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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 29. März 2020






Lübeck:

Hanse-Unternehmerinnen informieren sich über die Zukunft

Horst Opaschowski, bekannter Zukunftsforscher und oftmals auch als Mr. Zukunft bezeichnet, war am Donnerstagabend bei den Lübecker Hanse-Unternehmerinnen zu Gast. Deren Vorsitzende Ellen Ehrich hatte sich mit Felicia Sternfeld vom Hansemuseum zusammengetan. Ein "Blick in die Wertewelt der Zukunft" sollte geworfen werden, zusammen mit einem anschließenden Imbiss und weiteren Gesprächen. Es war die Jahresveranstaltung der Hanse-Unternehmerinnen, zu der immer ein besonderer Gast als Redner geladen wird.


Ellen Ehrich, Vorsitzende der Hanse-Unternehmerinnen, begrüßte die Gäste.

Klaus Puschaddel, als erster stellvertretender Stadtpräsident setzte gleich einen besonderen Akzent, als er als bekannter CDU Politiker in seinen Eingangsworten gleich einmal Willy Brandt mit dem Satz zitierte "Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten." Das beinhaltet natürlich, dass die Zukunft alles andere als zufällig ist. Sie ist das Ergebnis gesellschaftlicher, politischer und unternehmerischer Entscheidungen. Es obliegt der Weisheit der Entscheider, hier immer den richtigen Weg zu gehen.

Das Fachgebiet von Horst Opaschowski ist es nun, zwischen all den denkbaren Möglichkeiten einer zukünftigen Entwicklung vor dem Hintergrund von demographischen, gesellschaftlichen und politischen Randbedingungen hindurch zu finden und einen plausiblen und wahrscheinlichen Zukunftsentwurf anzubieten. Das erwarteten die Hanse-Unternehmerinnen und gewannen im Verlaufe des Vortrages doch die eine oder andere Erkenntnis dazu. Oftmals wurden sie allerdings auch in dem was sie bereits wussten bestätigt und die eine oder andere Einordnung, die sie schon vorgenommen hatten, wurde im Verlauf der umfangreichen Erörterungen weiter verfestigt.


Veranstalterin Ellen Ehrich und Felicia Sternfeld vom Europäischen Hansemuseum mit dem Gast Horst Opaschowski.

So sprach Opaschowski beispielsweise von der "Sicherheit" als neuer Freiheit der Deutschen. Er bezeichnete das Jahr 2030 als "demographisches Wendejahr" und führte dazu aus, dass es noch nicht klar genug ist, dass allen denkbaren Berechnungen zufolge ab diesem Zeitpunkt eine demographische Schrumpfung stattfinden wird. Fachkräftemangel wird es dann immer noch geben und die "örtliche Toleranz für ethnische Minderheiten" wird zum äußerst wichtigen Standortfaktor.

Mit der digitalen Revolution, die natürlich kommt, hat Opaschowski so seine leichten Schwierigkeiten. Er fürchtet, dass der Mensch nicht so ganz hinterherkommt. Festgemacht wird das an Facebook & Co, gigantische Zeitfresser, die dazu führen, dass bereits die Kinder virtuelle und reale Kontakte nicht mehr recht auseinanderhalten könnten. "Seht Euch die Größen des Geschäftes doch an", warf Opaschowski lächelnd ein, "die schicken ihre Kinder alle auf Waldorfschulen, damit sie echte soziale Kontakte erleben. Auch mal abschalten, sein Ratschlag, sonst ist kaum zu verhindern, dass Dummköpfe die Welt regieren. Große Nachdenklichkeit im Saal.

Unübersichtlich wurde es bei der Erörterung der Wohnungsnot in den Städten. Einerseits entwarf der Zukunftsforscher ein Bild von "verzeitlichter" Immobiliennutzung und lebensabschnittsgerechtem flexiblen Wohnen, andererseits wurde Wohneigentum als der Stabilitätsanker schlechthin gepriesen. Ein Loblied auf die Familie folgte. Soziale Bindungen, über Generationen hinweg wurden ohnehin als Orientierungsleitlinie für zukünftige Kleingruppenstrukturen gesehen. Intakte Nachbarschaftsbeziehungen sind da einzubeziehen.

Unternehmerisches Denken auch im familiären Bereich ist da vonnöten, bei gleichzeitiger perfekter Aufteilung der Verantwortlichkeiten von Mann und Frau. "Die Frauen kommen mit Macht", sieht der Zukunftsforscher. Die "Luft für Männer wird dünner", vom Patriarchat gilt es sich zu verabschieden. Auch das Alter wird nicht mehr das sein, was es einmal war. Der Jugendwahn wird sich zurückbilden, das Lebensgefühl im Alter von 40 bis 50 wird stilbildend werden und mit 50, verspricht Opaschowski, gibt es für die angehenden Senioren noch einmal einen richtigen "Re-Start." Das Lebensgefühl wird gehalten und ein erfülltes Alter winkt.

Ob das für jeden zutrifft, wenn die Politik die Verschärfung der sozialen Gegensätze und die Krise bei den Grunddaseinsfunktionen nicht in den Griff bekommen sollte, sei mal dahingestellt. Für ihn selber trifft das sicherlich zu. Mit 78 Jahren hat er im letzten Jahr nochmal ein Buch über die Zukunft geschrieben und auch mit 79 Jahren werden seine Vorträge über die Zukunft immer noch gerne gehört. Es lohnt sich ja auch, über die Zukunft einmal nachzudenken und sich mit ihr zu befassen, denn, wie Charles Kettering einmal richtig feststellte, werden wir alle schließlich den Rest unseres Lebens in ihr verbringen.

Hier hören Sie ein Interview von Harald Denckmann

mit Horst Opaschowski:



mit IHK-Präses Friederike C. Kühn:



mit Lübecks Gleichstellungsbeauftragter Elke Sasse:

Horst Opaschowski berichtete am Dienstagabend bei den Hanse- Unternehmerinnen über die Zukunft. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Horst Opaschowski berichtete am Dienstagabend bei den Hanse- Unternehmerinnen über die Zukunft. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 136544   Autor: Harald Denckmann   vom 26.02.2020 09.00

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