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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 18. Februar 2020






Lübeck:

IHK-Experte Koopmann: Nächste Woche ist Brexit!

Dieter Hagelstein strahlt. Nächte Woche ist für die schleswig-holsteinische Wirtschaft ein ganz entscheidender Termin, und es ist ihm gelungen, einen hochkarätigen Referenten für eine Veranstaltung seines Verbandes der Selbständigen und Freiberufler (VSF) im Vorfeld einzuladen. Auch Matthias Dütschke freute sich über den Gast, den er als Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein herzlich in Lübeck begrüßte.

Der Vortragsredner, Werner Koopmann, ist 'Geschäftsbereichsleiter International' bei den Industrie- und Handelskammern Kiel und Lübeck und wurde dann auch noch von der Regierung zum Leiter der schleswig-holsteinischen "Task Force Brexit" berufen. Eine höchst sinnvolle Einrichtung, wie Werner Koopmann befindet, denn es fällt besonders den kleineren und mittleren Betrieben, die betroffen sein können, sehr schwer, sich in dem kompletten Chaos, das sich um den Austritt Großbritanniens entwickelt hat und weiter entwickeln wird, einigermaßen anständig zurechtzufinden.

Schnell wird deutlich, dass Werner Koopmann genau der Richtige ist, diese 'Task Force' von Experten aus Regierung, Verbänden und Sachverständigen anzuführen. Er besitzt das notwendige Maß von Humor und Gelassenheit, um dem täglichen Wahnsinn auf diesem Gebiet wirksam zu begegnen, denn bei aller Wut und Ärger über die drohenden Konsequenzen braucht man Experten, die in der Lage sind, den Betrieben auch in dieser unübersichtlichen Lage noch praxistaugliche Antworten zu geben.

So streut Koopmann in seinen Vortrag schon mal eine Folie ein, auf der ein Traditionsbrite auf einem Ast sitzt, mit einer Säge in der Hand auf der 'Brexit' steht. Er sägt natürlich an dem Ast auf dem er sitzt.

Oder er bemüht das Wortspiel BRain EXIT um die selbstverschuldete Lage der Insulaner treffend zu beschreiben. "Should I stay or should I go?" beschreibt er das Briten-Dilemma und freut sich, dass wenigstens einige im Saal diese Frage der Punk Rock Band "The Clash" zuordnen können, ein Klassiker ihres Albums 'Combat Rock.'

Eindringlich macht er den Selbständigen und Freiberuflern klar, was für ein Segen der europäische Binnenmarkt ohne Grenzformalitäten in der Praxis bedeutet. Es ist ja so oft in den Unternehmerklagen vom Bürokratie-Abbau die Rede. Meist findet er nicht statt, hier gab es ihn wirklich einmal.

Wie alles sich genau entwickeln wird, weiß nämlich keiner. Sicher ist nur, dass bürokratische Monster wie Zollformalitäten und Ursprungsnachweise auferstehen könnten, außerdem droht Drittlandhandel, denn waren aus dem Vereinigten Königreich würden nicht mehr als EU-Waren gelten. Aus dem Horrorkabinett der Bürokratie stehen daher Spezialitäten wie Ausfuhr- und Intrastat Meldungen, EORI-Nummern, Carnets, unklare Haftungsfragen und weiteres in den Startlöchern.

Genüsslich präsentierte Koopmann den Weg einer Kurbelwelle bis ins Auto. Gegossen in Frankreich, weiterbearbeitet in Birmingham, Verbindung mit dem Motor in Österreich und endlich Hochzeit in Oxford mit einem Fahrzeug, das seine Einzelteile auch aus vielen Ländern der EU bezieht. Alles bisher problemlos Hin und Her über den Kanal. Wie sieht das wohl in Zukunft aus?

Da steht die 'Brexit Task Force' bei Fuß. Sie muss den Irrsinn verständlich machen und aufpassen, dass die betroffenen Unternehmer bei all dem nicht die Fassung verlieren. Boris Johnson wiederholt immer nur sein Mantra "Let's get Brexit done". Auch da hält Werner Koopmann es mehr mit 'The Clash': "If you say that you are mine - I'll be here 'til the end of time" heißt es weiter in dem berühmten Song. Wenn es doch bloß so wäre, dachte sich so mancher im Saal. Leider tritt das Vereinigte Königreich am 31. Januar 2020 aus der Europäischen Union aus. Wird es gelingen bis zum Ende des Sommers ein praktikables Handelsabkommen festzuzurren und damit einen knallharten Brexit ohne Vertrag abzuwenden? Zweifel sind erlaubt. Nur einer hätte damit keine Probleme. Nach bewährtem Muster hätte Boris Johnson sicherlich keine Schwierigkeiten damit, den Europäern die Schuld am Scheitern eines solchen Abkommens zuzuschreiben.

Informierten zum Brexit: Matthias Dütschke (WAK) und Werner Koopmann (IHK) mit Gastgeber Dieter Hagelstein (VSF). Foto: Harald Denckmann

Informierten zum Brexit: Matthias Dütschke (WAK) und Werner Koopmann (IHK) mit Gastgeber Dieter Hagelstein (VSF). Foto: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 135816   Autor: Harald Denckmann   vom 24.01.2020 10.09

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