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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 24. Februar 2020






Lübeck:

Ein Ton ist noch keine Musik

Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende der Bibel. Die sei nicht immer leicht zu verstehen, weil sie keine einfachen Antworten liefere, sondern auch Erfahrungen und Botschaften aus einer langen Zeit bestehe.

Von dem amerikanischen Autor William Saroyen gibt es eine Erzählung über einen Mann, der Cello spielt. Das Problem war nur, dass er hatte nur eine Saite auf seinem Cello hatte und immer denselben Ton spielte. Die Erzählung ist schon etwas älter, damals waren Ehefrauen wohl noch etwas geduldiger, aber irgendwann wurde es seiner Frau denn doch zu viel.

Sie wollte ihn nicht verletzen und nicht verärgern, und so versuchte sie, vorsichtig zu sein. Sie meinte, dass sie gehört habe, dass andere Menschen, die Cello spielten, viele, viele verschiedene Töne auf dem Instrument spielen würden, nicht nur einen, so wie er. Er antwortete ihr: "Das stimmt. Viele Leute spielen viele Töne. Sie suchen noch den richtigen Ton. ICH habe ihn gefunden."

Ich fand die Geschichte immer so schön, weil bei Musik jeder sofort einsieht und versteht, dass es eben den einen richtigen Ton nicht gibt, dass Musik aus vielen verschiedenen Tönen bestehen muss. Natürlich kann es manchmal sein, dass sich Töne wiederholen, aber immer nur den einen Ton, das ist keine Musik.

In der Musik ist das selbstverständlich, aber im täglichen Leben sieht es anders aus. Immer wieder gibt es Menschen, die – im übertragenen Sinn – nur den einen Ton spielen. Wenn es um Probleme geht, und jemand sagt: "Das ist doch alles ganz einfach", dann kommt häufig so eine Erklärung hinterher.

Das können viele verschiedene Erklärungen sein, je nachdem, mit wem man spricht. Der genannte Grund kann die EU sein und ihre Bürokratie, so haben wir das in Großbritannien erlebt, wo die EU für vieles verantwortlich gemacht wird, was die Briten selbst verursacht haben. Das können die vielen Menschen mit Migrationshintergrund sein, wie bei uns viele immer sagen. Das kann aber auch sein, dass nicht genug Menschen zu uns kommen, dass der Reichtum ungleich verteilt ist, dass Christen sich zu viel/ zu wenig in die Politik einmischen, dass Frauen heute zu viel/ zu wenig gleichberechtigt sind, es gibt viele solche einseitigen Erklärungen.

Dabei können die Erklärungen im Einzelfall durchaus richtig sein – nur als einzige Erklärung für alle Probleme der Welt taugen sie eben nicht. Der eine Ton des Cellos war ja auch ein Ton, nur eben keine Musik.

Deshalb freue ich mich immer wieder, dass unsere Bibel nicht nur so ein Ton ist, nicht einmal nur ein Musikstück, sondern viel mehr. Unsere Bibel besteht aus 66 unterschiedlichen Büchern, sie ist über einen Zeitraum von 1000 Jahren entstanden. Menschen haben ihre Erfahrungen mit Gott aufgeschrieben, haben Worte aufgeschrieben, die Gott zu ihnen gesprochen hat. Es gibt gedichtete Lieder, Novellen, historische Berichte, Fabeln, Sprichwortsammlungen, Briefe und vieles andere, je nachdem, wie Gottes Wort aufgeschrieben wurde.

Es können ganz unterschiedliche Worte sein. Gott redet ganz unterschiedlich, je nachdem, zu wem er spricht und wie die Situation ist. Wir sprechen mit Menschen in Not, die Leid erfahren haben, ja auch anders als mit Menschen, die andere gerade beleidigen, unterdrücken, quälen. So spricht auch Gott anders in den verschiedenen Zeiten, in Kriegszeiten anders als in Friedenszeiten, in denen es allen gut geht.

Deshalb ist das Lesen und Verstehen der Bibel nicht immer leicht, weil sie nicht aus einem Guss ist. Sie liefert keine einfachen Erklärungen, und schon gar keine einseitigen. Aber es lohnt sich, so wie das genaue Zuhören auf schöne Musik lohnt. In der Bibel finden wir Ermahnung und Trost, Hilfe, Hinweise für ein gutes Leben, Schilderungen der Buntheit der Welt – und immer wieder Erzählungen über die Liebe Gottes, mit der er uns durch unser Leben begleiten will.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 135667   Autor: red.   vom 18.01.2020 10.23

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