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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 6. April 2020






Lübeck - St. Lorenz Nord:

Neues Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen

Am Freitag hat die Brücke Lübeck gGmbH in Anwesenheit von Wirtschafts- und Sozialsenator Sven Schindler und der Landtagsabgeordneten der SPD Kerstin Metzner und rund 70 Gästen ihren viergeschossigen Neubau in der Lübecker Ziegelstraße 41 eingeweiht: Hier können nun 20 ältere Menschen (ab 60 Jahren) mit Teilhabeeinschränkungen in vier Wohngruppen zusammen leben, wochentags betreut und begleitet von einem Fachkräfte-Team der Brücke.

"Nach dem Motto „Zusammen ist man weniger allein“ bieten wir hier älteren psychisch erkrankten Menschen die Möglichkeit, sehr lange sehr selbständig zu leben und gleichzeitig Gemeinschaft und fachliche Begleitung zu haben", sagte Geschäftsführer der BRÜCKE Lübeck Frank Nüsse.

In dem Neubau hat jeder Bewohner ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad. Als die Einrichtungsleiterin Petra Mezulat betonte, das eigene Bad sei ihr ein besonderes Anliegen gewesen, gab es spontan Applaus aus dem Publikum von den Bewohnern. Ihnen stehen unter der Woche tagsüber bei Bedarf Sozialpädagogen und Ergotherapeuten zur Seite. Außerdem gibt es pro Wohngruppe eine Küche und Gemeinschaftsräume.

Wirtschafts- und Sozialsenator Schindler betonte bei der Einweihung: "Viele Grundstücke hat die Stadt nicht zu bieten, um sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Ich freue mich, dass die BRÜCKE in ihrem Neubau sozialen Wohnungsbau und psychiatrische Fachleistung kombiniert. Das ist einmalig in Schleswig-Holstein und eine tolle Idee."

Als Neubau mit Vorbildcharakter hat auch Innensenator Hans-Joachim Grote das Projekt bezeichnet: Die BRÜCKE Lübeck hat ein Wohnhaus mit Fördermitteln des sozialen Wohnungsbaus gebaut und bietet Zimmer für 6,10 Euro pro Quadratmeter an. In den entstandenen Sozialwohnungen können Menschen leben, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Begleitung benötigen. Deshalb befinden sich zusätzlich Fachräume im Gebäude, die durch die Soziale Sicherung der Hansestadt Lübeck finanziert werden.

Mit diesem Neubau schließt die BRÜCKE Lübeck eine Versorgungslücke: Die Bewohner sind viel zu fit fürs Altersheim, benötigen aber Unterstützung und Begleitung in Alltagsdingen.

"Ich konnte mir mein Zimmer aussuchen und genieße nun die Aussicht", freut sich Wolfgang Maaßen, der auf zwei Altstadtkirchtürme blicken kann. "Für mich ist das eine großartige Möglichkeit, nicht zu vereinsamen. Dass die Betreuerinnen da sind, gibt mir Sicherheit und ich habe seit meinem Einzug Anfang Januar schon viele neue Kontakte knüpfen können."

Frank Nüsse, Geschäftsführer der BRÜCKE Lübeck: "Wir haben insgesamt 3,1 Millionen Euro investiert. Zwei Millionen Euro davon kamen als Förderdarlehen und Fördermittel auf Basis des Wohnungsbauförderungsmodells vom Land Schleswig-Holstein. Wir danken dem Innen- und dem Sozialministerium Schleswig-Holsteins sowie der Sozialen Sicherung und dem Gesundheitsamt der Hansestadt Lübeck für ihre Unterstützung. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Menschen mit Teilhabeeinschränkungen und wenigen materiellen Mitteln in schönen Räumlichkeiten in guter Lage leben können."

Bei Interesse können sich Menschen, die chronisch psychisch krank und älter als 60 Jahre sind, einen Grad der Behinderung von mindestens 50 sowie einen Wohnberechtigungsschein haben, an die BRÜCKE Lübeck wenden. Kontakt: p.mezulat@diebruecke-luebeck.de, Tel. 0451/583449 -80.

Bewohner Wolfgang Maaßen, Einrichtungsleiterin Petra Mezulat, Senator Schindler und Geschäftsführer Frank Nüsse eröffneten am Freitag das Haus. Foto: Die Brücke Lübeck

Bewohner Wolfgang Maaßen, Einrichtungsleiterin Petra Mezulat, Senator Schindler und Geschäftsführer Frank Nüsse eröffneten am Freitag das Haus. Foto: Die Brücke Lübeck


Text-Nummer: 136621   Autor: Brücke   vom 28.02.2020 15.09

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