Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 12. November 2019






Lübeck:

Kinder als Vorbild

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende der Frage nach, warum Jesus Kinder als ein Vorbild bezeichnet hat. Ausgangspunkt ist dabei eine Erfahrung aus ihrem Alltag.

Von meiner Mutter habe ich ein Kuchenrezept geerbt, eine Nusstorte. Da die selbst nach drei bis vier Wochen nicht trocken wird, sondern lange frisch bleibt, habe ich sie häufig gebacken, vor allem zu größeren Festen. Einen Kuchen hatte man da dann schon frühzeitig fertig, das hat entlastet.

Meine Kinder sind mit dieser Torte groß geworden, meine Tochter backt sie inzwischen auch. Mit Mitte 20 – also nachdem sie so lange mit diesem Rezept gelebt hatten, fragte dann einer von ihnen: "Warum heißt die Nusstorte eigentlich Nusstorte? Da sind doch gar keine Nüsse drin?"

Sie hatten Recht. Bis 1986 bestand diese Torte bei mir tatsächlich hauptsächlich aus Nüssen. Im April 1986 aber war der Reaktorunfall in Tschernobyl. Viele Nüsse damals kamen aus betroffenen Gegenden. Auf den Tüten stand aber nur: Abgepackt in Deutschland. Um zu verhindern, dass wir solche Nüsse aßen, habe ich seit damals den Kuchen statt mit Nüssen mit Mandeln gebacken.

Was mich daran wirklich erstaunte war die Tatsche, dass meine Kinder circa 25 Jahre lang diesen Kuchen gegessen haben, ohne auch nur einmal zu hinterfragen, warum darin keine Nüsse waren.

Es erinnerte mich an ein Wort Jesu: "Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." (Markus 10,15)

Seit 2000 Jahren wird immer wieder darüber nachgedacht und diskutiert, was Kinder denn so besonders macht, dass Jesus sie uns als Vorbild hinstellt. Ich denke, eines der Dinge, die Kinder besonders macht ist, dass sie vieles als gegeben hinnehmen. Wenn die Eltern sagen, dass das Nusstorte ist, obwohl da gar keine Nüsse drin sind, dann ist das eben so.

Als Erwachsene dagegen neigen wir dazu, Dinge zu hinterfragen und sie nicht als selbstverständlich hinzunehmen. So ist es denn ja auch meinen Kindern aufgefallen.

Dabei können wir uns alle glücklich schätzen, dass Menschen immer wieder Dinge hinterfragt und nicht als gegeben hingenommen haben.

Ich jedenfalls freue mich, dass irgendwann jemand hinterfragt hat, ob die Erde wirklich eine Scheibe ist, ob es Dämonen sind, die Krankheiten verursachen, ob es nicht doch ein Mittel gegen hochgradig ansteckende Krankheiten gibt, ob man sich wirklich sehen muss, um miteinander reden zu können und und und...

Vieles von dem, was unser Leben bequem und angenehm macht, ist erfunden worden, weil Menschen Dinge hinterfragt haben. Ich glaube auch nicht, dass Jesus das gemeint hat.

Ihm ging es darum, gute Geschenke Gottes anzunehmen und nicht zu hinterfragen, so wie Kinder gute Dinge dankbar annehmen. Die Torte schmeckte, und das war alles, was zählte – über den Inhalt und den Namen machten sie sich keine Gedanken.

Wir Erwachsenen sind oft anders. Es fällt uns oft schwer, dankbar Dinge anzunehmen und uns daran zu freuen. Wir finden oft auch gute Gründe dafür, warum wir das nicht können.

Vielleicht sind die guten Ereignisse nicht ganz so, wie wir es uns erträumt haben. Dann müssen wir nicht dankbar sein, denn es ist ja nicht so, wie wir wollten. Oder wir haben etwas Schönes erlebt – aber etwas anderes, was uns belastet, ist noch da. Dann sehen wir eher auf das Belastende als auf das Schöne.

Selbst wenn bei uns alles gut ist, hinterfragen wir, ob es wirklich nur gut ist. Schließlich geht es vielen Menschen auf dieser Welt schlecht, da können wir doch nicht einfach dankbar annehmen, dass es ausgerechnet bei uns nicht so ist.

Oder wir unterstellen finstere Motive. Es geht uns zwar gut, jemand anderes hat uns etwas Gutes getan, aber sicherlich nur, weil er/ sie irgendeinen Vorteil von uns will. Da können und müssen wir natürlich nicht dankbar sein.

Wir haben einmal den Kuchen wieder mit Nüssen gebacken, schließlich ist die Katastrophe von Tschernobyl über 30 Jahre her. Einstimmig stellten wir fest, dass sie uns mit Mandeln besser schmeckt. Aus der Not war das Rezept – in unseren Augen – nur besser geworden.

Vielleicht haben sie sich in dem einen oder anderen Beispiel wiedererkannt. Jesus sagt, wir sollen werden wie die Kinder, uns an dem freuen, was wir haben, zu verbessern versuchen, was wir ändern können, Menschen helfen, wo es nötig ist und wo wir es können.

Falls Sie die Nusstorte nachbacken wollen, hier ist das Rezept:

6 Eier trennen - Eigelb mit
250 Gramm Zucker und
1 Vanillezucker weiß und schaumig rühren
250 Gramm gehackte Nüsse/ gehackte Mandeln in die Masse rühren

Eiweiß steif schlagen, vorsichtig unterheben
In eine gebutterte Springform füllen und ca. 30 Minuten bei 185° backen

Am Tag, bevor sie gebraucht wird, mit Schokoladenguss glasieren und bunte Streusel als Dekoration.

Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf die besonderen Fähigkeiten von Kindern ein.

Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf die besonderen Fähigkeiten von Kindern ein.


Text-Nummer: 133927   Autor: red.   vom 26.10.2019 10.11

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.