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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 22. Oktober 2019






Lübeck:

Eine göttliche Komödie, aber nicht von Dante

Das ist schon ein Glücksfall, wenn man in eigenen Hause nicht nur Darsteller, sondern auch einen begabten Autor hat. Er kennt seine Pappenheimer und kann Stücke schreiben, die genau für die Kollegen und ins Programm passen. "Götterdämmerung" heißt die jüngste Komödie von Ulli Haussmann. Sein Theater Combinale brachte das Stück erfolgreich zur Uraufführung.

Götterdämmerung – zumindest seit Richard Wagner denkt man sofort an das Ende der Götter. Das wird heute ja gern behauptet: Religion sei passé. In dem Stück von Ulli Haussmann wollen Wissenschaftler den Göttern eine Chance geben. Sie sollen sich auf eine einheitliche Religion einigen. Denn dann, so die Logik der Forscher, werde es zumindest keine religiös motivierten Kämpfe und Kriege mehr geben.

Also werden die Götter aufgefordert, sich auf eine einzige Wahrheit zu verständigen, auf eine "schlanke, geschmeidige, populäre Religion". Anderenfalls würden sie und mit ihnen die gesamte Menschheit in einem von den Wissenschaftlern erzeugten Schwarzen Loch verschwinden. Ende der Vorstellung. Aus die Maus!

Und so steigen Religionsvertreter in Mignon Remés punktgenauer, pointierter Inszenierung aus den obersten Bereichen der Zuschauertribüne herab auf die weiß ausgekleidete Bühnenwelt. Die christliche Trinität kommt so, wie manche sich das vorstellen: Gott-Vater mit weißem Rauschebart, der Junior im hellen Gewand und mit Jesus-Latschen, zwischen ihnen der heilige Geist als sprechende Taube.

Vom Olymp steigt sodann Zeus herunter, laut antiker Definition Vater aller Götter und aller Menschen. Schließlich kommt Brahma in fantastisch farbigem Gewand (Katia Diegmann), erklärt, dass er oder sie zugleich Shiva und damit zuständig für die Zerstörung sei. Per Stimme aus dem Off meldet sich "der Araber" zu Wort. Und dann taucht als rätselhaftes Wesen der Geist auf, der stets verneint, Gottes gefallener Engel, ganz in Schwarz. Werden sie sich einigen? Das ist die Frage, mit der das Publikum in die Pause entlassen wird.

Bis dahin wurden die Ansichten der Wissenschaftler als Videoprojektionen eingespeist. Im zweiten Teil stehen die Tische voller Monitore, Computer, der übliche Kabelsalat, und auf der Rückwand wächst das selbstgeschaffene Schwarze Loch. Wird es die eine Religion geben? Und was geschieht, wenn es weiterhin Atheisten gibt? Dann wäre der Friede auf Erden wieder gefährdet. Darüber darf das Publikum nachdenken oder anschließend im Foyer mit den Darstellern diskutieren.

Die Darsteller haben sich zuvor mächtig ins Zeug geworfen. Sigrid Dettlof ist eine wunderbar stimmige fernöstliche Gottheit, voller Weisheit, die sie lächelnd erklärt. Ulli Haussmann fährt in der Rolle Gott-Vaters schon mal aus der Haut, verliert die Geduld mit seinem Sohn und dessen modernen Ansichten. Den spielt Bertram Bollow durchaus selbstbewusst, ebenso überzeugend wie in Teil Zwei als Praktikant, der wiederum geopfert wird.

Joachim Kappl darf sich als Zeus austoben, vertritt als Wissenschaftler den gläubigen Papadopoulos. Jarno Stiddien als schwarzer Engel bleibt geheimnisumwittert, nie zu durchschauen. Selbst wer nicht jede technische Einzelheit der Forscher begreift, erhält viel Stoff zum Nachdenken, und äußerst unterhaltsam ist der Abend ja auch. Das Stück ist am Samstag um 20 Uhr wieder im Combinale in der Hüxstraße zu erleben und bleibt noch längere Zeit im Spielplan.

Das Combinale geht der Frage nach: Wie schafft man eine ideale Religion? Foto: Veranstalter

Das Combinale geht der Frage nach: Wie schafft man eine ideale Religion? Foto: Veranstalter


Text-Nummer: 133109   Autor: TD   vom 21.09.2019 09.05

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