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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 7. Dezember 2019






Lübeck:

Filmtage: Liebe in Grönland und im finnischen Schnee

Nicht nur die skandinavischen und baltischen Staaten schicken ihre neuen Produktionen zu den Nordischen Filmtagen. Island ist dabei, die Färöer-Inseln und auch Grönland, mit 55.000 Einwohnern ein Zwerg unter den Filmländern. "Anori" hatte in Lübeck Deutschlandpremiere. Pipaluk Kreutzmann-Jörgensen stellte ihren Film vor. Sie ist Drehbuchautorin, Regisseurin, Produzentin in einer Person und präsentierte mit "Anori" den ersten grönländischen Spielfilm, den eine Frau drehte.

Vor zehn Jahren, so erzählte Pipaluk Kreutzmann-Jörgensen, sei ihr die Idee zu "Anori" gekommen. Eine Kurzgeschichte entstand. Die Idee musste lange warten und wachsen. Zwei Probleme galt es zu lösen: Wo findet man in dem kleinen Land die richtigen Darsteller und wo das Geld? Die Höhe des Budgets mochte sie gar nicht sagen, und die Hauptdarstellerin verzichtete auf eine Gage.

"Anori" ist eine von vielen Bezeichnungen der Grönländer für den Wind, und der tobt häufig über Schnee und Eis und Wasserwogen. Erzählt wird die Liebesgeschichte der Sängerin Anori und des Offiziers Inuk von der Küstenschutzwache. Beim Einsatz im Eismeer verunglückt Inuk und wird in eine Klinik nach New York geflogen. Anori reist zu ihm ans Krankenbett, begleitet von einem jungen Kollegen ihres Verlobten, der sie ebenfalls liebt.

Die Geschichte wird nicht gradlinig chronologisch erzählt. Durch Schwenks und Rückblenden wird immer wieder die grandiose Landschaft mit verschneiten Bergen und Schneefeldern hineingeflochten. Hinzu kommen uralte Mythen, die Väter oder Großväter in den langen kalten Nächten den Kindern am Bett erzählten. Dazu gehört die Personifizierung des "Sturms des Bösen", der Liebe und Leben von Menschen bedroht. Erst am Schluss hat man als Zuschauer alle Zusammenhänge begriffen.

"Powerful – gewaltig" war in der Diskussion mit der Regisseurin immer wieder zu hören. Es stimmt. Der Film packt die Besucher. Er ist schön, auch entspannend durch stimmige Musik und gleich darauf wieder packend. Der Streifen ist preisverdächtig. Für das Wochenende wird die Hauptdarstellerin in Lübeck erwartet, erzählte die Regisseurin.

Finnland schickt seit Jahrzehnten gute Filme nach Lübeck. In diesem Jahr zum Beispiel "Aurora". Auch hier führte eine Frau Regie, Miia Tervo. Sie greift ein auch bei uns aktuelles Problem auf. Darian, ein Flüchtling aus dem Iran, sucht eine finnische Frau. Wenn sie ihn heiratet, kann er bleiben. Ihm geht es aber in erster Linie um seine achtjährige Tochter Azar. Da man ihm erzählt hat, sie würde als Waise Asyl bekommen, denkt er sogar an Selbstmord.

Darian begegnet Aurora, einem leichtsinnigen Partygirl. Mit dem Anliegen des Flüchtlings will sie nichts zu tun haben, erklärt sich aber nach einiger Zeit bereit, nach einer Frau Ausschau zu halten. Da der Film viele komödiantische Züge hat, sind die ausgesuchten Frauen natürlich besondere "Charaktere".

Es wird nichts aus den Plänen, auch nicht aus einer Scheinehe. Dafür lernt Darian unfreiwillig die Parties der verrückten, entwurzelten Jugend kennen, mit Alkohol, Drogen, Sex. Ein Spaß für die Zuschauer ist der erste Besuch des Iraners in der finnischen Männersauna. Das alles aber übersteht der Fremde seelisch unbeschadet. Die Tochter leidet unter dem Verlust der Mutter. Die Probleme alter, gebrechlicher Menschen werden beleuchtet. Wer sonst als die Jüngeren kann sich um die kranken Alten kümmern? In 105 Minuten werden viele Probleme gewälzt. Bei der Einführung wurde am Donnerstag verraten, es gebe ein happy End. Ob das stimmt, bleibt dahingestellt.

Wiederholungen von "Anori": Samstag 13.30 Uhr Kino 3, Sonntag 13.15 Uhr Kino 4. - Wiederholungen von "Aurora": Freitag 19 Uhr im Kolosseum, Samstag 16 Uhr Kino 5, Sonntag 13 Uhr im Kolosseum.

Anori hatte bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck Deutschlandpremiere. Foto: Karitas Production / NFL

Anori hatte bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck Deutschlandpremiere. Foto: Karitas Production / NFL


Text-Nummer: 134068   Autor: TD   vom 01.11.2019 08.59

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