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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 4. August 2020






Lübeck:

Opern-Premiere: Kerkhof inszeniert Montezuma

Archiv - 12.01.2020, 11.19 Uhr: Nach Inszenierungen in Oper und Schauspiel in unter anderem Berlin, Bern, Düsseldorf, Florenz, Freiburg, Hamburg, Karlsruhe, Köln, Linz, Mannheim, München und Zürich inszeniert Ingo Kerkhof erstmals am Theater Lübeck. Die Oper "Montezuma" von Carl Heinrich Graun feiert am 26. Januar Premiere im Großen Haus.

Die musikalische Leitung hat der zweite Kapellmeister und Solorepetitor Takahiro Nagasaki. In der rein mit Frauen besetzen Inszenierung sind die Ensemblemitglieder Evmorfia Metaxaki, Emma McNairy und Andrea Stadel zu erleben. Unterstützt werden sie von Claire Austin und Angela Shin aus dem Internationalen Opernelitestudio des Theater Lübeck, zu Gast ist Julie-Marie Sundal.
Der "Inhalt" dieses "musikalischen Trauerspiels" wurde im 18. Jahrhundert so annonciert: Die verschiedenen Unternehmungen und Eroberungen der Spanier in dem durch den berühmten Christophorum Columbum während der Regierung des Königs Ferdinandi und der Königin Isabella von Spanien entdeckten Westindien sind in der Historie zur Gnüge bekannt. Besonders war die Unternehmung des Ferdinando Cortes in Mexiko eine der merkwürdigsten. Der damals regierende König von Mexiko, Montezuma, erlaubte den Spaniern auf guten Glauben den Eintritt in sein Reich; aber er spürte hernach allzuspät die Wirkung eines gar zu leichtgläubigen Vertrauens und einer unzeitigen Großmut, als sie ihm das Leben kostete. 1519 wurden besonders wichtige, identitätsstiftende Heiligtümer der Azteken durch spanische Eroberer geschleift und durch prachtvolle Kirchen überbaut – pyramidale Anlagen wurden von den Eroberern "gekrönt".

Bis 1755 schuf sich der König von Preußen ein musikalisch-literarisches Selbstporträt als großmütiger Philosophenkönig der Azteken, der Glaubensfreiheit, Toleranz und Großmut lebt: Montezuma. Sein Gegner ist Cortes, ein brutaler, intriganter spanischer Eroberer, der alle Azteken vernichten will. Die Barbaren sind die Europäer – ein moderner kritischer Ansatz in der Beschreibung des Kolonialismus? – Friedrich der Große sollte im Siebenjährigen Krieg, der ein Jahr nach der Uraufführung begann, auch einem Bündnis angehören, das Portugal (nicht: Spanien) einschloss. Und die Kriegshandlungen Großbritanniens, Bündnispartner Friedrichs, und Frankreichs, hatten unter anderem Amerika zum Gegenstand und Schauplatz.

Musikalische Leitung: T. Nagasaki
Inszenierung: I. Kerkhof
Wissenschaftliche Beratung: Dr. L. Frühsorge
Bühne: A. Neuser
Kostüme: B. Leonhardt
Licht: F. Hampel
Chor: J.-M. Krüger

Mit C. Austin, E. McNairy, E. Metaxaki, A. Shin, A. Stadel, J.-M. Sundal, N.N.; Chor des Theater Lübeck; Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Kostprobe am 14. Januar, 18.30 Uhr, Großes Haus (Eintritt frei)
Premiere am 26. Januar, 18 Uhr, Großes Haus· Weitere Termine: 1. und 21. Februar, jeweils um 19.30 Uhr. Karten an der Theaterkasse 0451/399 600 sowie online.

Ingo Kerkhof inszeniert erstmals am Theater Lübeck. Foto: Paul Leclerc

Ingo Kerkhof inszeniert erstmals am Theater Lübeck. Foto: Paul Leclerc


Text-Nummer: 135434   Autor: Theater Lübeck   vom 12.01.2020 11.19

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