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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 7. Dezember 2019






Lübeck:

Tag Zwei bei den Nordischen: Herzdame und Edvard Munch

Nordische Filmtage Lübeck. Von einem Dutzend Leinwänden ertönt immer wieder als Einleitung der finnische Tango mit der Sologeige. Welchen Film soll man ansehen? Manchmal ist die Entscheidung schon gefallen: Ausverkauft. Auch Pressevertreter und Fachbesucher müssen früh anstehen. Das Kontingent ist begrenzt. Wir kombinierten einen Spielfilm aus Dänemark mit einem Dokumentarfilm aus Norwegen, "Herzdame" trifft Edward Munch.

"Herzdame" der Regisseurin May el-Toukhy ist in Dänemark ein Kassenschlager. Auf Festivals in Göteborg und in den USA bekam er jeweils den Publikumspreis. Bei "Herzdame" denkt mancher vielleicht an einen Streifen über ein Skatturnier. Im Original heißt der Film "Dronningen", Königin.

Gemeint ist eine Frau in wohlgeordneten Verhältnissen. Anne ist Familienanwältin, eine Kapazität, von menschlich gewinnender Wärme. Ihr Mann Peter hat ebenfalls ein gutes Einkommen. Mit den Zwillingen Frida und Fanny leben sie in einer großen Villa direkt am Wald, fast in der Natur, die eine große symbolische Rolle spielt.

Eines Tages bekommt die Familie Zuwachs. Der 17-jährige Gustav, Sohn von Peter aus erster Ehe, zieht ein. Offenbar hat er psychische Probleme. Er ist bockig, wortkarg, raubt sogar das Haus der eigenen Familie aus. Beide Ehepartner kümmern sich um den verlorenen Sohn, und plötzlich knistert es zwischen dem 17-Jährigen und der Stiefmutter. Die Annäherung geschieht ganz behutsam, wird dann umso stürmischer. Alles steht plötzlich auf dem Spiel, und die überlegene Juristin kämpft um ihre Ehe.

Einige Besucher waren überrascht, dass sich an einem Werktag das Kino mittags so schnell füllte. "Munch geht in Lübeck immer", sagte ein Besucher. In der Rubrik "Specials" wurde in deutscher Erstaufführung ein Film des Norwegers Stig Andersen gezeigt: "Munch in der Hölle". Auf den komplizierten Charakter des Malers Edvard Munch wurde schon bei der Einführung verwiesen, für anschließende Gespräche standen Regisseur Andersen und Museumsleiter Alexander Bastek zur Verfügung.

Die erste Ausstellung mit Arbeiten des Norwegers löste in Berlin einen Skandal aus. Selbst wenn bei späteren Gelegenheiten Besucher kamen, Bilder des 1863 geborenen Munch kauften sie nicht. In Lübeck ist natürlich bekannt, dass der Maler in Dr. Max Linde einen Förderer fand. Munch war Workoholic, kaufte sich schließlich ein großes Anwesen mit mehreren Gebäuden in der Nähe von Oslo.

Alkohol, Fieberfantasien, Dämonen verfolgten ihn. All das wird in dem Dokumentarfilm erwähnt, nicht chronologisch, sondern mit Pressestimmen und Kommentaren von Kunstkennern verwoben. Als Munch 1944 starb, vermachte er alle in seinen Häusern verbliebenen Werke der Stadt Oslo. Das waren tausend Gemälde und 20.000 grafische Blätter und Skizzen.

Die Stadt Oslo tat sich lange schwer. Endlich zum 100. Geburtstag erhielt Edvard Munch ein eigenes Museum. Aber hier geschahen unglaubliche Dinge. Diebstähle, Wassereinbrüche. Viele Werke wurden beschädigt oder verschwanden. Selbst Mitarbeiter bereicherten sich. 2016 wurde der Grundstein zu einem neuen Museum im Osloer Stadtteil Lambda gelegt. Es soll 2020 eingeweiht werden, als neue Attraktion, denn heute ist Munch weltweit bekannt und als einer der Wegbereiter der Moderne anerkannt.

Die Filme werden zu folgenden Terminen wiederholt: "Herzdame" am Freitag 22 Uhr im Kino 5, Samstag 19 Uhr und Sonntag 16 Uhr im Kolosseum. "Munch in der Hölle" am Donnerstag um 13.45 Uhr im Kino 2.

Der Film über Edward Munch stieß auf großes Interesse. Foto: Norwegian Film Institute/NFL

Der Film über Edward Munch stieß auf großes Interesse. Foto: Norwegian Film Institute/NFL


Text-Nummer: 134061   Autor: TD   vom 31.10.2019 08.46

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