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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 18. Oktober 2019






Lübeck:

Das Camp: Erschreckende Zustände im Erziehungsheim

"Gewalt erzeugt immer wieder nur Gewalt; so ist es von jeher gewesen". Das sagte Astrid Lindgren, als ihr 1978 der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen wurde. "Alles Quatsch" sagt die Leitung eines Erziehungscamps in den USA. Nur brutale Härte ist menschlichem "Schrott" angemessen. Wer recht hat, kann beim Besuch eines Stückes im Studio der Kammerspiele diskutiert werden. "Das Camp" hatte am Mittwoch, 25. September, Premiere.

"Erziehungscamp" ist ein viel zu harmloser Ausdruck. "Bootcamp" – Boot wie Stiefel – heißen diese Einrichtungen in den USA. Sie sind der trostlose Versuch, Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind, mit drakonischen Strafen zu zeigen, wozu der Staat beziehungsweise von ihm beauftragte Personen fähig sind. Die Brutalität überträgt sich auf die Insassen des Bootcamps. In diesem Fall sind es junge Mädchen. Jede gegen jede. Nur das eigene Überleben zählt.

Tom-Henry Löwenstrom hat das aufwühlende Stück von Andreas Galk mit neun jungen Damen des Spielclubs Eins wirklichkeitsnah einstudiert. Mit grellem Licht und dröhnend lauter Musik beginnt die Szenenfolge. In das Haus Nr. Sieben ist eine Neue (Sophia Troll) eingewiesen worden. "Welcome to Hell" sagen die anderen. Und "Wer neu ist, hat immer unrecht". Wer schon länger dabei ist, darf treten und notfalls Knochen brechen. Beschwerden gibt es nicht. Das würde weitere drastische Strafen nach sich ziehen; offiziell und hinterher in der Baracke.



Das Publikum im Studio sitzt an drei Seiten. Ein transparenter schwarzer Vorhang erlaubt bei Lichtwechsel den Blick in die Folterkammer. Dorthin werden die Mädchen geschleppt, wenn die sadistische Aufseherin (Pia Fanick) ihnen eine besondere Bestrafung zukommen lässt. Wenn ein Unfall passiert, passen die Überreste in eine kleine Kiste, wird als Ursache Selbstmord angegeben.

Regisseur Tom-Henry Löwenstrom setzt die Szenen mit Ernst und Konsequenz um. Von den Insassinnen wird Sportlichkeit verlangt. Wenn das Licht erlischt, der Strahler nur die Leiterin der Anstalt (Meret Jeske) heraushebt, werden Schicksale angedeutet, auch das eigene. Die Anstaltsgeistliche (Ella Steffen) versucht von Zeit zu Zeit, bei der Leitung etwas Humanität zu erbitten, stößt aber auf strikte Ablehnung.

So wird nach einem weiteren Unfalltod die Auflösung der Baracke Nr. Sieben zur Erlösung. Letzter Satz der Leiterin: "Ich möchte, dass es in Zukunft bessere Orte gib als das Camp." Das Publikum im Studio applaudierte lange. Neben den bereits Erwähnten waren Phaedra Brenke, Paula Tavares, Amelie Engelmann, Emma Vesper und Maya Michelsen mit von der Partie. Weitere Vorstellungen: Donnerstag, dem 26. September um 20 Uhr sowie am 1. und 2. Oktober.

Tom-Henry Löwenstrom hat das aufwühlende Stück von Andreas Galk mit neun  jungen Damen des Spielclubs Eins wirklichkeitsnah einstudiert. Fotos:  Lutz Roeßler

Tom-Henry Löwenstrom hat das aufwühlende Stück von Andreas Galk mit neun jungen Damen des Spielclubs Eins wirklichkeitsnah einstudiert. Fotos: Lutz Roeßler


Text-Nummer: 133215   Autor: TD   vom 26.09.2019 09.05

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