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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 11. November 2019






Lübeck:

Prozess Detlef H. - Urteil am 23. September

Am Montag war bereits der achte Verhandlungstag gegen Detlef H., den ehemaligen Leiter der Lübecker Zweigstelle des Weißen Rings. Ein Ende des Verfahrens ist jetzt abzusehen. Weitere Beweisanträge können noch gestellt werden. Dafür wurde vom Gericht eine Einreichungsfrist gesetzt. Die Anträge könnten gegebenenfalls am 17. September verhandelt werden und die nichtöffentlichen Plädoyers könnten dann auch gehalten werden. Die Urteilsverkündung ist zunächst für den 23. September terminiert.

Drei Zeuginnen standen für den achten Verhandlungstag auf der Agenda des Gerichtes. Zwei Zeuginnen hat die Staatsanwaltschaft benannt, eine Zeugin die Verteidigung.

Das Muster ist dabei allen Prozessbeteiligten mittlerweile gut vertraut. Die Staatsanwaltschaft versucht dem Angeklagten ein Verhaltensmuster als aufdringlicher Frauenheld nachzuweisen. Die Verteidigung versucht durch Beibringung von Zeugen die Glaubhaftigkeit der Aussage der Hauptbelastungszeugin und Nebenklägerin Dora M. zu erschüttern.

Da die Wahrheit bekanntermaßen vielschichtig ist, kommt im Verlauf der Aussagen so einiges Ungereimtes zusammen. Beide Zeuginnen der Staatsanwaltschaft sind zum Zeitpunkt der Verhandlung gesundheitlich hochgradig belastet. Das Gericht ordnete daher für die Befragung der Zeugin Barbara E. die Verhandlung ohne Zuschauer und den Angeklagten Detlef H. an, bei der Zeugin Inka L. durfte die Öffentlichkeit anwesend sein, aber der Angeklagte war für die Dauer der Aussage ausgeschlossen.

Die Aussage der Zeugin Barbara E. wurde daher von der Vorsitzenden Richterin Andrea Schulz für die Prozessöffentlichkeit zusammengefasst. Im Jahre 2011 erfolgte eine Kontaktaufnahme mit dem Weißen Ring, Hilfe und anwaltliche Unterstützung wurde gewährt und eine Freizeit auf einem Reiterhof, dessen Betreiber Unterstützer des Weißen Rings waren. Dabei soll es zu Annäherungen seitens Detlef H. gekommen sein, die Zeugin hat energisch widersprochen, angekündigt den Vorfall zu melden und wurde anschließend von Detlef H. nach Hause gefahren. Eine Anzeige wurde offenbar nicht erstattet, stattdessen versuchte sie, den Fall über den Frauennotruf, eine Lokalzeitung, Bürgermeister Bernd Saxe und diverse politische Parteien in die Öffentlichkeit zu tragen.

Irgendwann soll sie dann einen Anruf erhalten haben, sich doch einmal beim Spiegel zu melden. Sie dachte, der Fall würde überregional anonym im Zusammenhang mit weiteren Vorfällen dargestellt, war dann aber überrascht, sich auf der Titelseite der Zeitung wiederzufinden. Der Lübecker Frauennotruf hat ihr mittlerweile Hausverbot erteilt. Das wurde vom Gericht auf Nachfrage bestätigt. Gründe für diese Maßnahme wurden nicht genannt.

Die Zeugin Inka L. ist selbst beim Weißen Ring tätig. Als ihr Ehemann im Jahre 2016 verstarb, hatte man in ihrer Dienststelle den Eindruck, dass sie schwer darunter litt und ihr nahegelegt, sich doch einmal für ein Fortbildungsseminar des Weißen Rings in Schwerin anzumelden. Bereits im Vorfeld nahm Detlef H. dann Kontakt zu ihr auf und schlug ihr auch vor, in Schwerin gemeinsam eine Theatervorstellung zu besuchen. Im Zuge dieses Besuches kam es dann zu mutmaßlichen Annäherungsversuchen von Detlef H, besonders auf dem Rückweg zum Hotel. Die Zeugin berichtete von Komplimenten, die sie als aufdringlich empfand. Erstaunlicherweise gestattete sie aber einen Kuss, in der Absicht, wie sie darlegte, um ihn loszuwerden. Im Hotel angekommen weichen die Darstellungen wieder ab. Die Zeugin behauptet, mit einer Kollegin im Eingang stehen geblieben zu sein, Detlef H. glaubt sich genau zu erinnern, dass sie noch mit auf sein Zimmer gekommen ist, um eine Marzipanspende für ihre Dienststelle mitzunehmen. Die Verteidigung legte dem Gericht zahlreiche Emails vor, die im Umkreis dieses Geschehens von der Zeugin an Detlef H. gerichtet waren. Da war von Marzipan und Wein die Rede, und ständig von "Vielem Dank", "herzlichen Grüßen", "lieben Grüßen" und guten Wünschen für einen geruhsamen Advent.

Inka L. erzählte auch einer Kollegin des Weißen Rings von dem Vorfall. Die Kollegin war schwer sauer, und bestand auf einer Entschuldigung von Detlef H. Der hat die Dienststelle daraufhin aufgesucht und sich entschuldigt; die Entschuldigung wurde auch von Inka L. angenommen.

Was ist vorwerfbar? Was ist strafrechtlich relevant?, warf die Vorsitzende abschließend zur Klarstellung noch einmal ein und merkte deutlich an: Die Ermittlungen in dieser Sache wurden eingestellt, es gab keine Nötigungen, es gab keine Nachstellungen.

Die Zeugin der Verteidigung, Ariane D., hatte mit der Hauptbelastungszeugin Dora M. von Juni bis April 2016 ein Mietverhältnis begründet. Eine Anzahlung wurde geleistet, danach sah Ariane D. kein Geld mehr. Abmahnungen mit Hilfe des Anwalts von Haus&Grund und Ratenzahlungsvereinbarungen, die nicht eingehalten wurden, folgten. Dann der Vorwurf der unsachgemäßen Wohnungsnutzung, der Schimmelbefall nach sich zog. Die Nebenklage fragte nach, ob die Heizung auch funktionierte. Von einer Fehlfunktion war der Zeugin nichts bekannt. Die Nachbarn von Dora M. waren langjährige Mieter bei der Zeugin. Die Mietverhältnisse bestanden regulär, ohne ähnlich gelagerte Beschwerden der Mieter.

Weitere Beweisanträge könnten noch kommen. Der Prozess wird am 17. September fortgesetzt.

Detlef H. und sein Anwalt Oliver Dedow bei der Einlasskontrolle des Gerichts. Foto: Harald Denckmann

Detlef H. und sein Anwalt Oliver Dedow bei der Einlasskontrolle des Gerichts. Foto: Harald Denckmann


Text-Nummer: 132797   Autor: Harald Denckmann   vom 09.09.2019 18.41

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