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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 22. September 2019






Lübeck:

Der Israelsonntag vergisst den Antisemitismus nicht!

HL-live.de Pastor Heinz Rußmann geht in seinen Gedanken auf den "Israel-Sonntag" ein. Er erzählt seine ganz persönliche Geschichte zu diesem Thema und ruft zurr Verständigung und Sympathie auf.

Am vergangenen Sonntag war in der Kirche der Israel-Sonntag. Es drängt mich, heute zum wiederholten Mal daran zu erinnern, weil er so ein wichtiger Tag der Besinnung und Buße ist.

Es ist doch ein Glücksfall für uns in Lübeck zu leben, in einer der schönsten historischen Städte in Deutschland! Die Alt-Stadt ist auf einem fünfzehn Meter hohen, ovalen Hügel gelegen, der von Flüssen umgeben ist. Dort versuchen sieben grüngoldene, bis 125 Meter hohe Kirchtürme Gottes Himmel an unserer Stadt festzunageln. Ein Gang durch unsere historishe Alt-Stadt mit Rathaus und Heiligen-Geist-Hospital ist eine Fremden- Attraktion und für uns Lübecker eine Freude.

Aber am Rand der Bürgersteige kann man viele Messing-Gedenk-Plaketten sehen mit Namen früherer Lübecker und Konzentrationslager. Sie speichern mörderische Erinnerungen! Sie erinnern daran, dass in der Nazi-Zeit deutsche Staatsbürger mit jüdischer Abstammung dort zu Haus gefangen genommen wurden und in Konzentrationslagern zum großen Teil wie im Käfig vergiftet und ermordet wurden. Es waren millionen von normalen deutschen Mitbewohnern, Nachbarn, Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Ärzten und Kaufleuten und anderen. Von diesem Weltrekord der Hölle berichten Stephane Bruchfeld und P. Levine im Taschenbuch: Erzählt es euren Kindern.

Viele Lübecker wurden früher in den Nationalsozialismus hineingezogen. Darüber schreibt der Journalist Rolf Winter in seinem Buch "Hitler kam aus der Dankwartsgrube". Man weiß nicht, wieviele verarmte Lübecker sich neutral verhielten, oder kritisch waren und keine Antisemiten.

Durch glückliche Fügung konnte ich judenfreundlich heranzuwachsen. Meine judenfreundlichen Eltern haben nach dem Krieg für die Synagoge in der St. Annenstraße Brot gebacken in ihrer Bäckerei in der Wahmstraße. Die überlebenden Juden hatten Mehlsäcke aus den USA erhalten, brachten sie zu uns als gute Bekannte und ließen bei uns daraus Brote backen. Dadurch hatten mein großer Bruder, meine Schwester und mein Cousin freundlichen Kontakt zu den jüdischen "Onkeln und Tanten" wie Bollek Gruszka.

Beim Theologie-Studium später war das Alte Testament ein Schwerpunkt. Noch später habe ich Kurse gegeben an der Volkshochschule Lübeck für biblisches Hebräisch für Anfänger. Als Gemeindepastor habe ich im jüdisch-christlichen Arbeitskreis in Lübeck mitgearbeitet. Der heutige Krieg in Israel ist übrigens ein ganz anderes Thema.

Ich erzähle das alles so persönlich, um deutlich zu machen, dass es schrecklich und unhuman ist, wenn heute der Antisemitismus weiter lebt, ja an manchen Stellen wieder auflebt. Nach allem, was wir Deutschen den Juden an Mord und Unmenschlichkeit angetan haben, sollten wir immer wieder um Vergebung für unsere Vorfahren bitten und uns für Verständigung einsetzen und Juden verteidigen gegen Antisemitismus. Gute Kontakte sollten wir fördern, Verständigung und Sympathie.

Juden, Christen und auch Moslems haben ja verschlungene gemeinsame Wurzeln durch das Alte Testament und verehren seit je den einen Schöpfer und auch Abraham und Moses mit den Zehn Geboten. Dann gab es Feindschaft wegen der Auslegung. Rassistischen Antisemitismus gibt es übrigens erst seit dem 18. Jahrhundert. Wir können heute noch nicht einfach gemeinsam beten, aber unter demselben gütigen Schöpfer-Gott uns gegenseitig achten. Gemeinsam können wir erkennen, wer der wahre Gott ist, der Frieden und Nächstenliebe, Glauben und Hoffnung fordert und fördert.

Gottes bleibende Treue und seine Liebe verbindet uns mit dem Schöpfer und dem Vater von Jesus Christus. Er ist für Dich und mich immer da!

Euer HL-live.de Pastor Heinz Rußmann

Heinz Rußmann erzählt seine ganz persönliche Geschichte zum Antisemitismus.

Heinz Rußmann erzählt seine ganz persönliche Geschichte zum Antisemitismus.


Text-Nummer: 132581   Autor: red.   vom 31.08.2019 10.25

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