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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 22. Februar 2020






Lübeck - St. Gertrud:

Schlesische Weihnacht in Eichholz

Es gibt große und großartige Vertonungen der biblischen Weihnachtsgeschichte. In den vergangenen Wochen waren Beispiele auch in Lübeck zu hören. Ein betont schlichtes „Weihnachts-Oratorium“ schrieb im Advent 1944 der schlesische Komponist Max Drischner. In der Christophorus-Kirche in Eichholz war das Werk am Sonntagnachmittag zu hören, und noch einmal war die Kirche voll besetzt.

In den Ankündigungen zu diesem Konzert war von Drischners „Weihnachtsgeschichte“ die Rede, und das ist heute der offizielle Titel des Stückes. Für alte Schlesier – und davon leben ja noch etliche in Lübeck – ist und bleibt es die „Brieger Christnacht“. Dahinter verbirgt sich natürlich ein bewegendes Stück deutscher Geschichte.

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs war die schlesische Stadt Brieg heftig umkämpft. Domorganist und -kantor Max Drischner ahnte wohl, dass die Katastrophe bevorstand und man im folgenden Jahr womöglich nicht mehr auf alt vertraute Weise würde Weihnachten feiern können. So vertonte er Verse des Weihnachtsgeschehens nach Lukas und unterbrach den Text immer wieder mit schlesischen Weihnachtsliedern und Volksweisen aus der Grafschaft Glatz.

In der Weihnachtszeit 1944 wurde das Werk im Dom St. Nikolai dreimal aufgeführt. Anfang Februar 1945 lagen der Dom und die Stadt Brieg in Trümmern. Daran erinnerte in seiner Begrüßung Pastor Hans-Heinrich Schmidt. Diese Ereignisse sind nun 75 Jahre her; ein Grund mehr, an Drischners schlicht-schöne Weihnachtsgeschichte zu erinnern. Aufgeführt wurde das Werk in St. Christophorus vom Chor im BSW (Bahn-Sozialwerk) unter Leitung von Dirk Uka, und zwar in der Grundform für Chor, Orgel und Solostimme.

In anderen Vertonungen singt ein Tenor den Evangeliumspart. Männer waren gegen Ende des Krieges rar, weil sie „im Felde“ standen. So sang auch in Lübeck eine Frauenstimme die Lukas-Verse. Jana Thomas stand auf der Orgelempore, so dass der Kontakt zu Liene Orinska an der Orgel leicht zu halten war. Klar und deutlich stand der Sopran im Raum. Die Anweisungen des Komponisten für Tempo und Dynamik wurden genau beachtet.

Die vierstimmigen Chorsätze waren bei den BSW-Damen und -Herren in guten Händen. Ein paar Besonderheiten hatten Chorleiter Dirk Uka und Organistin Liene Orinska eingebaut. So wurde schon mal eine Choralstrophe nur von den Männern oder von den Frauen allein gesungen.

Aus dem Chorsatz „Von seinem ewgen festen Thron“ wurde eine Arie für Jana Thomas, wobei der Chor ins abschließende „Halleluja“ einstimmen durfte. Ähnliches geschah beim auskomponierten Vaterunser, das den Schluss bildet. Das Publikum dankte mir herzlichen Applaus, auch für die umrahmende Chor- und Orgelmusik.

Der BSW-Chor sang in der Kirche von Eichholz. Foto: TD

Der BSW-Chor sang in der Kirche von Eichholz. Foto: TD


Text-Nummer: 135411   Autor: TD   vom 05.01.2020 17.53

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