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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 22. Februar 2020






Lübeck:

NGG fordert: Mehr Geld fürs Burger-Braten in Lübeck

Lohn-Plus fürs Burger-Braten: In Lübeck sollen die Beschäftigten in Fast-Food-Restaurants wie McDonald’s, Burger King und Co. mehr Geld bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). "Die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr an der Fritteuse oder an der Verkaufstheke – bekommen dafür aber meist nur den Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde", kritisiert Dirk Himmelmann von der NGG Lübeck.

Die Gewerkschaft verlangt "armutsfeste Löhne" von mindestens 12 Euro pro Stunde. Profitieren würden davon auch die Beschäftigten bei Marken wie Starbucks, KFC, Nordsee, Vapiano, Tank und Rast und Pizza Hut. Allein der Branchenprimus McDonald’s betreibt in Lübeck sechs Filialen. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde zwischen der Gewerkschaft NGG und dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS). Die Branche beschäftigt bundesweit rund 120.000 Beschäftigte in 3.000 Restaurants und Cafés.

"Es ist höchste Zeit, vom Mindestlohn-Image wegzukommen. Die Menschen haben für ihre harte Arbeit eine faire Bezahlung verdient", betont NGG-Geschäftsführer Himmelmann. Aktuell reichten die Löhne kaum, um ohne einen Zweitjob oder staatliche Stütze über die Runden zu kommen. Himmelmann: "Milliardenschwere Konzerne wie McDonald’s zahlen so wenig, dass die Allgemeinheit einspringen muss. Heute müssen die Steuerzahler die Löhne und später die Renten aufstocken, damit das Geld zum Leben reicht – hiermit muss endlich Schluss sein." Die Arbeitgeber hätten jedoch ein spürbares Lohn-Plus bislang vehement blockiert.

"Die Wut der Beschäftigten ist groß. Wir rufen jetzt in ausgewählten Orten zu Protestaktionen und Warnstreiks auf, auch in Lübeck könnte es noch vor der nächsten Verhandlung zu Ausständen kommen", so der Gewerkschafter. Die Tarifverhandlungen werden am 13. und 14. Februar in Stuttgart fortgesetzt. Es ist bereits die dritte Runde. Die schlechte Bezahlung führt nach Einschätzung der NGG auch zu einem verschärften Personalmangel in der Branche. "Sowohl ausgebildete Fachkräfte als auch Quereinsteiger überlegen sich dreimal, ob sie den stressigen Job im Schnellrestaurant zum Billig-Tarif machen. Stattdessen wechseln sie häufig in andere Branchen – etwa zum Discounter an die Kasse", berichtet Himmelmann. Höhere Löhne in der Systemgastronomie seien ein entscheidender Beitrag, um Fachleute in der Branche zu halten und Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen.

Dieser Hamburger einer großen Fast-Food-Kette kostet 4,29 Euro. Genau 28 Minuten muss ein Beschäftigter im Schnellrestaurant aktuell arbeiten, um sich diesen Burger selbst zu leisten. Foto: NGG

Dieser Hamburger einer großen Fast-Food-Kette kostet 4,29 Euro. Genau 28 Minuten muss ein Beschäftigter im Schnellrestaurant aktuell arbeiten, um sich diesen Burger selbst zu leisten. Foto: NGG


Text-Nummer: 136178   Autor: NGG   vom 10.02.2020 09.55

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