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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 17. Oktober 2019






Schleswig-Holstein:

Politik schiebt wieder den Landstrom an

Am 21. August 2008 um 16.22 Uhr gab es eine Europa-Premiere in Lübeck: Erstmals wurde ein großes Schiff für die Dauer der Liegezeit mit Landstrom versorgt. Damals wurde versprochen, die Nutzung des Landstroms wirtschaftlich attraktiv zu machen. Elf Jahre haben Bund und Land eine Absichtserklärung unterzeichnet. Im Jahr 2020 soll es wirklich neue Regelungen geben.

Das Maßnahmenpaket sieht vor, dass unter anderem für Kreuzfahrt-, Fährund Containerschiffe Regelungen zur Reduzierung von Umlagen sowie gesonderten Netzentgelten auf den Weg gebracht werden. Im Vergleich zur Binnenschifffahrt müssen die Seeschiffe mit deutlich höheren Kosten rechnen, weil sie während längerer Hafenliegezeiten deutlich größere Strommengen verbrauchen. Diese können sie zur Zeit nur mit sehr ungünstigen Stromabnahmeprofilen erwerben. Gleichzeitig soll ein Förderprogramm im Umfang von 140 Millionen Euro bereits ab dem Jahr 2020 aufgelegt werden, um die Länder und Häfen beim Ausbau der notwendigen Hafeninfrastruktur zu unterstützen.

Ministerpräsident Daniel Günther: "Eine Landstromversorgung als Alternative zum Betrieb von Schiffsdieseln ist ein messbarer Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz. Das gilt für den Hafen in Kiel und für alle anderen Hafenstädte an Nord- und Ostsee. Das Memorandum ist ein erster wichtiger Schritt, um die Wirtschaftlichkeit von Landstrom zu verbessern. In dem Papier ist die von Schleswig-Holstein favorisierte Absenkung der EEG-Umlage auf 20 Prozent enthalten. Bis Mitte 2020 sollen die notwendigen Gesetzesregelungen auf den Weg gebracht sein. Meine Erwartung ist, dass die dann vorliegenden Ergebnisse auch zügig umgesetzt werden."

Die Anlage in Lübeck läuft seit 2008. Sie hat mit Stora-Enso allerdings nur einen Kunden, der entsprechende Schiffe für die Landstromversorgung hat. Weitere Anfragen gab es bisher nicht, so die Stadtwerke Lübeck.

Vor elf Jahren ging die erste Steckdose für Schiffe in Lübeck in Betrieb. Foto: VG/Archiv

Vor elf Jahren ging die erste Steckdose für Schiffe in Lübeck in Betrieb. Foto: VG/Archiv


Text-Nummer: 133560   Autor: Stk./VG   vom 10.10.2019 15.00

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Kommentare zu diesem Text:

Hardin Tenger schrieb am 11.10.2019 um 11.55 Uhr:
Herr Günther, was machen Sie wenn die Reeder mehr auf Wasserstoff/Brennstoffzellen Antrieb der 2. Generation oder auf LNG-Antriebe (Erdgas statt Schweröl)setzen ?
Der Bau von Schiffen mit LNG-Antrieb schreitet weltweit, überraschend auch auf deutschen Werften, voran, wobei Kreuzfahrtschiffen und Fähren dabei eine steigende Aufmerksamkeit zuteilwird.

Gestern habe ich mich mit diesem extrem viel Steuergeld verschlingenden Bürokraten-Monster EEG-Umlage etwas näher beschäftigt(kaum durchschaubar)
Es ist unglaublich, welche Summengröße an Steuergeldern > auch EEG-Umlage genannt <
an eine Vielzahl von Stromintensiven Verbrauchern sowie einer Vielzahl an eine "jammernde politisch orientierte Klientel" als % Vergütung verschleudert wird.
Exclusiv Stromanschluß (20% EEG Kosten Reduction) für nur wenige Fähren/Reeder, einhergehend mit einer Erhöhung der EEG-Umlage für uns Steuerzahler
ist in meinen Augen von Politikern wenig durchdacht.
Schliessen Sie doch ganz einfach den LHG-Port für die fahrenden Dreckschleudern !

H. Hampel schrieb am 11.10.2019 um 15.32 Uhr:
Eigentlich ja schön wenigstens einen Landstromanschluß in Lübeck zu haben.

Noch schöner wäre es wenn er nicht schon seit langer Zeit, und ich spreche da nicht von nur Wochen oder Monaten, defekt wäre.


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