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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 8. Juli 2019






Lübeck:

Besondere Ehrung für die Possehl-Stiftung

Archiv - 19.12.2019, 12.25 Uhr: Zum 100. Geburtstag der Possehl-Stiftung hat die Stadt Lübeck die Einrichtung mit der Goldene Ehrendenkmünze "Bene Merenti" ausgezeichnet. Der Festakt fand am Mittwochabend im Audienzsaal des Rathauses statt.



"Mein größter Wunsch ist es, dass die Früchte meines Lebenswerkes, meiner geliebten Vaterstadt, der Freien und Hansestadt Lübeck zu Gute kommen mögen." Dieser Satz entspringt dem hanseatischen Selbstverständnis von Emil Possehl, der 1850 als erster Sohn des Lübecker Kaufmanns Ludwig Possehl in der Beckergrube geboren wurde. Im Jahr 1873 tritt Emil Possehl in den väterlichen Betrieb ein und ist wenige Jahre später größter Erzhändler Europas. Als Unternehmer zeichnete er sich durch Disziplin und Weitblick aus. Bereits zu Lebzeiten war es ihm ein Anliegen, an die reiche Tradition des Stiftungswesens in Lübeck anzuknüpfen, die bis in die Blütezeit der Stadt im Mittelalter zurückreicht.


Dr. Robert Knüppel, ehemaliger Bürgermeister und Stiftungsvorstand, trug sich ins Goldene Buch ein. Dahinter: Renate Menken, Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer, Dr. Helmuth Pfeifer, Max Schön und Bürgermeister Jan Lindenau.

Da seine Ehe kinderlos blieb, setzt er in seinem Testament die Possehl-Stiftung zur Erbin seines gesamten Firmenvermögens ein. Diese soll laut Stiftungszweck der "Förderung alles Guten und Schönen in Lübeck" dienen. Heute ist die Possehl-Stiftung alleinige Gesellschafterin der L. Possehl & Co. mbH, unter deren Führung als Management-Holding in rund 200 operativ tätigen Unternehmen und Gesellschaften in der ganzen Welt mehr als 13.000 Menschen für den gemeinsamen Erfolg der Unternehmensgruppe Possehl arbeiten.

Hier hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit Bürgermeister Jan Lindenau:

Die Unternehmensgruppe und somit auch die Stiftung hat im vergangenen Jahrhundert zwei Weltkriege, die Hyperinflation von 1923, Weltwirtschaftskrise von 1929 und die Weltfinanzkrise 2008/2009 mit Erfolg überstanden. So wie Emil Possehl verantwortungsvoll sein Unternehmen leitete, war es auch sein Wille, dass die Stiftung für Lübeck und seine Bürgerinnen und Bürger in gleicher Weise Verantwortung übernimmt. In der Stiftungssatzung ist festgelegt, dass die Stiftung mit ihrer Arbeit "das schöne Bild und die öffentlichen Anlagen der Stadt" erhält, "die gemeinnützigen Einrichtungen in Lübeck" unterstützt, "die Kunst und Wissenschaft" pflegt,"die Jugend" fördert sowie „die Not der Bedürftigen“ lindert. Dieser Verantwortung entsprechend ist die Possehl-Stiftung, die im Mai des Jahres 1919 ihre Arbeit aufnahm, seit nunmehr 100 Jahren eine starke Stütze der städtischen Gesellschaft, ihrer Kultur und Architektur.



Die Goldene Ehrendenkmünze "Bene Merenti" wurde 1835 vom Senat Lübecker Senat für die "Anerkennung von Verdiensten" Einzelner geschaffen und seit dieser Zeit 55mal verliehen, zuletzt im Jahr 2014 an Dr. Christian Dräger. Lediglich im Jahr 1889 wurde die Bene Merenti – Ehrendenkmünze auf Beschluss des Senats nicht an eine Einzelperson, sondern an die Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens verliehen. Öffentlich anerkannt werden sollten seinerzeit gleichzeitig die Verdienste der Gesellschaft um die Hansestadt Lübeck.

Im Original-Ton unterhalb des Bildes hören Sie ein Interview mit Stiftungsvorstand Max Schön.

Bürgermeister Jan Lindenau überreichte die Münze an den aktuellen Stiftungsvorstand Max Schön. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Bürgermeister Jan Lindenau überreichte die Münze an den aktuellen Stiftungsvorstand Max Schön. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 135203   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 19.12.2019 12.25

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