschung zu den Ursachen der Erkrankung und neuen Therapieansätzen ist einer der Schwerpunkte von Prof. Dr. Detlef Zillikens, der die Klinik leitet, und seinem Team. Sie sind damit, zusammen mit Forschern weiterer Kliniken und Universitätsinstitute in Lübeck, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Forschungszentrums Borstel der Leibniz-Gemeinschaft und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön, Teil des Exzellenzclusters der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen (Precision Health in Schleswig-Holstein, PHSH).

Die bisherigen Forschungserfolge haben dazu geführt, dass in Lübeck das weltweit erste Forschungszentrum zu chronisch entzündlichen Hauterkrankungen entsteht, das "Center for Research on Inflammation of the Skin" (CRIS). 2017 hatte der Wissenschaftsrat, das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland, die Errichtung des Zentrums bewilligt. Für knapp 25 Millionen Euro entsteht jetzt zentral auf dem Lübecker Campus ein fünfgeschossiger Forschungsneubau für das CRIS mit 3.048 Quadratmetern Nutzfläche, der 2022 fertig sein soll. Am 15. Juli dieses Jahres war der feierliche erste Spatenstich.

140 Wissenschaftler aus sechs Instituten und zwei Kliniken der Universität und des Universitätsklinikums in Lübeck werden im CRIS fächerübergreifend forschen. Das Schleimhautpemphigoid (griechisch "pemphix" bedeutet Blase) gehört zu den chronisch verlaufenden Blasen bildenden Autoimmunerkrankungen. Ihnen liegt eine gestörte Toleranz des Immunsystems gegenüber dem eigenen Körper zugrunde. In westlichen Ländern sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung von einer Autoimmunkrankheit betroffen.

Durch die häufig schmerzhaften Mundschleimhautveränderungen kommt es häufig zu Schwierigkeiten beim Essen und in Folge zur Gewichtsabnahme und allgemeinen Schwäche.Auch die Bindehäute der Augen können betroffen sein, was zu einer Narbenbildung und im schlimmsten Fall bis zur Erblindung führen kann. Bei Stefanie Gärtner traten die Beschwerden zunächst als Zahnfleischbluten auf, dann begann sie an Augenschmerzen zu leiden.

Bei Dr. Schütte sind vor allem Kehlkopf und Stimmlippen betroffen, seine Stimme klingt heiser. Wie auch Martin Romberger und durchschnittlich etwa zehn weitere Patientinnen und Patienten kommen sie alle vier Wochen für fünf Tage auf die Kurzlieger-Station der Universitätshautklinik in Lübeck.

"Ich bin vor allem darüber froh, dass die Krankheit nach meiner langen Odyssee in verschiedensten Arztpraxen und Kliniken endlich in Lübeck richtig erkannt und dann zum Stillstand gebracht worden ist", sagt Patient Dr. Wilhelm Schütte.

Wegen der derzeit unbefriedigenden, unspezifischen Therapieoptionen fokussieren die Ansätze für mögliche künftige Therapien zum einen auf die Reduktion der Bildung von Autoantikörpern (afferente Phase der Autoimmunreaktion) und zum anderen auf die Beeinflussung der Entzündungsreaktion, die durch die Bindung der Autoantikörper an Haut und Schleimhäuten induziert wird (efferente Entzündungsphase). Auch eine klinische Studie wird derzeit an der Lübecker Klinik durchgeführt.

Prof. Dr. Detlef Zillikens leitet die Klinik mit seinem Team. Archivfoto: Uni

Prof. Dr. Detlef Zillikens leitet die Klinik mit seinem Team. Archivfoto: Uni


Text-Nummer: 132133   Autor: Uni Lübeck/Red.   vom 09.08.2019 10.46

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