Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 21. November 2019






Lübeck:

Ausgezeichnetes Engagement: Regine Norden macht einfach

Sie zählt 72 Jahre, wirkt gute zwanzig Jahre jünger und strahlt spitzbübisch über das ganze Gesicht, das von blonden kurzen Wuschelhaaren umrahmt wird. "Vorhin war ich aufgeregt, aber jetzt geht es", sagte Regine Norden kurz vor der Preisverleihung des Günter-Harig-Preises in St. Petri.

Sie erhielt den mit 1500 Euro dotierten Preis für ihre beispielhafte Integrationsarbeit rund um den Verein Sonntagsdialoge e. V. – ein Ort der Begegnung, zum Informationsaustausch, zur Beratung, Vernetzung und Mobilisierung zur aktiven Mitarbeit.

Zu Ehren von Regine Norden erschienen rund 150 Gäste – darunter die Witwe des 2017 verstorbenen Theologen und Visionär Günter Harig, Pröpstin Petra Kallies, Bürgermeister Jan Lindenau und viele Ehrenamtliche, die Regine Norden in ihrem Engagement unterstützen. "Das Design des Preises passt zur Vielfalt, für die sie stehen", sagte Petra Kallies mit einem Schmunzeln. Entworfen wurde der Günter-Harig-Preis, der erstmals im vorigen Jahr an Hartmut Starcke für seine Verdienste als ehrenamtlicher Koch der Begegnungsstätte Café W.u.T. vergeben wurde und nun "weiterwandert", vom Künstler Stephan Jäschke. "Dieser Preis soll insbesondere auf Menschen hinweisen, die mit ihrem Tun nicht die Öffentlichkeit suchen, aber engagiert anpacken", lobte auch Lindenau.

"Ihr Tun wäre genau nach dem Geschmack Günter Harigs gewesen", sinnierte St.-Petri-Pastor Bernd Schwarze. Regine Norden engagiert sich seit gut dreißig Jahren, um geflüchteten Menschen ihren Start in Lübeck zu erleichtern und die Integration zu fördern. Die Sonntagsdialoge fingen ganz klein in Nordens Ganghaus an und entwickelten sich im Laufe der Zeit zu echte Begegnungsstätte, in der Austausch, Kennenlernen und gegenseitige Hilfe im Vordergrund stehen. Der Kreis wurde größer und so entstanden eine Fahrradwerkstatt, Laufgruppen, Ausflugsangebote und musikalisch-kulturelle Treffen. "Du bist der Motor und die Seele des Vereins", sagte Farsaneh Samadi, Mitglied des St.-Petri-Kuratoriums, das die Preisträger auswählt, in der Laudatio. Bis zu 70 Menschen würden heute an den Sonntagsdialogen teilnehmen. "Und der Bedarf wächst weiter. Zwei Drittel der Ehrenamtlichen heute sind selbst Menschen mit Flucht-Hintergrund und haben die Angebote des Vereins wahrgenommen. Du schaffst so viel positive Begegnungen und bringst Menschen zusammen – das ist wundervoll". Regine Nordens Haus sei immer offen: Für Künstler, die bei ihr ihre Werke ausstellen können, und auch für Einheimische und Touristen, die auf einen Tee, Kaffee oder Sekt eingeladen werden.

Nach den Brandanschlägen 1992 in Mölln auf Häuser, in denen Flüchtlingsfamilien wohnten und drei Menschen starben, sowie 1994 auf die Lübecker Synagoge fasste Norden, die aus Mölln stammt, einen Entschluss: Zusammen mit Lehrerkolleginnen und -kollegen initiierte sie das Projekt "Miteinander leben" und nahm Schülerinnen und Schüler mit in ein Flüchtlingsheim, um auch hier Begegnungen zu schaffen und Hürden abzubauen. Für dieses Engagement wurde sie vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ausgezeichnet.

Und nun also der Günter-Harig-Preis. "Als der Telefonanruf kam, konnte ich es gar nicht glauben", lachte Regine Norden und hält die bunte Skulptur hoch. "Der ist für alle Aktiven, die sich unermüdlich für ein friedliches Miteinander in dieser Stadt einsetzen. Anerkennung von der Gesellschaft und insbesondere auch der Politik ist für freiwilliges Engagement sehr wichtig." Deshalb sei der Günter-Harig-Preis ein sehr wichtiges Zeichen. "Und: Ich verspreche, dass ich von dem Preisgeld etwas auch für mich ausgebe – vielleicht für ein Wellness-Wochenende und ein Konzertbesuch in der Elphi." Denn an das Preisgeld ist eine Bedingung geknüpft: "Mindestens 300 Euro sind für Ihre ganz persönlichen Zwecke, oder auch für egoistische Wünsche", so Bernd Schwarze. Das Preisgeld und die Veranstaltung wurde von der Kurt-Werner- und Annelise Mellingen-Stiftung zur Verfügung gestellt, die von Antje Peters-Hirt verwaltet wird. BU Große Freude:

Pröpstin Petra Kallies, Bernd Schwarze, Regine Norden, Bürgermeister Jan Lindenau, Antje Peters-Hirt und Farsaneh Samadi nach der Verleihung des Günter-Harig-Preises. Foto: Steffi Niemann

Pröpstin Petra Kallies, Bernd Schwarze, Regine Norden, Bürgermeister Jan Lindenau, Antje Peters-Hirt und Farsaneh Samadi nach der Verleihung des Günter-Harig-Preises. Foto: Steffi Niemann


Text-Nummer: 133754   Autor: Steffi Niemann   vom 18.10.2019 12.07

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.