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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 26. Januar 2019






Schleswig-Holstein:

116117 wird zur zentralen Servicenummer für Patienten

Zum 1. Januar 2020 wird die Rufnummer 116117 (elf sechs, elf sieben) zu einer Telefon-Hotline mit neuem Service ausgebaut. Ab diesem Zeitpunkt ist die kostenlose Nummer täglich rund um die Uhr erreichbar und gilt nicht mehr nur für den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten, sondern auch für die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen. Außerdem wird über die Nummer künftig mithilfe einer speziellen Software eine qualifizierte Ersteinschätzun

Nach wie vor suchen vor allem nachts und an den Wochenenden zu viele Patienten die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, die dort nicht hingehören. Sie beanspruchen dann Leistungen der Notaufnahmen, die eigentlich der Versorgung medizinischer Notfälle dienen. Künftig haben gesetzlich Versicherte eine effizientere Alternative: Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 wird von Januar an 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche erreichbar sein. Ihre Aufgabe: Patienten dorthin vermitteln, wo ihnen am besten geholfen werden kann – und so die Notaufnahmen entlasten.

Am Telefon der 116117 sitzen speziell geschulte Fachkräfte, die eine medizinische Ersteinschätzung vornehmen. Die Disponenten in der Leitstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) fragen die Anrufer gezielt nach ihren Beschwerden, um so die Dringlichkeit einer Behandlung einzuschätzen und Patienten in die richtige Versorgungsebene zu vermitteln. Hierbei kommt die Software SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) zum Einsatz.

Das System unterstützt die Disponenten mit digitalen Fragebögen, direkten Auswertungen und Handlungsempfehlungen. So können die Fachkräfte anhand der angegebenen Beschwerden am Ende des Gesprächs über Zeit und Ort der Behandlung entscheiden. Braucht der Patient sofort Hilfe oder reicht eine Versorgung innerhalb der nächsten Stunden oder auch am nächsten Tag? Ist der Patient beim Hausarzt, Facharzt oder Bereitschaftsdienst am besten aufgehoben? Muss er in die Notaufnahme eines Krankenhauses oder braucht er sogar den Rettungsdienst? All diese Fragen beantworten die 116117-Mitarbeiter. Sie vermitteln auch kurzfristig Arzttermine, wenn sich ein Anrufer noch am selben Tag beispielsweise bei einem Hausarzt, Orthopäden oder Augenarzt vorstellen soll. Neben dem Einsatz in der Leitstelle testet die KVSH die neue Software in den Anlaufpraxen des Bereitschaftsdienstes im Städtischen Krankenhaus in Kiel und am UKSH in Lübeck.

Natürlich wird am Telefon keine Diagnose gestellt. "Patienten erhalten aber eine medizinische Ersteinschätzung und einen Rat, an wen sie sich mit welcher Dringlichkeit wenden sollen", sagte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Gleichzeitig bat Schliffke um Verständnis, sollte zum Start des neuen Angebots und in der Zeit danach nicht gleich alles reibungslos funktionieren.

Nicht nur in akuten Krankheitsfällen können Bürger in Zukunft die 116117 wählen: Ab 1. Januar erreichen sie dort bundesweit auch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese wurden vor drei Jahren eingerichtet und unterstützen Patienten bei der Suche nach einem Arzttermin – vor allem Patienten mit einer Überweisung, aber eben nicht ausschließlich. Beispielsweise ist für einen Termin beim Gynäkologen und beim Augenarzt keine Überweisung nötig. Zu den Aufgaben der TSS gehört auch die Vermittlung in eine psychotherapeutische Sprechstunde.

Neben dem Einsatz in der Leitstelle testet die KVSH die neue  Software in den Anlaufpraxen des Bereitschaftsdienstes im Städtischen Krankenhaus in Kiel und am UKSH  in Lübeck.

Neben dem Einsatz in der Leitstelle testet die KVSH die neue Software in den Anlaufpraxen des Bereitschaftsdienstes im Städtischen Krankenhaus in Kiel und am UKSH in Lübeck.


Text-Nummer: 135159   Autor: KVSH   vom 17.12.2019 15.12

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