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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 21. Januar 2019






Lübeck:

Gedenken an den Kniefall Brandts im Warschauer Ghetto

Im vergangenen Jahr war St. Jakobi am Koberg Ort des Geschehens. Dieses Mal lud die "Stiftung zum 7. Dezember 1970" in die Aegidienkirche ein. Mit sehr unterschiedlichen Mitteln wurde an den Kniefall Willy Brandts am Mahnmal des Warschauer Ghettos von 1970 erinnert, an jene Geste, die als Bild um die Welt ging. 2018 war es eine Multi-Media-Vorführung, in diesem Jahr ein ungewöhnliches und bei uns unbekanntes Theater-Oratorium, "Der Weg der Verheißung".

Vor einem Jahr wurde von deutschen und polnischen Studenten beziehungsweise den Hochschulen Lübeck und Lodz an das zigtausendfache Unrecht und Leid erinnert, das von Deutschen in Polen angerichtet worden war. Dieses Mal stand ein geschichtsträchtiges musikalisches Werk im Zentrum des Gedenkens.

Zwei Ansprachen eröffneten die Veranstaltung. Stiftungsratsvorsitzende Birgit Grasse wies auf den Hintergrund der Komposition hin. Die Leiterin des Willy Brandt-Hauses, Bettina Greiner, malte den Besuchern in der vollbesetzten Kirche noch einmal jenes Bild vor Augen, das sich eingeprägt hat, den spontanen Kniefall des Bundeskanzlers.

Zwei Männer im Exil schufen 1935/36 das Werk, das 1937 viele Male in New York aufgeführt wurde: "Der Weg der Verheißung". Der jüdische Schriftsteller Franz Werfel hatte den Text geschrieben, Kurt Weill – bei uns vor allem durch die Zusammenarbeit mit Bertold Brecht bekannt – die Musik. Beide hatten Deutschland verlassen müssen.

Ungekürzt dauert das Oratorium drei Stunden. Auf harten Kirchenbänken wäre das wohl zu anstrengend; in New York wurde es im Theater aufgeführt. So hatte Aegidien-Kantor Eckhard Bürger eine Auswahl getroffen, angelehnt an die Deutsche Erstaufführung von 1999 in Chemnitz.

Ein Rabbi tritt als Erster auf und erzählt aus der Geschichte des Volkes Israel, von der Berufung Abrahams bis zur Volkwerdung, von der Sklaverei in Ägypten bis zur Wüstenwanderung. Aufgeteilt ist das musikalische Geschehen auf Chor, Orchester und Gesangssolisten. Hinzu kommen Sprecher, und manchmal sind die Solisten beides, Sänger und Sprecher, wie zum Beispiel gleich zu Beginn der Tenor Hardy Brachmann.

Packend wurden die Chorszenen vom Lübecker Bach-Chor gestaltet. Hier wie überhaupt achtete Eckhard Bürger auf die unterschiedlichen musikalischen Formen. Der Gesamtchor kam ebenso zur Geltung wie an anderen Stellen Frauen- oder Männerstimmen allein. Hinzu tritt immer wieder das Orchester, das in diesem Fall aus Mitgliedern der Hamburger Symphoniker bestand.

Überzeugend war die Leistung der Solisten. Neben dem bereits erwähnten Hardy Brachmann waren das Jeremy Almeida (ebenfalls Tenor), Tania Renz (Alt) und Andreas Jäpel (Bass). Kolja Martens als „Widersprecher“ säte Zweifel, und Friedemann Schneiders als 13 Jahre alter Knabe brachte seine keinesfalls immer kindlichen Gedanken ein. Insgesamt erlebte das Publikum eine packende, lebendige und vielgestaltige Musik. Nach einigen Minuten des Schweigens wurden die Mitwirkenden anhaltend gefeiert.

Am Samstagabend wurde in St. Aegidien an den Kniefall von Willy Brandt in Warschau erinnert. Foto: JW/Archiv

Am Samstagabend wurde in St. Aegidien an den Kniefall von Willy Brandt in Warschau erinnert. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 134969   Autor: Arturo Erdmann   vom 08.12.2019 11.10

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