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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 29. Mai 2020






Lübeck:

Moderne kontra Romantik: Oper im Doppelpack

Aktueller kann Theater nicht sein. In Berlin, Brüssel Rom oder Athen wird das Flüchtlingsproblem an Europas Grenzen diskutiert. Am Lübecker Theater erlebte eine Oper mit ähnlicher Thematik am Freitag ihre Uraufführung, ein Projekt, das allerdings lange geplant war. „L'Européenne“ (Die Europäerin) heißt das Werk mit der Musik von Richard van Schoor. „Die Afrikanerin“ nach Giacomo Meyerbeer, uraufgeführt 1865, folgt als Teil Zwei Anfang April.



Die beiden sehr unterschiedlichen Werke sind Teil eines Projektes im Doppelpack. Sie werden an zwei Orten einstudiert und gezeigt, am Theater Lübeck und im Opernhaus von Halle. „I like Africa and Africa likes me – I like Europa and Europa likes me“ lautet das Motto des Projekts, das von der Kulturstiftung des Bundes finanziell gefördert wird, gerade wegen des Doppelpasses.

Verantwortlich für Teil Eins, für die in Lübeck einstudierte „Europäerin“, ist ein afrikanisch-europäisches Künstlerkollektiv mit Daniel Angermayr (Bühnenbild), Thomas George (Libretto), Lionel Poutiaire Somé (Filmemacher, Regie), Abdoul Kader Traoré (Schauspieler) und dem Komponisten. Entstanden ist eine 90 Minuten lange „Film-Oper“. Der Film, vor allem der Dokumentarfilm, spielt denn auch eine Hauptrolle.

Die Geschichte beginnt in Afrika. Lena, deutsche Mitarbeiterin einer Nicht-Regierungsorganisation, untersucht irgendwo auf dem schwarzen Kontinent den Boden in der Nähe einer gigantischen Müllhalde, Müll aus Europa. Sie verliebt sich in Bouba, einen schwarzen Müllsucher. Der sammelt Festplatten, die er als geschickter Hacker nach verkaufbaren Daten durchwühlt. Mit dem Geld will er nach Europa.

Lena möchte lieber in Afrika bleiben, muss aber offenbar zurück nach Deutschland. Bouba folgt ihr auf der gefährlichen Mittelmeerroute, muss auf dem fremden Kontinent als Illegaler leben. Derartigen Belastungen hält die Liebe nicht stand. Die Geschichte endet tragisch bis tödlich.

Eine Film-Oper. Also wird laufend auf der Leinwand im Hintergrund illustriert, was die Mitwirkenden erfahren oder berichten. Da sind sie dann zu sehen, die Szenen aus dem Flüchtlingslager Moria oder von Europas Außengrenzen. Mehrfach wird das Klischee beschworen: Europa sei das Land, "wo Milch und Honig fließen, und jeder im Fette schwimmt“.

Auf der Bühne und im Film wird afrikanische Kultur verdeutlicht, werden Geisterbefragung und Ahnenkult wirkungsvoll eingebaut. Den Kontrast bilden später Bilder einer rechtsradikalen Demo vor den Häuserblocks einer deutschen Großstadt. Genauso vielschichtig wie die erzählten Geschichten ist die Musik. Alle Instrumentengruppen haben kräftig zu tun, schreiende Bläser, ruhige Streichersequenzen, die Harfe, Trommeln, Klangflächen mit ungewöhnlichen Beigaben, bis hin zu nächtlichen Schreien von Hyänen und Schakalen.

Kapellmeister Andreas Wolf hielt das bewundernswert zusammen. Der große Chor von Jan-Michael Krüger schlug sich sehr gut. Zu Recht ließ Wolf zum Schlussbeifall das Orchester mit auf der Bühne erscheinen. Als Solisten beeindruckte besonders das zentrale Paar, Emma McNairy als Lena und Owen Metsileng als Bouba. Steffen Kubach, Serge Fouha, Youngkug Jin, Charity Collin bewährten sich in gleich mehreren Rollen. Der Beifall war stark.

Weitere Aufführungen sind am 13. und 29. März, 6. April, 7. und 15. Mai, 6. und 14. Juni. Beginn immer 19.30 Uhr. Ausnahme: Sonntag, 29. März, um 16 Uhr.

Owen Metsileng als Bouba und Emma McNairy als Lena. Fotos: Olaf Malzahn

Owen Metsileng als Bouba und Emma McNairy als Lena. Fotos: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 136784   Autor: TD   vom 07.03.2020 08.55

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