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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 7. Dezember 2019






Lübeck:

Mahler und Schostakowitsch als Partner im Sinfoniekonzert

Mit Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch bestritt der neue Generalmusikdirektor Stefan Vladar sein zweites Sinfoniekonzert mit dem Philharmonischen Orchester Lübeck. Zufall oder Plan? Auf den Tag genau 82 Jahre zuvor, am 21. Oktober 1937, war das Hauptwerk des Abends, die Sinfonie Nr. 5 von Dmitri Schostakowitsch, in Leningrad uraufgeführt und begeistert aufgenommen worden. Nun also am Montagabend eine Aufführung aus heutiger Sicht in der MuK.

Zu vielen Kunstwerken gehören Geschichten, die sich oft um ihre Entstehung ranken. Im Fall der Fünften von Schostakowitsch in der tragischen Haupttonart d-Moll ist es ein Stück Zeitgeschichte. Der sowjetischen Kulturbürokratie war der damals 30-jährige Komponist ein Dorn im Auge. Seine früheren Sinfonien, insbesondere die Vierte, waren in der Prawda als chaotisch verurteilt worden.

Schostakowitsch bekam deutliche Hinweise, dass er in akuter Gefahr schwebte. Freunde waren verhaftet, seine Schwester nach Sibirien verbannt worden. Der Komponist tat Abbitte und antwortete mit der fünften Sinfonie, die die Vertreter des Regimes zufrieden stellte. Er habe einen Triumph des sozialistischen Menschen mit klarer Welt- und Weitsicht in Tönen beschrieben, hieß es nach der Uraufführung.

Schostakowitsch soll gesagt haben, nur Trottel könnten in der neuen Sinfonie die totale Abkehr von seinen Prinzipien sehen. In der Tat: Wer das Werk mit offenen Sinnen hört, entdeckt in jedem der vier Sätze den Widerspruch gegen die Diktatur. Gleich im ersten Satz werden idyllische, ja liebliche Klangbilder jäh von marschähnlichem Aufruhr zerrissen. GMD Stefan Vladar arbeitet das mit den hinreißend aufspielenden Philharmonikern gut heraus. Das Largo, den langsamen Satz, gestaltete das Orchester unter Vladars klarer, deutlicher Zeichengebung zu einer großen Klage. Im Finale war die Gewalt im Marsch mit Pauken und dem aufschreienden Blech besonders deutlich zu hören. Das Publikum feierte die Musiker und ihren Chef mit Ovationen.

Der erste Teil des Programms hatte Gustav Mahler gehört. Einschmeichelnd schön erklang seine kurze Komposition "Blumine". Die traumschöne Melodie wurde mehrere Male von der Trompete begonnen, von anderen Instrumenten fortgesponnen. Danach begrüßte Stefan Vladar, der Österreicher, eine Sängerin aus Wien. Angelika Kirchschlager war die Solistin bei Mahlers "Kindertotenliedern". Das sind fünf tieftraurige Gesänge, fünf Klagelieder auf Texte von Friedrich Rückert.

Der Dichter hatte zwei Kinder verloren und als Reaktion darauf Gedichte geschrieben. Mahlers Ehefrau Alma war entsetzt, dass Gustav einige davon vertonen wollte. Sie sah es als böses Omen an, was sich auch erfüllte. Angelika Kirchschlager, die erfahrene Mezzosopranistin, interpretierte die Gesänge eindrucksvoll. Das Orchester betonte die unterschiedlichen Stimmungen, die Mahler für die Texte geschneidert hatte. Auch hier gab es Beifall und den großen Blumenstrauß.

Stefan Vladar leitete das Konzert. Foto: Olaf Malzahn.

Stefan Vladar leitete das Konzert. Foto: Olaf Malzahn.


Text-Nummer: 133811   Autor: Artur Erdmann   vom 22.10.2019 09.09

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