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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 8. Juli 2019






Lübeck:

Warten auf Weihnachten

Archiv - 21.12.2019, 09.07 Uhr: Lebkuchen im August, ein Weihnachtsbaum lange vor dem Fest: Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum 4. Advent der Frage nach, warum wir das Weihnachtsfest nicht abwarten können.

Gestern posteten Onlinebekannte in unserem Whatsappchannel Familienbilder. Es waren – wie meistens bei Posts – niedliche Bilder. Trotzdem konnte ich mich nur bedingt daran freuen. Denn das Kind stand vor einem geschmücktem Tannenbaum. Dieser Tannenbaum befand sich aber eindeutig nicht in einem Einkaufszentrum oder draußen auf einem Markt. Es war ganz klar: Die Familie hatte ihren Tannenbaum schon im Wohnzimmer aufgestellt und geschmückt, am 19. Dezember, 5 Tage vor dem Heiligen Abend.

Vielleicht liegt es am Alter, aber es beschäftigt und irritiert mich in diesen Tagen zusehends, dass wir anscheinend nicht mehr fähig – oder willens – sind, Dinge abzuwarten. Lebkuchen muss es schon im August geben, einige hatte schon Anfang November Lichterketten aufgehängt, und anscheinend stellen viele den Tannenbaum schon lange vor Weihnachten auf. Dass es kein Einzelfall war, wurde mir deutlich, als jemand anderes in dem Channel gleich anschließend den eigenen Weihnachtsbaum zeigte – auch schon geschmückt und im Lichterglanz.

In den USA ist das schon immer so gewesen, eine Adventszeit kannte man schon vor 40 Jahren nicht, als ich als Austauschschülerin in einer Familie dort lebte. Stattdessen wurde der Tannenbaum lange vor Weihnachten aufgestellt. Ich fand das als Teenager unerträglich, irgendwie war der Zauber des Weihnachtsfestes dadurch verloren.

Nun gehören weder Tannenbäume und Lebkuchen, weder Adventskränze noch Lichterketten zum biblischen Weihnachtsfest dazu. In den Berichten über Jesu Geburt gibt es so etwas nicht, auch keinen Weihnachtsmann und keine Rentiere. Deshalb ist es natürlich eigentlich egal, wann man das feiert oder aufstellt. Man könnte mit gutem Recht das ganze Jahr diese Dekorationen aufstellen und diese Lebensmittel essen.

Aber es gibt, nicht nur beim Weihnachtsfest, sondern bei vielen Gelegenheiten im Leben, unterschiedliche Zeiten. Es gibt eine Zeit der Erwartung und eine Zeit der Erfüllung. Geburtstag habe ich eben nur an einem Tag im Jahr, nicht in der Woche oder dem Monat davor oder danach. Jubiläen, eine neue Arbeitsstelle, Hochzeit und Taufe, alle wichtigen Ereignisse im Leben finden an einem bestimmten Tag statt. Davor lebt man in der Erwartung, danach in der Erinnerung.

Der Wochenspruch für den 4. Advent macht das deutlich. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

In diesem Satz in Philipper 4,4 spricht Paulus von dieser Spannung: Der Herr – Jesus - ist nahe, und deshalb sollen wir uns freuen. Er ist noch nicht da, nur nahe, aber freuen sollen und können wir uns trotzdem.

Vielleicht musste Paulus schon damals die Menschen in Philippi zur Freude auffordern, weil es nicht so einfach ist, sich zu freuen, wenn das Schöne, auf das man wartet, noch nicht da ist. Vielleicht waren sie auch in der Versuchung, das Schöne vorzuverlegen und herbeizuzwingen, statt sich zu freuen, dass es kommen würde, statt sich an den Vorbereitungen zu freuen, an der Erwartung.

Das ist nicht immer einfach, und gerade für Kinder – und darum auch für Familien mit Kindern – ist es besonders schwer, diese Zeit durchzuhalten. Deshalb verstehe ich dieses Verhalten, einerseits. Vielleicht steckt das ja hinter den Posts von den geschmückten Tannenbäumen mit Kind. Andererseits lohnt es sich, durchzuhalten, denn dann erfährt man doppelte Freude, die Vorfreude und die Freude, wenn das sehnsüchtig Erwartete endlich da ist.

In der Adventszeit freuen wir uns auf Weihnachten, bereiten uns vor auf die Geburt Jesu. Selbst wenn vieles, was wir vorbereiten und schmücken, mit den biblischen Berichten wenig oder gar nichts zu tun hat, wir machen es zu seinem Geburtstag.

Zu wissen, dass er in die Welt gekommen ist, dass wir seinen Geburtstag feiern können und dürfen, ist schon eine Freude. Und dann am Heiligen Abend den Geburtstag zu feiern wird durch die lange Vorbereitungszeit doppelt schön.

Ich wünsche Ihnen eine frohe und gesegnete Weihnacht.

Ellen Naß wirbt für die Vorfreude auf das Fest.

Ellen Naß wirbt für die Vorfreude auf das Fest.


Text-Nummer: 135235   Autor: red.   vom 21.12.2019 09.07

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