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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 18. Januar 2019






Lübeck:

100 Jahre AWO: Großer Festakt in den Media Docks

Ein Jahrhundert im Einsatz für Menschen in Schleswig-Holstein: Mit einem Festakt in den Media Docks in Lübeck hat die Arbeiterwohlfahrt mit prominenten Gästen am Freitag ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Im Jahr 1919 wollte Marie Juchacz mit der Gründung der AWO soziale Ungerechtigkeiten ausgleichen, um Teilhabe zu ermöglichen. Sie verwirklichte die Idee der "Selbsthilfe der Arbeiterschaft". Durch die Organisation von Nähstuben, Mittagstischen, Werkstätten und Beratungsstellen versuchte sie damals die Not der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg zu lindern. Seither gestaltet die AWO mit ehren- und hauptamtlichen Mitstreitern als Verband für soziale Gerechtigkeit die Gesellschaft in Schleswig-Holstein und hat viele bewegende Augenblicke erleben dürfen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther gratulierte der AWO am Freitag zu ihrem Jubiläum: "Die Arbeiterwohlfahrt ist eine wichtige Institution der Zivilgesellschaft. Mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement hilft sie Menschen direkt und fördert gleichzeitig die Qualität von Kitas und Pflegeeinrichtungen. Vor allem aber stärkt die AWO soziale Teilhabe und zivilgesellschaftliches Engagement. Diese vielschichtigen Aufgaben und Funktionen zeichnen die AWO in ihrer 100-jährigen Geschichte aus. Damit gehört die Arbeiterwohlfahrt zu den Grundfesten unseres Landes und unserer Gesellschaft."

Auch nach 100 Jahren hat sich das Selbstverständnis der AWO nicht verändert. "Unsere Kernthemen sind nach wie vor die Anliegen, mit denen Marie Juchacz den Anspruch der AWO geprägt hat: Frauenrechte, Vielfalt, Teilhabe, ein menschenwürdiges Leben, Gerechtigkeit und Solidarität. Wir sind bei den Menschen vor Ort, die uns brauchen. Ob in Norderstedt oder Schleswig, ob in Kappeln oder in Elmshorn, ob in Kiel oder Lübeck. Dabei ist die Grundlage für den Erfolg unserer Arbeit immer das Engagement unserer Mitglieder und der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter", sagte der AWO Landesvorsitzender Wolfgang Baasch.

Im Rahmen des Festakts betonte auch der ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm: "Ich bin sicher, dass die AWO in all´ ihren praktischen Tätigkeitsfeldern auch weiterhin ein verlässlicher und solidarischer Partner der Menschen sein wird. Dazu gehört notwendig, dass sie sich mit ihrer Erfahrung und ihrer Leidenschaft einbringt, wenn es darum geht, den Sozialstaat für die neuen und tief greifenden Herausforderungen des digitalen Zeitalters um zu gestalten."

Unter dem Motto "Drei Perspektiven auf die AWO" berichteten die Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein Serpil Midyatli, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Präsidiumsmitglied des AWO Bundesverbandes Gerwin Stöcken, von ihren Erinnerungen und Erfahrungen mit der Arbeiterwohlfahrt. "Für mich steht die AWO wie kaum ein anderer Verband für ein solidarisches Miteinander. Uns verbindet das Ziel, allen die gleichen Chancen zu geben und jene zu unterstützen, die Hilfe brauchen. Unsere Gesellschaft ist mit dem Engagement der vielen AWO-Mitglieder und Mitarbeiter herzlicher und solidarischer. Die AWO ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, von der Kita bis ins hohe Alter eine starke Partnerin", sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli.

Auch Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau sagte: "Die Arbeiterwohlfahrt ist vor 100 Jahren nicht nur Vorreiterin in der deutschen Wohlfahrtspflege gewesen, sondern bis heute ein elementarer Bestandteil der gesellschaftlichen Hilfen in Deutschland. Die Hansestadt Lübeck arbeitet dabei seit Jahrzehnten sehr eng und vertrauensvoll mit der Arbeiterwohlfahrt in zahlreichen Themenfeldern zum Wohle vieler Generationen von Lübeckerinnen und Lübeckern zusammen. Für diese unverzichtbare Partnerschaft ist die Hansestadt Lübeck der AWO zu außerordentlichem Dank verpflichtet und gratuliert herzlich zum 100-jährigen Jubiläum."

Gerwin Stöcken warf noch einen Blick auf aktuelle Themen der AWO auf Bundesebene: "Die AWO in Deutschland hat viele den Sozialstaat prägende Initiativen angestoßen, die mich eng mit der AWO verbinden und auf die ich stolz bin. So ist in der Weimarer Republik, das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz als Vorläufer des heutigen Jugendhilferechts nicht zuletzt durch die AWO gefordert worden. Die Pflegeversicherung ist nach intensiver Diskussion der Lebenssituation älterer und pflegebedürftiger Menschen von der AWO in den 1980 Jahren erstmals angestoßen worden. Heute sehen wir, dass wir nach wie vor noch einen weiten Weg vor uns haben, die Pflegeversicherung so auszugestalten, dass Sozialhilfebezug nicht mehr erforderlich ist. Vor wenigen Tagen haben wir die Kinderarmutsstudie vorgelegt, die die dramatischen Folgen von Armut für Kinder nachweist. Auch mit dieser Arbeit geht die AWO in Deutschland neue Wege für die Verbesserung der Lebenssituation für Kinder und deren Familien."

Neben dem Blick zurück stand an diesem Abend auch die Zukunft der AWO im Fokus. Angelehnt an das Zitat von Marie Juchacz "Neue Zeiten bringen neue Ideen und machen neue Kräfte mobil", sagte der AWO Landesgeschäftsführer Michael Selck: "Seit knapp 100 Jahren hat die AWO bewiesen, dass sie stets in der Lage war, sich auf neue Anforderungen einzustellen: Wir haben einen Weltkrieg, die Teilung Deutschlands und globale Wirtschaftskrisen überlebt. Stillstand gab es für uns nicht. Wir haben uns von den anfänglichen Suppenküchen zu einem Träger entwickelt, der heute die Sozialpolitik aktiv mitgestaltet. Ich sehe den kommenden Jahren ganz positiv entgegen."

Als Gründerin der AWO, Pionierin für Frauenrechte, Sozialreformerin und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung trat Marie Juchacz als erste Frau in einem deutschen Parlament ans Rednerpult. Als sie begann, sich für politische Fragen zu interessieren, war Frauen die Mitgliedschaft in einer Partei verboten. Kaum wurde das Verbot aufgehoben, trat die Brandenburgerin in die SPD ein und setzte sich für das Frauenwahlrecht ein, das ebenfalls in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Einen Eindruck vom Leben Juchacz‘ gab die Theatergruppe Löwenherz mit einer kurzen Aufführung unter dem Titel "Auf Du und Du mit Marie Juchacz". Bei passender musikalischer Begleitung wurde außerdem die Mode von vor 100 Jahren präsentiert.

Wolfgang Baasch, Björn Engholm, die Geschäftsführerin der AWO Lübeck Kerstin Behrendt, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Gerwin Stöcken vom AWO Bundesverband. Foto: AWO

Wolfgang Baasch, Björn Engholm, die Geschäftsführerin der AWO Lübeck Kerstin Behrendt, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Gerwin Stöcken vom AWO Bundesverband. Foto: AWO


Text-Nummer: 134431   Autor: AWO   vom 15.11.2019 20.01

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