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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 15. November 2019






Lübeck:

Beim SHMF wurde der 18. Leonard Bernstein-Preis verliehen

Zum 18. Mal wurde im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) der Leonard Bernstein-Award verliehen. Vertreter der Instrumentengruppen konnten in der Vergangenheit die Ehrung entgegennehmen. Sogar ein Orgelvirtuose und ein Dirigent waren dabei. Dieses Mal war die menschliche Stimme "dran". Die kanadische Sängerin Emily D'Angelo erhielt am Freitag in der MuK den mit 10.000 Euro dotierten Preis.



Die Verleihung ist auch ein gesellschaftliches Ereignis, weshalb zunächst Ministerpräsident Daniel Günther ans Rednerpult trat. Er entbot seinen Gruß dem Landtagspräsidenten Klaus Schlie, Abgeordneten des Landtags, dem Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, Reinhard Boll – die Sparkassenfamilie stiftet seit 2002 jährlich das Preisgeld – und als Vertreterin der Leonard Bernstein Society Tochter Nina Bernstein Simmons aus den USA.

Abweichend vom vorher verbreiteten Redemanuskript ließ der Ministerpräsident eine ausführliche Würdigung der Preisträgerin weg. Aus deren Leben hatte ganz am Anfang die Moderatorin Jessica Schlage bereits berichtet. Der MP war sich sicher: "Es wird eine tolle Veranstaltung!" Diese Preisverleihung sei jedenfalls für ihn ein Höhepunkt im sommerlichen Terminkalender.

Die mit Vorschusslorbeeren bedachte Preisträgerin kam nicht sofort auf die Bühne. Vorher stand die Ouvertüre zu Mozarts "Hochzeit des Figaro" auf dem Programm. Auf dem Podium saß das Schleswig-Holstein Festival Orchestra, eins der besten Jugendorchester auf Zeit. Ans Pult trat Christoph Eschenbach, der tags zuvor mit der Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein bedacht worden war. Spritzig und in zügigem Tempo erklang die Opern-Ouvertüre.

Danach gehörte die Szene der 25 Jahre alten Mezzosopranistin Emily D'Angelo aus Toronto beziehungsweise jetzt New York City. Sie begann ihre Vorstellung ebenfalls mit Mozarts "Figaro", mit der Arietta des Cherubino: ein junger Mann in Mädchenkleidern, um der Gräfin nahe zu sein, für die er schwärmt. Emily D'Angelo sang italienisch, legte große Leidenschaft in ihre Stimme.

Anschließend erhielt sie Gelegenheit zur Gestaltung einer Solokantate von Gioachino Rossini, "Giovanna d'Arco". Hier blühte die Stimme dramatisch auf. Die Sängerin konnte auftrumpfen. Eine Arie aus Mozarts "La Clemenza di Tito" schloss sich an, auch sie kam der dramatisch aufflammenden Stimme entgegen. Bei der Übergabe des Preises durch Präsident Reinhard Boll erinnerte Nina Bernstein Simmons an ihren Vater. Obwohl der bereits vor 29 Jahren gestorben ist, sei er im Geiste sicherlich anwesend.

Bisher hatten die jungen Musiker Oper begleitet. Nach der Pause wurden sie zum Sinfonieorchester. Auch an diesem Abend gab es eine Verbeugung vor Johann Sebastian Bach. Er wurde allerdings nicht im Original gespielt, sondern war von anderen Komponisten als Ideengeber genutzt worden. Arthur Honegger hat für Präludium und Fuge C-Dur (BWV 545) ein neues Gewand geschneidert, glänzend aufpoliert für großes Instrumentarium.

Ganz anders das folgende Stück, das Anton Webern nach einem Thema aus dem "Musikalischen Opfer" gestaltet hat. Sein Ricercare für sechs Stimmen begann vergeistigt, zart. Christoph Eschenbach führte es dann auch zum Forte.

Nach einer Umbaupause wurde das Publikum mit einer musikalischen Burleske bekannt gemacht, mit der Musik zu einem "schwarzen Ballett" von Bernd Alois Zimmermann, der sich durch die Dramen über "Ubu Roi" des Franzosen Alfred Jarry anregen ließ. Zimmermann zitiert viele Kollegen, Bach, Beethoven, Berlioz, besonders deutlich Richard Wagner. Aber nichts bleibt im Original, alles wird grell verzerrt, gesteigert zu einem grotesken Hexentanz.

Neue Instrumente sind hören, Gitarren, auch elektrisch, mehrere Tasteninstrumente, fünf Kontrabässe, viel Blech, ausgiebiges Schlagwerk. Da tobten in der hinreißenden Wiedergabe durch das großartige Orchester die Elemente, wurde der grausame Spaß auf die Spitze getrieben. Natürlich gab es riesigen Applaus für die Musiker und ihren "Principal Conductor" Christoph Eschenbach.

Die kanadische Sängerin Emily D´Angelo wurde mit dem Leonard Bernstein-Preis geehrt. Fotos: Thomas Willam

Die kanadische Sängerin Emily D´Angelo wurde mit dem Leonard Bernstein-Preis geehrt. Fotos: Thomas Willam


Text-Nummer: 132314   Autor: TD   vom 17.08.2019 09.10

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