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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 3. Juli 2020






Lübeck:

Hilf meinem Unglauben

Archiv - 04.01.2020, 10.39 Uhr: Zu Beginn des neuen Jahres erklärt Pastorin i.R. Ellen Naß die Jahreslosung der Herrenhuter Brüdergemeinde "Ich glaube, hilf meinem Unglauben", die auf dem ersten Blick widersprüchlich erscheint.

Nun haben wir schon 4 Tage lang das Neue Jahr. Die ersten guten Vorsätze sind vielleicht schon aufgegeben (ich nehme mir schon gar nichts mehr vor), die letzten Berliner sind gegessen, und die letzten Raketen abgefeuert (hoffentlich).

Trotzdem sind wir sicher noch alle gespannt, was das Neue Jahr bringen wird. Wird es gut sein? Werden wir Trauriges erleben? Trotz aller Wahrsagereien und Voraussagen zum Jahresbeginn weiß das letztlich doch niemand, die meisten Voraussagen für 2019 sollen im Rückblick falsch gewesen sein.

Die Herrenhuter Brüdergemeinde ist einen anderen Weg gegangen. Sie lost für jedes neue Jahr ein Bibelwort aus, im wahrsten Sinne des Wortes eine Losung für das Neue Jahr. Es ist keine Voraussage, sondern ein Motto, manchmal eine Verheißung, manchmal eine Ermahnung, je nachdem.

Für 2020 scheint die Losung auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein. Sie steht im Markusevangelium im 8. Kapitel und lautet: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben".

Als ich im Kindergottesdienst zum ersten Mal diesen Satz hörte und lange Zeit danach, fand ich ihn merkwürdig. Man weiß doch, ob man glaubt oder nicht, so dachte ich. In vielen Fällen ist das ja auch so.

Aber dieser Satz wird von einem Mann gesagt, dessen Sohn Epileptiker ist. Damals konnten sie sich nicht erklären, woher diese plötzlichen Anfälle kamen, heilen oder helfen konnte auch niemand. Selbst Jesu Jünger hatten versagt. Jesus sagt diesem Mann: "Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt." Da antwortet der Vater mit diesem Satz: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben!"

Das ist eine Situation, die wir alle kennen, denn glauben heißt hier nicht für-wahr-halten, sondern vertrauen, hoffen. Gerade bei schweren Krankheiten geht es uns genauso: Wir hoffen, vertrauen – glauben – dass es uns wieder besser gehen wird, aber ein bisschen Zweifel bleibt, auch wenn wir immer wieder versuchen, ihn beiseite zu wischen.

Aber auch aus anderen schweren Zeiten kennen wir das Gefühl: Bei Arbeitslosigkeit, Problemen in der Partnerschaft, immer, wenn es uns schlecht geht, glauben wir – oder versuchen, daran zu glauben – dass es besser werden wird, dass wir Hilfe finden. So hat auch dieser Vater gehofft, dass Jesus helfen kann.

"Hilf meinem Unglauben", das ist für einen Glauben, für den alles möglich sein soll, relativ wenig. "Du musst eben daran glauben!", so wird oft gesagt, wenn etwas nicht hilft, was eigentlich helfen sollte. Das ist oft leichter gesagt als getan.

Deshalb finde ich es tröstlich für das Neue Jahr, dass Jesus dieser halbe Glauben genügt. Gerade beim christlichen Glauben fällt es uns ja schwer – zu glauben, darauf zu vertrauen, dass es so ist, wie die Bibel sagt, zu vertrauen, dass Gott, Jesus, uns nahe ist und uns hilft, wenn es uns schlecht geht.

Jesus genügt dieser halbe Glauben, er hilft dem Kind. Alles ist möglich, wenn wir glauben – selbst wenn dieser Glaube unsicher ist und wankend, wenn wir selbst nicht wissen, ob unser Glaube ausreicht, ob wir unser Glaube ausreicht.

Das ist keine Prophezeiung, keine Vorhersage für das Neue Jahr. Es ist ein Trostwort – dass, was immer auch geschieht, wir zu Gott kommen können mit unserem kleinen Vertrauen. Ich habe keine guten Vorsätze gefasst, aber eins weiß ich: Wir können Gott sagen, was uns belastet, und Er wird uns helfen. Das gilt für den langen Rest von 2020, das gilt unser Leben lang.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 135390   Autor: red.   vom 04.01.2020 10.39

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