Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 26. August 2019






Lübeck:

Sind Namen Schall und Rauch?

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende der Bedeutung von Namen nach. Sind die Schall und Rauch? Anlass für die Überlegungen ist eine Begegnung im Urlaub.

Im Urlaub trafen wir ein großes Wohnmobil. Es wurde von einem Ehepaar so um die 60 gefahren Vorne hinter der Windschutzscheibe lagen zwei große Zettel. Vor dem Fahrersitz lag ein Schild mit einem riesigen "Jürgen" darauf, vor dem Beifahrersitz eines mit einem genauso großen "Renate. (Ich habe die Namen geändert, hoffentlich findet sich kein Paar, das wirklich so heißt).

Mich hat das beschäftigt. Warum macht jemand so etwas? Ich fand es immer schon schrecklich, wenn ich auf irgendwelchen Tagungen ein Namensschild tragen musste. Ich behalte Namen sehr schlecht, so dass mir Namensschildchen eigentlich helfen müssten, aber ich hatte immer das Gefühl, dass man dadurch den Menschen selbst sehr viel schlechter kennen lernt.

Manchmal müssen solche Schilder natürlich sein. In Geschäften sind sie hilfreich, dadurch kann man das Personal dort besser ansprechen. Auch bei Lastwagenfahrern kann ich es verstehen, so sehen sie vielleicht, ob sie einen Kumpel treffen, fühlen sich nicht mehr so anonym. Aber sonst?

Wir haben – ohne riesige Schilder hinter der Windschutzscheibe - viele nette WohnmobilfahrerInnen getroffen, haben nett geschnackt, manchmal auch Namen ausgetauscht oder sogar Adressen. Aber das hat sich so ergeben.

Natürlich ist ein Name etwas Besonderes. Obwohl jede und jeder einen Namen hat, ist es besonders. Einige sind glücklich mit ihrem Namen, andere nicht. Namen können Schicksal sein, so wie es eine Zeitlang "Kevin" war.

Ich kenne Menschen, die so unglücklich mit ihrem Vornamen waren, dass sie ihn geändert haben. Das kann ich mir gar nicht vorstellen, denn auf den Namen reagiert man instinktiv. Wer bei der Hochzeit den eigenen Namen aufgegeben hat, kann das ein Stück weit nachempfinden.

Namen verbinden. Wenn jemand meinen Vornamen hat, fühle ich mich ihr verbunden. Meine älteste Freundin heißt wie ich. Wir kennen uns seit über 40 Jahren, unser Name hat uns damals sofort aufeinander aufmerksam gemacht.

Namen zeigen Zugehörigkeit. Deshalb haben Familien den gleichen Nachnamen, es zeigt, dass man zusammengehört. Der Namenswechsel bei der Hochzeit ist auch deshalb so schwierig, weil plötzlich nicht mehr zu erkennen ist, zu welcher Familie ich eigentlich gehört habe. In Oldenburg, wo viele meinen Vater in guter Erinnerung hatten, fiel es mir besonders auf, weil es sich erst langsam herumsprach, dass ich zu ihm gehörte und nicht zu einem mir völlig unbekannten Pastor Naß.

"Namen sind Schall und Rauch", heißt es bei Goethe im Faust. Danach scheint es egal zu sein, wie wir heißen, ob Pumuckel oder Seewind. Unsere tägliche Erfahrung, das Leiden und die Freude an unserem Namen, die Sorgfalt, mit der werdende Eltern den Namen aussuchen, sagen etwas anderes.

Doch Namen sind wichtig. Beim Propheten Jesaja wird von Gott berichtet, der sagt: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." Vielleicht haben Sie diese Worte schon einmal gehört, als Tauf- oder Konfirmationsspruch.

Das klingt erst einmal sehr fromm. Aber ein Erlöser damals hatte erst einmal mit Glauben nichts zu tun. Erlöser war derjenige Mensch, der einen anderen aus der Sklaverei freikaufte, meistens ein Verwandter oder Freund.

Damals lebte das Volk Israel im Exil im heutigen Irak, so dass es auch ganz wörtlich gemeint war, dass Gott sie befreien, erlösen will. Uns kann und will er freikaufen aus anderen Abhängigkeiten, die uns unfrei machen, versklaven.

Er macht es nicht anonym. Gott sagt nicht: "He, du da!" oder: "Die vorne links in der 3. Reihe, die Blonde, nicht die Braunhaarige", sondern er kennt uns, er kennt unsere Namen, er ruft uns bei unserem Namen. Er braucht auch keine Namensschilder, denn er kennt uns durch und durch.

Vielleicht habe ich deshalb nie das Bedürfnis gehabt, meinen Namen groß vor mir herumzutragen, weil ich weiß, dass der wichtigste ihn kennt: Gott.

Selbst wenn ich meinen Namen ändere oder er sich durch die Umstände ändert, weiß Gott, wer ich bin. Er kennt mich.

Weil er meinen Namen ruft, gehöre ich zu ihm. Für mich ist das immer wieder tröstlich, dass es Gottes Ruf ist, weshalb ich zu ihm gehöre, dass er mich aus Schwierigkeiten freikauft, dass er weiß, wer ich bin. Ich muss ihn nicht auf mich aufmerksam machen, er tut es einfach.

Sicher fanden Jürgen und Renate es einfach nur lustig, solche Schilder ins Auto zu legen. Es macht auf sie aufmerksam und zeigt den Stolz, dass ihnen dieses Wohnmobil gehört.

So gehören wir zu Gott, der uns kennt, auch ohne Namensschilder. Wir können dankbar und stolz sein, dass wir zu ihm gehören.

Ellen Naß geht in den Gedanken zum Wochenende der Bedeutung von Namen nach.

Ellen Naß geht in den Gedanken zum Wochenende der Bedeutung von Namen nach.


Text-Nummer: 132153   Autor: red.   vom 10.08.2019 10.10

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.