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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 21. November 2019






Lübeck:

Minigolf in der Kathedrale?

In ihren Gedanken zum Wochenende berichtet Pastorin i.R. Ellen Naß von einem besonderen Urlaubserlebnis: In der Kathedrale in Rochester hat eine Minigolfanlage eröffnet. Ist das mit der Funktion eines Gotteshauses vereinbar?


Die Minigolfanlage in der Kathedrale von Rochester. Foto: Ellen Naß

In der Kathedrale in Rochester im Süden Englands wurde eine Minigolfanlage eröffnet. Wir haben es selbst gesehen. Das stand in "The Times", es ging durch alle Nachrichten. Ich weiß nicht, ob es auch in Deutschland irgendwo erwähnt wurde.

Inzwischen soll in der Kathedrale von Norwich eine historische Riesenrutsche aufgebaut und zum Rutschen freigegeben worden sein.

Das erscheint in Großbritannien nicht besonders bemerkenswert. Die anglikanische Kirche hat wenig Geld, sie hat viele Kirchen verkauft. Wir haben Kirchen schon als Antiquitätenläden, Buchläden, Restpostenmärkte, Fitnesscenter und als Wohnhäuser erlebt. Es sieht immer merkwürdig aus, wenn neben einer Kirche Wäsche auf der Leine flattert und ein Auto parkt, aber in Großbritannien sieht man das häufiger.

Ich finde es auch immer ein wenig traurig, solch ein Gebäude zu sehen. Ich muss immer daran denken, wie viel Zeit, Kraft, Geld und Herzblut Menschen einmal eingesetzt haben, um diese Kirchen zu bauen.

Auch in Lübeck haben wir ja kirchliche Gebäude, die nicht mehr als Kirchen genutzt werden, die Petrikirche in der Innenstadt zum Beispiel. Das ist ja auch sinnvoll, wir haben so viele Kirchen in der Altstadt. Aber wenn ich an die Diskussionen denke, die es gab, als Jonathan Meese ausstellte, mag ich mir gar nicht vorstellen, was Lübecker zu einer Minigolfanlage sagen würden.

Das Bemerkenswerte an dieser Minigolfanlage und der Rutsche in der Kathedrale war, dass die beiden Kirchen noch Kirchen sind. Als wir die Minigolfanlage besichtigten, fand in einem anderen Teil der Kathedrale ein Gottesdienst statt. Man hörte Lieder und Gebete. Es ist also so, als wäre mitten im Kirchenschiff der Marienkirche solch eine Anlage.

Wie so häufig, haben die Geistlichen gute Gründe dafür genannt. Kirche sollte lebendiger werden, attraktiver. Das kann ich gut verstehen. Wenn ich auch gerne die Ruhe im Gottesdienst genieße, weiß ich, dass die meisten damit nichts anfangen können. Für viele ist es einfach langweilig, und die alten Formen kennt und versteht kaum jemand.

Andererseits ist das nicht die ganze Wahrheit. Als ich noch gearbeitet habe, habe ich in Gottesdiensten auch mit der Gemeinde diskutiert, wir haben geklatscht, gebastelt, getanzt, gemalt, nicht jeden Sonntag, aber immer mal wieder. Wahrscheinlich waren bei den Schulanfängergottesdiensten viele überrascht, dass alles so anders war als erwartet.

Es gibt viele neue Gottesdienstformen in unseren Kirchen, nicht nur zum Schulanfang. Pastorinnen und Pastoren versuchen, immer wieder neu und lebendig Gottes Botschaft verständlich zu machen.

Gottes Wort ist lebendig und wirksam, so heißt es im Neuen Testament (Hebräer 4,12). Wenn etwas lebendig ist, dann ändert es sich auch, nicht der Inhalt, aber die Art und Weise, wie der Inhalt weitergegeben wird.

Wir Menschen bleiben ja auch wir selbst und ändern uns doch, gehen mit der Zeit, sehen anders aus, und trotzdem sind wir wir selbst.

So bleibt auch Gottes Wort erhalten und ändert sich trotzdem.

Die Minigolfanlage in der Kathedrale soll Menschen helfen, über Brücken zu anderen nachzudenken, sagten die Pastoren. Den Zusammenhang habe ich nicht verstanden. Minigolfspielen, ob in einer Kathedrale oder anderswo, würde mich nur frustrieren und entnerven, weil ich es nicht kann. Mir würde da eher der Gedanke kommen, dass Gott mich tröstet und aufbaut, wenn ich versage.

Aber vielleicht hilft sie ja doch jemandem. Ich will das nicht ausschließen. Vielleicht erfährt dort jemand Gottes Nähe, der oder die sie sonst nicht erfahren hätte.

Das lebendige Wort Gottes kann uns immer und überall treffen, warum also nicht auch auf einer Minigolfanlage oder einer Rutsche. Vielleicht haben Sie es ja auch schon einmal erlebt, dass Sie spürten, dass Gott da ist, in Ihrer Nähe.

Dann weiß man plötzlich, dass und wie es weitergeht, auch wenn man vorher keinen Weg sah, fühlt sich getröstet und gestärkt.

Das kann überall und immer geschehen, denn Gottes Wort ist lebendig. Am Wahrscheinlichsten aber wird es in Kirchen sein und in Gottesdiensten. Dort erinnert alles an ihn, dort sind wir offener. Andere sind da, die uns helfen, die auch auf der Suche sind.

Deshalb hoffe ich, dass unsere Kirche weiterhin bewahrt, was war – und sich bemüht, Gottes Wort immer wieder neu zeitgemäß zu sagen und zu tun.

Pastorin i. R. Ellen Naß berichtet von einem besonderen Urlaubserlebnis.

Pastorin i. R. Ellen Naß berichtet von einem besonderen Urlaubserlebnis.


Text-Nummer: 132447   Autor: red.   vom 24.08.2019 10.25

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