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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 17. September 2019






Lübeck:

Experten diskutierten über Zelltherapien und 3D-Bioprinting

Die Lübecker Musik- und Kongresshalle war ein Treffpunkt für Anwender und Entwickler der Biomedizin- und Biotechnologiebranche. Die diesjährige Jubiläumsveranstaltung des inzwischen 10. Symposiums für Industrielle Zelltechnik stand unter dem Motto "Zelltechnik – Heute, morgen, Übermorgen".

Das von der Fraunhofer EMB und AG Industrielle Zelltechnik des Branchenverbands BIO Deutschland organisierte Symposium wird von der IHK zu Lübeck unterstützt und seit drei Jahren auch vom Land Schleswig-Holstein gefördert. So konnte sich in den letzten zehn Jahren Lübeck als Technologiestandort für die Zelltechnik etablieren. Die Veranstaltung adressiert Themen der Bioanalytik, Medizintechnik, Regenerativen Medizin sowie der Lebensmitteltechnologie und marinen Biotechnologie.

Das Motto des zehnjährigen Jubiläums ist auch eine Bestandsaufnahme: Welche Technologien haben sich in den letzten Jahren durchgesetzt und werden aktuell industriell verwertet? Auf welche zelltechnologischen Themen setzen junge Start-ups? Welche Zukunftsperspektiven gibt es für innovative Techniken?

10 Jahre Zelltechnik – der Eröffnungsvortrag von Professor Charli Kruse, Initiator der Veranstaltungsreihe und geschäftsführender Leiter der Fraunhofer EMB, ist ein historischer Rückblick in die Anfänge der Zellkultur und ein spannender Ausblick auf künftige Innovationen. Charli Kruse resümiert: "Mit der Entwicklung der Zellkultur und der darauf aufbauenden Geräte- und Technologieentwicklung wurde eine neue Tür aufgestoßen, die zu einer immer stärker zellbasierten Wirtschaft führt. Mit dieser Kongressreihe haben wir diesen Weg zehn Jahre begleitet und mit befördert. Wir haben hier viele Ideen entwickelt und besprochen, die inzwischen Wirklichkeit geworden sind. Mich persönlich macht es froh zu sehen, wieviel davon in den letzten zehn Jahren umgesetzt wurde und zu wissen, dass dieser Kongress seinen Teil dazu beigetragen hat."

Auch Johannes Hartwig (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein), der den kurzfristig erkrankten Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs vertrat, zog in seinem Grußwort eine positive Bilanz für das Lübecker Symposium: "Die Fraunhofer EMB leistet für den Wissenschaftstransfer in Lübeck und in der ganzen Region hervorragende Arbeit. Mit dem Symposium werden ein Netzwerk von internationalen Akteuren gepflegt und exzellente Kompetenzen für industrielle Anwendungen in der Zelltechnik aufgebaut. Die EMB sorgt somit auch über die Landesgrenzen hinweg für mehr Strahlkraft des echten Nordens und nicht zuletzt für mehr Wertschöpfung durch Innovationen."

Forschungs- und Projektleiter renommierter Biotech-Firmen wie Lonza (Basel), CO.DON (Teltow) und Bayer (Wuppertal) stellten in Ihren Vorträgen neue Verfahren vor, wie Zellen automatisiert vermehrt oder im Hochdurchsatz analysiert werden können. Dr. Jürgen Eck, Geschäftsführer der Brain AG aus Zwingenberg, erläuterte vielseitige Einsatzmöglichkeiten für Zellmodelle zur Entwicklung neuer Kosmetika und Lebensmittelinhaltsstoffe.

Neben wissenschaftlich interessanten Projekten kamen auch Themen mit gesellschaftspolitischer Tragweite zur Sprache. So konnten die Teilnehmer einen Einblick in die Technologien und Wirkmechanismen der Zelltherapien gegen Krebs erhalten (Frau Prof. Dr. Köhl, Leiterin des Fraunhofer IZI). Frau Professor Hannelore Daniel von der TU München wagte einen visionären Blick in die Zukunft der Ernährung und diskutierte die Perspektiven für Fleisch aus dem Bioreaktor. Auch zwei internationale Referenten demonstrierten spannende Zelltechnik-Innovationen aus ihren Ländern: Dr. Guillemot von der französischen Firma Poietis stellte ein neues Gerät vor, in dem Hautstücke per 3D-Druck angefertigt werden – eine wertvolle Alternative zu Tierversuchen für die Pharma- und Kosmetiktestung. Einen visionären Ausblick auf die regenerative Medizin gab der chilenische Forscher Dr. Tomás Egaña von der Universität Santiago mit den sogenannten "Plantebrates". Die Kombination von klinischen Wundauflagen mit Photosynthese-aktiven Grünalgen soll eine Sauerstoffanreicherung der Wunde durch einfache Beleuchtung bewirken. Die Bilder eines Heilungsversuchs seiner ersten klinischen Studie im Menschen waren sehr beeindruckend.

Spannend wurde es auf der Podiumsdiskussion, bei der es um die Bioökonomie ging. Unter dem Titel "Perspektiven der biobasierten Wirtschaft" diskutierte Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin der BIO Deutschland mit Dr. Siegfried Bialojan (Erst & Young GmbH), Dr. Joachim Eck (Brain AG, Zwingenberg) und Professor Hannelore Daniel (Mitglied des Bioökonomierats, Berlin). Die Experten waren sich einig, dass die Transformation zu einer nachhaltigen, biobasierten Industrie notwendig ist und als gesellschaftliche, globale Initiative vollzogen werden muss. Professor Daniel richtet ihren Appell auch an die regierenden Parteien: Sie fordert mehr Richtlinienkompetenz der Politik mit dem Mut, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Dr. Bialojan sieht auch Handlungsbedarf im finanzpolitischen Bereich: Eine steuerliche Forschungsförderung könnte die Innovationtätigkeit biotechnologischer Unternehmen befördern.

Professor Charli Kruse, Initiator der  Veranstaltungsreihe, gab einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Foto: Fraunhofer EMB

Professor Charli Kruse, Initiator der Veranstaltungsreihe, gab einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Foto: Fraunhofer EMB


Text-Nummer: 132857   Autor: Fraunhofer   vom 11.09.2019 12.35

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