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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 20. November 2019






Lübeck:

HL historisch: Vor 150 Jahren starb Johann Friedrich Overbeck

Für die Eltern war er wohl aus der Art geschlagen: Der Sohn eines Lübecker Bürgermeisters als Kunstmaler. Das hatte es noch nicht gegeben. Er schaffte es zu Weltruhm, Johann Friedrich Overbeck, Mitbegründer der Lukasbrüder, Kopf der Nazarener in Rom. Vor 150 Jahren, am 12. November 1869, starb er, wurde in Rom beigesetzt. Lübeck hatte er als Teenager verlassen. Die Lübecker Overbeck-Gesellschaft erinnert im Namen an ihn.

Johann Friedrich wurde als Sohn des Bürgermeisters Christian Adolph Overbeck geboren, 1789, im Jahr der Französischen Revolution, am 3. Juli. Dass er schon als Kind gern zeichnete, ist überliefert. Dass ein Artillerieunteroffizier ihm den ersten Zeichenunterricht gab, gehört vielleicht ins Reich der Legende. Aber der auch in Lübeck tätige Maler Nicolaus Peroux unterrichtete ihn und bestätigte den Eltern das Talent des Jungen.

Johann Friedrich verließ 1806 das Katharineum, um Kunst zu studieren. Als Hochschule wählte er die Akademie in Wien. Zwei Jahre später schickte er ein Ölgemälde nach Lübeck, um den Eltern zu zeigen, was er gelernt hatte. Die "Auferweckung des Lazarus" erregte Aufsehen in der Hansestadt. Der Goethe-Maler Tischbein soll verwundert ausgerufen haben, dies Bild müsse die Kopie eines italienischen Meisters sein.

Auch Wien verließ Overbeck früh, allerdings nicht allein, sondern mit den Malerfreunden Franz Pforr und Ludwig Vogel. Sie gingen nach Rom, Ideale im Kopf, kaum Geld in der Tasche. Unterkunft fanden sie im Kloster Sant' Isidoro. Da sie sich in ihrer Malerei an christlicher Kunst vergangener Jahrhunderte orientierten und lange Haare trugen, nannte man sie "Nazarener". Was spöttisch gemeint war, wurde zum Begriff in der Kunstgeschichte.

Erstaunen, sogar Entsetzen löste im streng lutherischen Lübeck die Nachricht aus, Overbeck sei zum katholischen Glauben übergetreten. Diesen Schritt hatte der Lübecker tatsächlich am 13. April 1813 vollzogen. Später kam es sogar zu einer persönlichen Begegnung mit Papst Pius IX. Aufträge bekam Overbeck aber nicht nur aus kirchlichen Kreisen, sondern auch "aus der Welt". Ehrende Posten, Professuren in Düsseldorf oder München schlug er ebenso aus wie die Leitung des Frankfurter Museums Städel.

1818 heiratete Overbeck. Als ein Jahr später der Sohn Alfons geboren wurde, schickte er den Eltern ein Familienbild, das sich noch in Lübeck befindet. Zwei Gemälde Overbecks konnten bis zum Bombenangriff 1942 in der Marienkirche bewundert werden. Nur eins hat den Krieg überlebt. Die "Beweinung Christi", eine Kreuzesabnahme, ist in der Gebetskapelle unter der Totentanzorgel zu sehen. Der ursprüngliche Titel des Bildes lautet "Die Trauer um den eingeborenen Gottessohn". Das zweite Bild, der "Einzug in Jerusalem", verbrannte 1942.

Das Museum Behnhaus/Drägerhaus widmete dem berühmten Sohn der Stadt 1989, zum 200. Geburtstag, eine große Ausstellung. Hierfür wurde auch das Bild der Marienkirche gereinigt und restauriert. Für die Lübecker Museen ist Johann Friedrich Overbeck ein Sammlungsschwerpunkt. Neben Ölgemälden sind Skizzen und Kartons vorhanden. Er zählt heute zu den "großen Namen" aus Lübeck, obwohl er seine Vaterstadt nach dem Auszug im Jahre 1806 nie wieder gesehen hat.

Ein echter Overbeck hat in St. Marien den Krieg überlebt. Das Bild wurde 1989 restauriert. Foto: JW

Ein echter Overbeck hat in St. Marien den Krieg überlebt. Das Bild wurde 1989 restauriert. Foto: JW


Text-Nummer: 134089   Autor: TD   vom 02.11.2019 12.45

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