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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 21. September 2019






Lübeck:

Neues Naturkundezentrum für Lübeck erscheint am Horizont

Seit Jahren sind die spektakulären Urzeit-Funde aus Groß Pampau ein wesentlicher Bestandteil des Lübecker Museums für Natur und Umwelt. Sie könnten jetzt die Grundlage für ein neues Natur- und Umweltzentrum werden. Bürgermeister Jan Lindenau und Kultursenatorin Kathrin Weiher informierten sich am Freitag vor Ort. Sie hoffen jetzt auf eine Förderung von Land und EU für das Millionenprojekt.



Man sah dem langjährigen und erfahrenen Grabungsleiter Gerhard Höpfner seine Freude an, schließlich hatte er bereits dem Ministerpräsidenten Daniel Günther und Landtagspräsident Klaus Schlie und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel die sensationellen Funde seines Grabungsteams präsentiert, nur der Lübecker Bürgermeister hatte sich noch nicht an den Ort begeben, der mittlerweile zu einer Pilgerstätte für Urzeitforscher aus aller Welt geworden ist.

Lange schon ist ein neues Lübecker Natur- und Umweltzentrum im Gespräch und Jan Lindenau wurde hellhörig, als Gerhard Höpfner die letzte Einwohnerfragestunde nutzte, um - durchaus ein wenig verbittert - einmal nachzufragen, was eigentlich die lange versprochene Umsetzung der längst beschlossenen Initiative macht. "Alle waren dafür, aber es passiert nichts", äußerte er seinerzeit gegenüber HL-live.de. "Wir wollen doch diese einzigartigen Funde in der Hansestadt Lübeck ausstellen", betonte er nachdrücklich. Begeistert war er, als Jan Lindenau gleich am folgenden Tag für sich selbst und Kultursenatorin Kathrin Weiher einen Besuchstermin für die berühmte Grabungsstätte klargemacht hat, denn nur vor Ort gewinnt man ein klares Bild von der großartigen Leistung des Grabungsteams.


Gerhard Höpfner erläuterte den Gästen seine Funde.

So arbeiteten sich denn Bürgermeister Lindenau, Kultursenatorin Weiher, begleitet von Susanne Füting vom Museum für Natur und Umwelt und Martina Wagner von der stets hilfreichen gemeinnützigen Sparkassenstiftung durch die in mühevoller Kleinarbeit präparierten Exponate von urzeitlichen Riesenhaien, Robben und Walen. Weitere Funde von Muscheln, Meerespflanzen und weiteren tierischen und pflanzlichen Fossilien erschließen den Fachleuten den gesamten Lebensraum der Ur-Nordsee von vor elf Millionen Jahren.

Und diese Fachleute kommen aus der ganzen Welt nach Groß Pampau, um sich ein Bild von der außergewöhnlichen Grabungsstätte zu machen. Die berühmtesten geologischen und paläontologischen Institute entsenden Grabungsteams zur unterstützenden Sicherung der bedeutenden Funde. Gerhard Höpfner bekommt leuchtende Augen wenn er davon erzählt. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Groß Pampau wahrscheinlich der Ort mit der höchsten Akademikerdichte der Welt, erklärt er mit leichtem Schmunzeln.

Das Grabungsteam weiß genau, dass in den oberen Glimmertonen von Groß Pampau in den kommenden Jahren mit weiteren sensationellen Funden zu rechnen ist. All das, was es bisher schon gibt und was danach noch kommen wird, soll natürlich der Wissenschaft und der Öffentlichkeit in geeigneter Weise zugänglich gemacht werden. Von daher ist ein neues Natur- und Umweltzentrum, das in zeitgemäßer Weise die Erkenntnisse vermittelt und als Schulungszentrum für den akademischen aber auch den schulischen Bereich dienen soll, der große Wunsch der Naturforscher.

Das kann selbst ein sehr gutwilliger Lübecker Bürgermeister nicht sofort aus dem Stand zusagen, da damit erhebliche Investitionen verbunden sind. Aber er ist bereits initiativ geworden, die Angelegenheit einmal anzuschieben. Als Gastgeschenk brachte er Gerhard Höpfner und seinem Team einen Brief mit, der bereits an das Land Schleswig-Holstein gerichtet ist, da ein solches Projekt Landesmittel und wegen seiner überragenden Bedeutung für die Wissenschaft wohl auch auf Mittel der Europäischen Union zählen kann, wenn es denn einmal ernsthaft los geht.

Erleichterung daher bei Gerhard Höpfner und seinem designierten Nachfolger Andreas Malchow aus Hamburg, dass es erkennbare Schritte gibt, dass endlich etwas passiert. Beide eint die absolute Leidenschaft für die wissenschaftliche Sicherung des urzeitlichen Geschehens. Malchow liegt dabei uneingeschränkt auf der von Gerhard Höpfner eingeschlagenen Linie. "Wir wollen den Weg mit Lübeck gehen", sind sie sich absolut einig.

Jan Lindenau denkt da schon weiter. Er sieht eine Verbindung zu seinen Digitalisierungsinitiativen und wird auch versuchen, die dortige Forschung mit den Exzellenzinitiativen der Lübecker Universitäten in Verbindung zu bringen. "Man muss das auch virtuell verdeutlichen", erläuterte er dem Grabungsteam und berichtete von einer Begebenheit, als er einmal mit einer 3-D Brille auf der Nase mit den Armen ruderte und seine Umgebung erstaunt fragte, was er gerade treibt. "Ich habe nur gerade einem Hai die Nase gestreichelt", erklärte er den erheiterten Umstehenden. So etwas in einem Haus, das der Erhaltung der Lebensgrundlagen, dem Arten- und Naturschutz und der wissenschaftlichen Erforschung der Urgeschichte Schleswig-Holsteins gewidmet ist, konnten sich an diesem Tage alle gut vorstellen.

Im O-Ton hören Sie Bürgermeister Jan Lindenau, Senatorin Kathrin Weiher und Susanne Füting, Leiterin des Museums für Natur und Umwelt.

Senatorin Kathrin Weiher und Bürgermeister Jan Lindenau informierten sich über die Grabungen in Groß Pampau. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann

Senatorin Kathrin Weiher und Bürgermeister Jan Lindenau informierten sich über die Grabungen in Groß Pampau. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 132445   Autor: Harald Denckmann   vom 23.08.2019 23.12

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