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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 20. November 2019






Lübeck:

Die Chance für einen Neuanfang

Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf die biblische Erzählung der Wandlung vom Saulus zum Paulus ein. Menschen können ihre Ansichten ändern. Das müsse die Gesellschaft akzeptieren.

Justin Trudeau wäre fast als kanadischer Ministerpräsident nicht wieder gewählt worden, weil ein altes Foto von ihm aufgetaucht ist, auf dem er zu irgendeinem Fest mit einem schwarz angemalten Gesicht gegangen ist. Dabei hat sich zu dem Zeitpunkt niemand etwas dabei gedacht.

Ein Bischof in Deutschland hat seinen Rücktritt eingereicht, weil er in seiner Jugend für rechtsradikale Zeitschriften geschrieben hat. Dabei hatte er zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal Theologie studiert. Er war wohl auch als Bischof umstritten, aber ausschlaggebend waren diese Veröffentlichungen. Ich weiß nicht viel über die Hintergründe, vielleicht war es berechtigt.

Die CDU in Thüringen will nicht mit der Linken koalieren, weil diese vor 30 Jahren aus der SED entstanden ist.

Was alle Fälle – und viele andere, die im Moment durch die Presse gehen – gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass Menschen auf etwas festgelegt werden, was lange her ist. Dabei ist es gleichgültig, wie sie heute dazu stehen, die Tatsache, dass einmal etwas getan wurde, reicht.

Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich, was wohl aus unserem christlichen Glauben geworden wäre, wenn die ersten Christengemeinde so gedacht und gehandelt hätten wie wir.

Paulus, aus dessen Briefen ein großer Teil des Neuen Testaments besteht, hat im ersten Leben Christen verfolgt. Er war bei der Steinigung des 1. christlichen Märtyrers dabei. Nachdem er Christ geworden war, waren die anderen Christen in Damaskus zuerst skeptisch, so wie auch wir skeptisch sind, wenn jemand plötzlich seine Meinung ändert, aus dem "Saulus zum Paulus" wird.

Einiges bei Paulus hat sich allerdings nicht geändert. Er hat nach seiner Bekehrung genauso intensiv - und man könnte sagen fanatisch – die Botschaft von Jesus verkündigt, wie er sie vorher bekämpft hatte. Wahrscheinlich konnte er von seiner Persönlichkeit her nichts halb oder lauwarm machen, sondern immer nur mit vollem Einsatz arbeiten.

Aber er hatte sich geändert, um 180° gedreht. Und niemand hielt ihm vor, was er vorher war, und Gott bestimmt nicht.

Ich finde es deshalb erschreckend, dass wir heute Menschen auf das festlegen, was einmal war. Natürlich gibt es – wie bei Paulus die Einsatzbereitschaft – Charakterzüge, die sich nicht ändern. Aber wir können uns entscheiden, sie zum Guten oder zum Bösen einzusetzen.

Gott legt uns nicht fest. Heute ist es ja eher unmodern, von Buße zu reden, der Bußtag ist auch abgeschafft worden. Aber genau das ist Buße: Erkennen, dass das, was ich tue und vielleicht auch denke, nicht gut ist und mich daraufhin zu ändern.

Die Linke ist eben nicht die SED, auch ich habe in meiner Jugend manche Dinge gedacht, die ich heute für falsch halte, und Sie wahrscheinlich auch, heute gilt es als kulturelle Aneignung, wenn ich zum Fasching als angeblicher Angehöriger eines anderen Kulturkreises gehe, aber es war früher eben anders.

Gott setzt uns damit frei. Wir sind nicht Gefangene von dem, was einmal war. Wir können Schlechtes hinter uns lassen, uns vergeben lassen, neu anfangen. Selbst wenn andere uns auf das Ehemalige festlegen wollen, brauchen wir uns davon nicht einschüchtern zu lassen.

Wir können immer wieder diese Chance ergreifen, neu anfangen. Buße ist nicht altmodisch, sondern sie macht uns frei für die Zukunft.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 134083   Autor: red.   vom 02.11.2019 10.34

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